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Leverkusen siegt mit zehn Mann gegen Düsseldorf

Auf dem Vormarsch: Mit zehn Mann hat Bayer Leverkusen einen knappen Sieg gegen Düsseldorf über die Zeit gerettet und ist auf den vierten Tabellenplatz geklettert. Auch Bremen machte einen Sprung.

  Die Leverkusener Spieler Lars Bender (v.l.n.r.), Stefan Kießling, Daniel Carvajal und Gonzalo Castro jubeln über Castros Treffer zum 3:1.

Die Leverkusener Spieler Lars Bender (v.l.n.r.), Stefan Kießling, Daniel Carvajal und Gonzalo Castro jubeln über Castros Treffer zum 3:1.

Duschen brauchte Bayer Leverkusens Kapitän Simon Rolfes nach dem 3:2 (2:1) im rheinischen Derby nicht. 75 Sekunden nach seiner Einwechslung ahndete Schiedsrichter Felix Brych ein Foul an Adam Bodzek beim 2:1 mit einem Platzverweis und ließ die Bayer-Entourage "rot" sehen. "Der Schiedsrichter hat es spannend gemacht", meinte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler bemüht gelassen. "Ich bin ruhig, wäre es aber nicht, wenn wir verloren hätten."

Kein Verständnis hatte auch Rolfes selbst für die erste Rote Karte seiner Karriere. "Es war maximal ein Foul. So etwas ist mir auch noch nicht passiert", sagte der Mittelfeldspieler. Die dezimierte Werkself steckte diese zweifelhafte Referee-Entscheidung zunächst ungerührt weg und erzielte wenige Sekunden später das 3:1 durch Gonzalo Castro. Zuvor hatten Sidney Sam (16.) und André Schürrle (41.) die ersten Bayer-Treffer erzielt, den 1:2-Anschluss hatte Nando Rafael (40.) geschafft.

Bayer ist elf Pflichtspiele ohne Niederlage

"Wir sind ziemlich zufrieden, wie die Mannschaft inzwischen Rückschläge wegsteckt", lobte Leverkusens Cheftrainer Sascha Lewandowski. Allerdings mussten er und die 27.153 Zuschauer nach dem 3:2 ausgerechnet durch Bodzek (86.) noch mal um den Sieg zittern. "Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht und uns selbst zum 1:3 eingeladen", nannte Fortuna-Trainer Norbert die entscheidenden Fehler, zollte seiner Elf aber auch Respekt: "Sie hat sich bis zum Schluss nicht hängen lassen." Enttäuscht war Düsseldorfs Axel Bellinghausen: "Wir haben uns wieder zerrissen, alles gegeben, aber es nicht geschafft, uns zu belohnen."

Bayer ist nach dem elften Pflichtspiel ohne Niederlage an Meister Borussia Dortmund vorbei auf Tabellenrang vier geklettert und hat nach dem 2:1 bei Bayern München und dem Weiterkommen im DFB-Pokal in Bielefeld eine erfolgreiche Arbeitswoche beendet. "Mit diesen drei Punkten haben wir den Sieg in München vergoldet, das war wichtig", meinte Rolfes. Bayer-Mittelstürmer Stefan Kießling pflichtete ihm bei: "Das war das I-Tüpfelchen. Es ist eine schöne Serie." Und der erste Heimsieg gegen die Fortuna seit 26 Jahren.

Jetzt wartet Rapid Wien

Am Donnerstag könnten die Leverkusen mit einem Sieg in der Europa League gegen Rapid Wien fast schon den Einzug in die K.o.-Runde perfekt machen. Ob auch das Weiterkommen im DFB-Pokal möglich ist? In der dritten Runde muss Bayer beim VfL Wolfsburg antreten.

"Die kommenden Wochen werden knallhart werden", sagte Lewandowski auch mit Blick auf eine lange Verletztenliste. Verteidiger Daniel Schwaab (Bänderriss) fällt bis Jahresende aus, Karim Bellarabi plagt eine Schambeinentzündung, Stammtorwart Bernd Leno (Ellenbogen) soll Anfang der Woche ins Training zurückkehren, Philipp Wollscheid leidet an einer schweren Grippe. Um den Ausfall von Schwaab und Michal Kadlec auf der linken Verteidigerposition zu kompensieren, verpflichtete Bayer den polnischen Nationalspieler Sebastian Boenisch.

Auch Werder macht einen Sprung

Im zweiten Sonntagsspiel hat Aaron Hunt Werder Bremen in der Tabelle nach vorne geschossen. Der Kapitän der Hanseaten erzielte beim 2:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 beide Treffer. Zunächst brachte er Werder mit dem 2800. Bundesliga-Tor der Club-Geschichte in Führung. Fünf Minuten vor Schluss sorgte er vor 39.114 Zuschauern per Freistoß für den Sieg. Adam Szalai (64.) hatte zwischenzeitlich ausgleichen können. Werder kletterte von Platz zwölf der Fußball-Bundesliga auf Rang sieben und liegt nur noch ganz knapp hinter den Europa-League-Plätzen. Mainz rutschte durch die Niederlage auf den achten Rang zurück.

Im Ösi-Duell der Bundesliga mit insgesamt fünf Nationalspielern aus dem Nachbarland spielten beide Teams bei strömenden Regen mit Tempo nach vorne und kamen schnell zu Chancen. Bremen war effektiver und nutzte gleich die erste Möglichkeit. Nils Petersen beschäftigte nach einem fahrlässigen Ballverlust der Gäste gleich drei Mainzer und passte fein auf Hunt, der mit strammen Schuss zu seinem vierten Saisontor einschoss. Mainz ließ sich durch den frühen Rückstand nicht beirren, blieb vor dem Tor gefährlicher als die spielbestimmenden Bremer. Gerade Hunt bestätigte seine gute Form als unermüdlicher Antreiber.

In der zweiten Halbzeit änderte sich nichts am Spiel. Bremen agierte allerdings nicht mehr so bestimmend. Die Folge war der Ausgleich durch einen Kopfball von Adam Szalai (64.), der freistehend Werder-Keeper Sebastian Mielitz überwand. Der Ungar traf im dritten Spiel in Serie und zum sechsten Mal in der Saison. Das Tor nützte den Gästen nichts: Denn Hunt zirkelte einen Freistoß zum Bremer Sieg ins Netz.

tis/DPA/DPA

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