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Wenn die Bayern jetzt nicht aufpassen ...

Eine ganz normale Sportmeldung, und trotzdem mutet sie wie eine Sensation an: Der FC Bayern München hat verloren. Zu Hause. Gegen Mainz. Kein Beinbruch? Kommt ganz darauf an, wie die Mannschaft jetzt reagiert.

FC Bayern München

Gesprächsbedarf: Mit hängenden Köpfen und ratlosen Gesichtern stehen die Spieler des FC Bayern München nach der Niederlage gegen Mainz auf dem Rasen

Unter Fans und Fachleuten wird die Bundesliga gerne gelobt: Nirgendwo in Europa sei es so spannend, so ausgeglichen. Was die oberste Tabellenregion betrifft, ist das natürlich Quatsch. Zwischen Platz 2 ( Dortmund) und 3 (Hertha) liegen atemberaubende 15 Punkte. Und monatelang zogen die Bayern an der Spitze einsam ihre Kreise. Bis jetzt. Mit einem Sieg im Spitzenspiel könnte der BVB am Samstag bis auf zwei Punkte auf den Rekordmeister herankommen. Wir hätten tatsächlich wieder einen Titelkampf.

Ist der FC Bayern München bei aller nationalen Dominanz seit 2013 dafür überhaupt gewappnet? Wenn wir ehrlich sind, mussten die Münchner in den dreieinhalb Spielzeiten seit der letzten BVB-Meisterschaft 2012 keine Konkurrenz fürchten. Sie hatten in der Bundesliga keinen ernsthaften Gegner. In den entscheidenden Wochen könnte ihnen das nicht nur in der Liga zum Problem werden - mit der Heimniederlage gegen Mainz steht, so übertrieben es zunächst klingen mag, die ganze Saison auf der Kippe.

FC Bayern München in völlig ungewohnter Situation

Eine Pleite gegen Dortmund hätte zweierlei zur Folge: Den Dortmundern würde die plötzliche Aussicht, doch wieder um den Titel mitzuspielen, Selbstvertrauen und Antrieb für das letzte Saisondrittel bescheren; und die Bayern wären in der für sie völlig ungewohnten Situation, zwei Spiele in Folge verloren und plötzlich einen Verfolger im Nacken zu haben. Nicht besonders gewagt ist zudem die Prognose, dass Pep Guardiola kaum zu den großen Krisenmanagern der Trainerzunft zählt. Nicht nur, weil er in seiner bisherigen Laufbahn kaum eine meistern musste.

Wenn die Bayern jetzt nicht aufpassen, entgleitet ihnen im schlimmsten Fall die ganze Saison. Das Worst-Case-Szenario sieht ungefähr so aus: Der BVB gewinnt das Top-Duell und nutzt die anschließende Euphorie, um von Sieg zu Sieg zu fliegen - während die Bayern aufgrund naturgemäß aufkommender Unruhe noch den einen oder anderen Punkt liegen lassen (mit Gladbach, Hertha und Schalke warten immerhin noch drei Anwärter auf die Champions-League-Plätze); im Pokal-Halbfinale gegen Bremen erinnert sich Claudio Pizarro noch einmal an die Schwachstellen der alten Kollegen und schießt den FC Bayern im Alleingang ab, Leverkusen-Style; und im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals geht Juve früh in Führung und macht hinten dicht.

Ein Sieg in Dortmund ist dringend notwendig

Zugegeben, klingt leicht unrealistisch, aber so klingt eine Heimniederlage der Bayern gegen Mainz auch. Im Fußball entwickeln Negativspiralen nicht selten ungeahnte, bisweilen unerklärliche Sogwirkung, auch auf die stärksten Spitzenmannschaften. Und mit der Verletztensituation, der aktuellen Anfälligkeit für Fehler und der Pleite gegen Mainz haben die Spieler theoretisch den Grundstein gelegt. Praktisch reicht natürlich schon ein Sieg in Dortmund, und schon ist Schluss mit allen Worst-Case-Szenarien. Aber genau deshalb ist dieser Sieg in Dortmund auch so dringend notwendig.

tim
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