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Schalke 04 bindet Julian Draxler bis 2018

Bundesliga-Profi Julian Draxler hat seinen Vertrag beim SC Schalke 04 um zwei Jahre verlängert. Der bis 2018 laufende Kontrakt beinhaltet laut Medienbericht eine Ausstiegsklausel mit Rekord-Ablöse.

  Will bis 2018 für Schalke spielen und jubeln: Julian Draxler

Will bis 2018 für Schalke spielen und jubeln: Julian Draxler

Für Julian Draxler ist die Verlängerung des Vertrages beim FC Schalke 04 bis 2018 ein besonderer Liebesbeweis. "Es ist zu hundert Prozent eine Herzensangelegenheit für mich", sagte die 19 Jahre alte Identifikationsfigur des Fußball-Bundesligisten bei der offiziellen Bekanntgabe. "Natürlich spielt auch die sportliche Perspektive eine Rolle. Ich sehe mich am rechten Platz und rechten Ort."

Froh ist auch Schalke, den gewichtigen Garanten für die Zukunft lange an sich gebunden zu haben. "Er ist durch und durch blau und weiß. Es war zur rechten Zeit ein Bekenntnis zu uns", freute sich 04-Manager Horst Heldt. Draxler wird nicht nur erheblich mehr verdienen, sondern sportlich aufgewertet und die Nummer 10 statt wie bisher ein Trikot mit der 31 zu tragen. "Es war ein Wunsch von ihm. Er ist ein zentrales Thema und ein Spielgestalter, der das Spiel lenken soll", so Heldt. "Die Zehn passt dann auch besser zu Julian."

Ablösesumme: 40 Millionen Euro

Die Schalker haben sich die Dienste des Nationalspielers formal für fünf Jahre gesichert, eine vorzeitige Abwanderung ist deshalb nicht ausgeschlossen. Das neue Vertragswerk soll eine Ausstiegsklausel enthalten, die dem Ruhrgebiets-Club eine Ablösesumme von rund 40 Millionen Euro bei einer Trennung vor 2018 einbringt.

Dies wäre das höchste Ausstiegsgeld im deutschen Profi-Fußball. Bayern München muss für die Verpflichtung von Mario Götze an Borussia Dortmund 37 Millionen Euro überweisen. Schalke, das die Bezüge von Draxler auf drei Millionen Euro verdoppelt haben soll, kann sich also in jedem Fall als Gewinner des großen Deals feiern.

"Julian ist ein begehrter Spieler. Er spielt seit Kindesbeinen bei Schalke", sagte Heldt. Irgendwann werde es in seiner Karriere einen Zeitpunkt geben, das er vor der Wahl steht, weiter bei Schalke zu bleiben oder den Verein zu wechseln. "Sollte Julian vorzeitig den Club verlassen, können wir mit dem Geld vielleicht kein neues Stadion bauen", erklärte Heldt. Man könne dann jedoch stolz sein, was er für den Verein sportlich und auch finanziell bis dahin gebracht hat. Heldt: "Das hat sich dann ordentlich gewaschen."

Strategisch geplant und ungewöhnlich inszeniert

Während der Götze-Wechsel holterdiepolter vor den Halbfinalspiels der Champions League bekannt wurde, hat Schalke die Verkündung des Draxler-Verbleibs strategisch geplant und ungewöhnlich inszeniert. Auf der Website waren zunächst Kapitän Benedikt Höwedes und Jungspieler Max Meyer, die ihre Verträge bis 2017 verlängerten, sowie Joel Matip (bis 2016) zu sehen - und ein unbekannter vierter Kicker, dessen Identität am Freitag gelüftet wurde: Julian Draxler.

Außerdem wurden schon am Donnerstag Werbetrucks mit einem Plakat ("Mit Stolz und Leidenschaft bis 2018") durch die Straßen Gelsenkirchens und Umgebung geschickt, um die frohe Kunde zu verbreiten. "Ich bin extra durch meinen Stadtteil Burr gefahren und habe mich so gefragt, was in den zweieinhalb Jahren passiert ist - vom kleinen Jungen zum Leistungsträger", sagte Draxler.

Fußball-Juwel Draxler hat eine rasante Entwicklung genommen. Von 2001 an spielte er zehn Jahre in der Jugend von Schalke und feierte sein Profi-Debüt im Januar 2011. Im März bestritt er sein 100. Pflichtspiel im blau-weißen Trikot mit 19 Jahren und 170 Tagen: So früh erreichte noch kein Bundesligaspieler diese Marke. Zudem ist er der jüngste Pokal-Sieger, jüngster Torschütze im Pokal-Finale und mit 19 Jahren und 5 Tagen jüngster Spieler mit 50 Liga-Einsätzen und jüngster deutscher Torschütze in der Champions League.

Champions-League-Qualifikation viel wert

Nach dem Draxler-Coup hat Manager Heldt weiter viel zu tun, um Schalke zum schlagkräftigen Konkurrenten für den Meister aus München und dem Erzrivalen aus Dortmund zu formen. Einfacher würde es für ihn werden, wenn am Samstag ein Sieg gegen den VfB Stuttgart gelingt und die Champions-League-Qualifikation fest eingeplant werden könnte.

Sollten die Schalker dies schaffen, dürfte auch Chefcoach Jens Keller auch in der nächsten Saison auf der Bank sitzen. Allerdings sind die Spekulationen um eine neue Trainerlösung mit Stefan Effenberg von Heldt am Freitag nicht ausgeräumt worden.

tkr/Andreas Schirmer/DPA/DPA

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