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Hannover bleibt Bayern-Jäger

Hannover 96 hat mit überlegener Effektivität gegen Nürnberg den dritten Tabellenplatz verteidigt. Auch Leverkusen, Hoffenheim und Bremen gewannen - der HSV verschenkte einen Sieg in Gladbach.

  Hannover trumpft auf: Lars Stindl (2.v.l.) leitet mit seinem Treffer den Erfolg gegen Nürnberg ein.

Hannover trumpft auf: Lars Stindl (2.v.l.) leitet mit seinem Treffer den Erfolg gegen Nürnberg ein.

Dank kalter Effektivität hat Hannover 96 den 1. FC Nürnberg mit 4:1 wieder in die fränkische Heimat geschickt. Für die vier Treffer brauchten die Niedersachsen exakt vier Torschüsse – mehr geht nicht. Mit dem Erfolg im eigenen Stadion hat das Team von Mirko Slomka den dritten Tabellenplatz verteidigt und bleibt erster Verfolger von Bayern München und Eintracht Frankfurt an der Tabellenspitze. "Zehn Punkte - das ist sehr gut. Wir haben umgesetzt, was uns stark macht: Schnelle Balleroberung und Effektivität", sagte 96-Kapitän Steven Cherundolo nach Abpfiff.

Lars Stindl (21. Minute), der überragende Szabolcs Huszti (29.) mit seinem dritten Saisontor und Ya Konan (52./64.) per Doppelpack trafen vor 36.200 Zuschauern für die Elf von Trainer Mirko Slomka. Timothy Chandler (73.) verkürzte für die Franken, die einen äußerst schwachen Tag erwischten, und den Gegner zum Toreschießen geradezu einluden durch zwei schwere Patzer von Abwehrchef Per Nilsson und Markus Feulner. "Ich kann mich nicht erinnern, jemals solche Böcke geschossen zu haben", gestand Nilsson danach.

Vorentscheidung durch Huszti

Mit Rückkehrer Huszti fand Hannover wieder zu der beim 1:3 am Sonntag schmerzlich vermissten Dominanz im Mittelfeld. Der zuletzt wegen einer Gelb-Rot-Sperre fehlende Ungar war Dreh- und Angelpunkt seines Teams und auch am Führungstor maßgeblich beteiligt, als er Jan Schlaudraffs Hereingabe zu Stindl verlängerte. Der Ex-Karlsruher nutzte seine Chance gegen die unaufmerksame "Club"-Abwehr und traf hoch in die Ecke. Dabei hatte Hannover schon in der 10. Minute eine personelle Schwächung verkraften müssen, als Mittelfeldspieler Leon Andreasen mit einer Knieverletzung vom Platz musste. Für ihn kam Manuel Schmiedebach.

Die Nürnberger, die erst kurz vor Spielbeginn mit dem Flugzeug angereist waren, wirkten phasenweise wie von allen guten Geistern verlassen. Nach dem ersten Gegentreffer folgten dann die Auftritte von Nilsson und Feulner. Nilsson ließ sich vor dem eigenen Strafraum von Huszti den Ball abjagen, der den Ball technisch versiert mit dem Außenrist im langen Eck zum 2:0 versenkte. Das war die Vorentscheidung. Von der Offensive der Franken war lange so gut wie nichts zu sehen. 96-Keeper Ron-Robert Zieler wurde nur bei einem Kopfball von Tomas Pekhart (18.) geprüft.

Ya Konan trifft doppelt

Hannover blieb auch im zweiten Durchgang das effektivere Team und profitierte weiter von den Aussetzern der Gäste. Acht Minuten nach Wiederbeginn erwies sich Nilsson erneut als Achillesferse der Abwehr und trieb Trainer Dieter Hecking an der Außenlinie die Zornesfalten ins Gesicht. Der Schwede verlor an gleicher Stelle wie zuvor den Ball gegen Ya Konan, der noch zwei Abwehrspieler aussteigen ließ und zum 3:0 ins verlassene Tor traf.

Dem vierten 96-Treffer ging ein Ballverlust von Markus Feulner im Mittelfeld voraus. Nutznießer war auf Zuspiel von Huszti erneut Ya Konan. Unter Mithilfe von Zieler gelang Chandler wenigstens noch Ergebniskosmetik für Nürnberg.

Lesen Sie die Kurz-Zusammenfassungen der anderen Spiele auf der nächsten Seite.

HSV gibt Führung aus der Hand

Der HSV hat beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach zwei Punkte verschenkt. Rafael van der Vaart brachte die Norddeutschen im Borussia Park mit einem satten Schuss (23.) in Führung. Nach dem Ausgleich durch Martin Stranzl (39.) hatte Artjoms Rudnevs (45.) die passende Antwort parat. In der 55. Minute hätte van der Vaart alles klar machen können, setzte aber einen zweifelhaften Foulelfmeter an den Pfosten. Zuvor hatte Stranzl wegen einer angeblichen Notbremse gegen Ivo Ilicevic Rot von Schiedsrichter Deniz Aytekin gesehen. In Unterzahl rettete Alvaro Dominguez (90.+1) der seit vier Spielen sieglosen Borussia zumindest noch einen Punkt.

Tief in der Krise steckt der VfB Stuttgart. Im Derby gerieten die Gastgeber schon nach vier Minuten in Rückstand, nachdem Hoffenheims Takashi Usami mit einem fulminanten Solo durch die VfB-Abwehr spaziert war. Kurz nach der Pause waren die Stuttgarter dann erneut unaufmerksam, diesmal bestrafte Joselu den Schlendrian. Fabian Johnson (58.) machte dann frühzeitig alles klar. Das Team von Trainer Bruno Labbadia blieb damit auch im fünften Liga-Spiel sieglos. 1899-Coach Markus Babbel, einst selbst Spieler und Trainer beim VfB, kann nach dem zweiten Sieg in Serie erstmal durchatmen.

Leverkusen und Bremen jubeln über Auswärtssiege

Ihren ersten Auswärtssieg der Saison bejubelten die Leverkusener. Äußerst strittig war allerdings der Führungstreffer von Stefan Kießling (7.). Sein Kopfball hatte wohl nicht in vollem Umfang die Linie überschritten. Danach beseitigten jedoch Philipp Wollscheid (39.) und André Schürrle (44.) mit ihren Treffern schon bis zum Pausenpfiff alle Zweifel. Tobias Werner erzielte zumindest das erste Heimtor für die ersatzgeschwächten Augsburger (51.).

Für den SC Freiburg bleiben die Bremer ein Angstgegner. Seit mehr als elf Jahren haben die Breisgauer gegen die Norddeutschen nicht gewonnen. Zwar brachte Jonathan Schmid die Hausherren (36.) per Freistoß in Führung, Joseph Akpala (48.) und Aaron Hunt (59.) drehten jedoch die Partie für Werder. Dem Team von Trainer Thomas Schaaf gelang damit die Generalprobe für das Topspiel gegen die Bayern am Samstag.

Tim Schulze mit Agenturen

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