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Wer wird neuer Bayern-Trainer? Die Kandidaten und ihre Chancen

Zeitnah wollen die Verantwortlichen des FC Bayern München den Nachfolger des entlassenen Trainers Carlo Ancelotti präsentieren. Aber wer ist überhaupt zu haben? Und wer zählt zu den realistischen Optionen?

Trainer-Kandidaten FC Bayern München

Kandidaten für den Trainerposten des FC Bayern München: Thomas Tuchel, Luis Enrique, Julian Nagelsmann, Jürgen Klopp (v. l. n. r.)

Carlo Ancelotti ist nicht mehr Trainer des , sein bisheriger Assistent Willy Sagnol übernimmt als Interimslösung. "Die Leistungen unserer Mannschaft seit Saisonbeginn entsprachen nicht den Erwartungen, die wir an sie stellen", hat Karl-Heinz Rummenigge deutlich gemacht. Der Vorstandschef fordert: "Ich erwarte jetzt von der Mannschaft eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen."

Aber wer wird diese gewünschte Entwicklung als neuer Cheftrainer bei den Bayern vorantreiben: ein renommierter Star, ein junger Coach, eine Überraschungslösung?

FC Bayern München: Thomas Tuchel, der Favorit?

Zahlreiche Namen werden bereits gehandelt - der erweiterte Kandidatenkreis im Überblick:

1) Thomas Tuchel

Zurzeit erholt sich der 44-Jährige noch vom spektakulär-unschönen Ende seiner Zeit bei Borussia Dortmund. Entsprechend könnte Tuchel auch sofort einspringen. Fachlich ist er ohnehin über jeden Zweifel erhaben, was ihn zumindest unter den deutschsprachigen Kandidaten zur nahe liegenden Luxuslösung macht. Allerdings wird auch den Bayern nicht entgangen sein, dass Tuchel beim BVB am Ende mit zahlreichen Verantwortlichen des Vereins über Kreuz lag. Auch viele Spieler soll er gegen sich aufgebracht haben. Die entscheidende Frage, die deshalb an der Säbener Straße diskutiert werden muss: Trauen die Macher dem früheren Mainzer die Moderation des Kaders zu - wenn schon eine Vaterfigur wie Carlo Ancelotti genau daran gescheitert ist?

2) Julian Nagelsmann

Theoretisch bringt der 30-Jährige viele Qualitäten mit, die ihn zu einem absoluten Wunschkandidaten für den Trainerposten auf der Bayern-Bank machen: Er ist Bayer, baut gerade in München ein Haus und machte aus seinem Traum, irgendwann für den FCB zu arbeiten, gerade erst sehr öffentlichkeitswirksam keinen Hehl. Auch wenn er seine Aussagen kurze Zeit später relativierte: Auf lange Sicht ist Nagelsmann definitiv ein heißer Kandidat. Aber ist er auch jetzt schon "alt" genug für die Bayern? Und würde er sein Hoffenheimer Projekt tatsächlich von heute auf morgen verlassen?

3) Jürgen Klopp

Klopp ist Kult beim FC Liverpool, auch wenn es in seinem dritten Jahr an der Anfield Road zurzeit verstärkt Diskussionen über Taktik, Defensivverhalten seines Teams und die Kaderplanung im allgemeinen gibt. Die "Bild"-Zeitung hat ihn bereits als "idealen" Ancelotti-Nachfolger ins Spiel gebracht. Für die Medien wäre er das definitiv: Klopps Strahlkraft in Kombination mit dem wichtigsten Trainerposten im deutschen Vereinsfußball würde eine spektakuläre Kombination verheißen. Zudem hat Uli Hoeneß es in der Vergangenheit schon einmal öffentlich bereut, vor gut neun Jahren nicht Klopp, sondern Jürgen Klinsmann als Coach verpflichtet zu haben. Problem: Der Vertrag des 50-Jährigen in Liverpool läuft noch bis 2022.

4) Luis Enrique

Der 47-Jährige hat als Trainer des FC Barcelona die Champions League gewonnen - das ist schon mal eine ähnliche Visitenkarte, wie sie Ex-Bayern-Coach Pep Guardiola vorweisen konnte. An dessen Ära erinnern sie sich in München zuletzt zunehmend mit Wehmut. Allerdings umweht Enrique längst nicht die revolutionäre Aura des heutigen Trainers von Manchester City. Seine Bilanz ist dennoch ähnlich spektakulär: In seiner dreijährigen Amtszeit als Barca-Coach konnte er den sagenhaften Punkteschnitt von 2,41 verbuchen. Sofort zu haben wäre der seit Sommer vereinslose Enrique ebenfalls.


5) Lucien Favre

Es gab eine Zeit, da wurde der frühere Trainer von Borussia Mönchengladbach regelmäßig als Kandidat für die ganz großen Vereine gehandelt. Das ist noch gar nicht so lange her. Seit er 2016 in Nizza anheuerte, war Favre ein wenig aus dem Fokus geraten - galt aber lange als Favorit auf die Tuchel-Nachfolge beim BVB. Allerdings verweigerten die Verantwortlichen des Ligue-1-Klubs dem 59-Jährigen die Freigabe. Unwahrscheinlich, dass sich diese Haltung binnen weniger Monate geändert hat. Ebenso fraglich, ob der eigenwillige Favre der richtige Mann wäre, um das schwierige Spielerpersonal beim deutschen Rekordmeister in den Griff zu bekommen.

6) Willy Sagnol

Zugegeben, besonders wahrscheinlich ist diese interne Lösung auf Dauer nicht: Aber sollte der bisherige Assistenztrainer die Mannschaft in Rekordzeit erreichen und die Ergebnisse stimmen, könnte Sagnol ein Thema werden. Im Verein ist der Franzose nach seinen knapp neun Jahren als Spieler eine Legende, die Verantwortlichen halten viel von ihm. Seine Karriere als Cheftrainer beschränkt sich bisher aber auf zwei Jahre bei Girondins Bordeaux. Unter normalen Umständen würde so wenig Erfahrung den 40-Jährigen als Kandidaten unmöglich machen. Aber normale Umstände herrschen zur Stunde nicht beim FC Bayern.

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