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Freiburg erkämpft Punkt gegen Leverkusen

26. Januar 2013, 20:24 Uhr

Dämpfer im Breisgau: Leverkusen erreichte gegen starke Freiburger nur ein torloses Remis, verdrängte aber Dortmund wieder vom zweiten Tabellenenplatz. Frankfurt und Mainz bleiben oben dran.

Fußball-Bundesliga, Schalke Mainz, Frankfurt, Fürth

Der Freiburger Verteidiger Vegar Hedenstad (r.) attackiert Leverkusens Sebastian Boenisch.©

Bayer Leverkusen hat im Rennen um einen Platz in der Champions League einen leichten Dämpfer erlitten. Die Mannschaft des Trainerduos Sami Hyypiä/Sascha Lewandowski kam am Samstagabend beim SC Freiburg nicht über ein torloses Remis hinaus. Bayer bleibt dennoch mit nun 37 Zählern Zweiter in der Fußball-Bundesliga hinter Branchenprimus FC Bayern München. Freiburg liegt mit 28 Punktenweiter auf Europa-League-Kurs.

Zuvor hat Eintracht Frankfurt wieder Kurs auf einen Champions-League-Platz genommen, während der Schalke 04 die Spitzengruppe endgültig aus den Augen zu verlieren droht. Die Königsblauen kamen im zweiten Spiel unter der Regie von Coach Jens Keller nicht über ein 0:0 beim FC Augsburg hinaus und liegen bereits sieben Punkte hinter Platz drei zurück. Die Eintracht besiegte 1899 Hoffenheim mit 2:1 und wahrte den Abstand von drei Zählern auf Leverkusen und Dortmund.

Kein Spitzenspiel zwischen Freiburg und Leverkusen

Die Derbys am 19. Spieltag endeten mit Siegen der Hausherren: Borussia Mönchengladbach gewann gegen Fortuna Düsseldorf mit 2:1, mit dem gleichen Resultat setzte sich Hannover 96 gegen den VfL Wolfsburg durch. Am Tabellenende ist Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth nach dem 0:3 gegen den FSV Mainz 05 um eine weitere Hoffnung ärmer.

Spitzenpartie des 19. Spieltags? Fehlanzeige! Freiburg und Bayer Leverkusen zeigten Unkonzentriertheiten und leisteten sich Fehlpässe. Erst nach 15 Minuten nahm das Duell Fahrt auf. Nach einer Flanke von Vegar Eggen Hedenstad traf Jan Rosenthal (17.), der nach seiner Gelb-Rot-Sperre Karim Guédé in der Freiburger Startelf ersetzte, jedoch nur die Latte.

Im Gegenzug hatte Kapitän Simon Rolfes (18.) die bis dato beste Leverkusener Chance. Eine Diagonalhereingabe von Daniel Carvajal setzte der Sechser aus rund zwölf Metern aber neben das Gehäuse von SC-Schlussmann Oliver Baumann. Vom Schwung aus dem 3:1-Sieg zum Rückrundenauftakt gegen Eintracht Frankfurt war bei der Leverkusener Elf, die am kommenden Wochenende zum Topspiel Meister Borussia Dortmund empfängt, wenig zu sehen. Das vielgelobte Offensivtrio Gonzalo Castro/Stefan Kießling/André Schürrle bekam keinen Stich.

Löw: Hart umkämpftes Spiel

Die Freiburger Überraschungsmannschaft dagegen, die sich schon vor einer Woche in Mainz ein 0:0 erarbeitet hatte, war im Spielaufbau schwungvoller. Vor allem die rechte Seite um den angriffslustigen Norweger Hedenstad und Jonathan Schmid sorgte für Betrieb. Die nötige Effektivität blieben die Breisgauer in der ersten Hälfte dennoch schuldig.

"Das Spiel ist hart umkämpft. Beide stehen defensiv gut", befand Bundestrainer und Tribünengast Joachim Löw in der Halbzeit beim TV-Sender Sky. Auch für Goalgetter Kießling hatte er warme Worte: "Kießling ist bei uns immer auf dem Zettel." In Miroslav Klose (Lazio Rom) und Mario Gomez (FC Bayern) habe die Nationalmannschaft aber schon "zwei Top-Leute". Bis zur WM sei jedoch noch Zeit.

Freiburg wollte nach dem Wechsel die Negativserie gegen Bayer beenden - Leverkusen hatte die vergangenen vier Gastspiele im Breisgau gewonnen. Max Kruse (52.) scheiterte aber an Bernd Leno. Zuvor war ein Schuss von Rolfes, der den Ball allerdings nicht richtig traf, auf der Linie geklärt worden. Schürrle (71.) traf in einer schwachen zweiten Hälfte nur den Pfosten, sieben Minuten vor dem Schlusspfiff war Baumann bei ihm erneut auf dem Posten.

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Angstgegner geschlagen: Frankfurts Martin Lanig erzielt den Führungstreffer gegen Hoffenheim.©

Aigner schießt Frankfurt zum Sieg

Mit dem ersten Bundesliga-Heimsieg gegen den bisherigen Angstgegner 1899 Hoffenheim verteidigte Frankfurt Rang vier. Martin Lanig (35. Minute) und Stefan Aigner (67.) machten mit ihren Treffern den zehnten Saisonsieg für die Hessen perfekt. Kevin Volland (65.) traf für die Kraichgauer, die durch die Niederlage auf Abstiegsrang 17 zurückfielen, weil der jetzt punktgleiche FC Augsburg über die bessere Tordifferenz verfügt.

Die Schwaben standen gegen Schalke sogar dicht vor ihrem zweiten Erfolg nach der Winterpause. Der Abstiegskandidat verzeichnete bei der Nullnummer ein klares Chancenplus, hatte aber mehrfach Pech im Abschluss oder scheiterte an 04-Schlussmann Timo Hildebrand. Schalke musste durch das Remis den fünften Rang an Mainz abgeben.

Borussia Mönchengladbach nimmt wieder einen internationalen Startplatz ins Visier, bei Fortuna Düsseldorf geht der Blick sorgenvoll nach unten. Im ersten Niederrhein-Derby in Gladbach seit 16 Jahren geriet der Aufsteiger durch Abwehrschnitzer frühzeitig ins Hintertreffen. Fortuna-Abwehrspieler Juanan (6.) per Eigentor und Patrick Herrmann (14.) leiteten die zweite Rückrunden-Niederlage der Düsseldorfer ein, die durch Dani Schahin (50./Handelfmeter) nur noch zum Anschlusstor kamen. Dagegen überstand die Borussia auch das neunte Pflichtspiel nacheinander unbesiegt.

Fürth so gut wie abgestiegen

Hannover 96 bleibt nach dem in Unterzahl errungenen 2:1 gegen den Nachbarn Wolfsburg die Nummer eins in Niedersachsen. Tore von Mohammed Abdellaoue (3.) und Mame Diouf (38.) sorgten für die erste Niederlage der "Wölfe" unter Trainer Dieter Hecking. Alexander Madlung (46.) verkürzte für die Gäste. Die 96er mussten fast eine Stunde lang zu zehnt auskommen, denn für Hannovers Neuverpflichtung Sebastien Pocognoli dauerte das Bundesliga-Debüt nur ganze 34 Minuten. Dann sah der Belgier wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

Neuling Greuther Fürth kann auch im neuen Jahr im heimischen Stadion nicht gewinnen. Gegen den FSV Mainz misslang den Franken auch der zehnte Anlauf, den ersten Bundesliga-Sieg vor eigenem Publikum zu feiern. Dabei schien Mainz der ideale Gegner für die Premiere: Bei den Rheinhessen hatte Fürth im August den ersten und bis jetzt einzigen Erfolg im Oberhaus errungen. Adam Szalai (53./84.) mit seinen Saisontoren zehn und elf und Yunus Malli (66.) trafen zum 3:0 und hielten die Mainzer auf Europa League-Kurs.

tis/DPA

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