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Horror-Verletzung von Gentner sorgt für Debatte um Videobeweis

Stuttgart-Kapitän Christian Gentner wurde beim Spiel gegen Wolfsburg übel mit dem Knie am Kopf getroffen und musste verletzt ausgewechselt werden. Der Zusammenstoß löste eine erneute Debatte um den Videobeweis aus.

Kapitän vom VfB Stuttgart hat sich beim Zusammenprall mit Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels schwere Kopfverletzungen zugezogen. "Er hat definitiv eine schwere Gehirnerschütterung und wohl auch ein paar Knochen im Gesicht gebrochen", sagte VfB-Trainer Hannes Wolf nach dem 1:0-Erfolg am Samstag. "Aber die Ärzte sagen, er wird wieder okay. Wir hoffen, dass er bald wieder gesund ist." Gentner war in der 84. Minute vom herauseilenden Casteels mit dem Knie am Kopf getroffen und anschließend mit einer Trage aus dem Stadion gebracht worden.

Schiedsrichter hat die Szene nach Angaben von DFB-Schiedsrichter-Manager Hellmut Krug "im Spiel direkt als unglücklichen Zusammenprall bewertet". Deshalb gab der Referee in der Partie der Stuttgarter gegen den VfL Wolfsburg am Samstag keinen Foulelfmeter, wie Krug sagte. 

Video-Schiri bestätigte Entscheidung

"Dennoch nahm er in der Spielunterbrechung Kontakt zum Video Assistenten auf, der diese Einschätzung nach Ansicht der TV-Bilder bestätigte. Deshalb wurde die Entscheidung nicht korrigiert", sagte Krug, der auch Projektleiter Videobeweis ist. Winkmann habe die Szene nicht als Foul gewertet, "da der Wolfsburger Torhüter ausschließlich den Ball im Blick hat, klar wegfaustet und Christian Gentner nicht kommen sieht", erklärte Krug.

"Das interessiert mich jetzt gar nicht, die Schiedsrichter haben so einen schweren Job. Mich interessiert nur, dass unser Kapitän hoffentlich schnell wieder gesund wird", sagte Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke. Die Verlängerung der ohnehin schon beeindruckenden Heimserie verkam beim VfB durch Gentners Verletzung zur Nebensache. Sichtlich mitgenommen schlichen Spieler und Trainerteam nach dem 1:0 vom Platz. "Wir sind in Gedanken bei unserem Captain", sagte Trainer . Dass der Bundesliga-Aufsteiger 2017 in der heimischen Arena weiter ungeschlagen sind, spielte zunächst kaum eine Rolle.

Diskussionen um Video-Beweis

Sky-Schiri-Experte Markus Merk sah in dem Vorgehen von Casteels ein klares Foul, das mit einem Elfmeter hätte geahndet werden müssen. Der Video-Schiedsrichter habe in seinen Augen eingreifen müssen, so Merk. Auch in den sozialen Netzwerken wurde über die Entscheidung fleißig diskutiert. Viele Nutzer waren der Meinung, dass der Zusammenstoß als Foul hätte gewertet werden müssen.

Verursacher Casteels bedauerte die schwere Verletzung Gentners, beurteilte die Szene allerdings ähnlich wie der Schiedsrichter. "Wenn das Foul ist, muss man die ganze Jugendausbildung umstellen, ab fünf, sechs Jahren", sagte er. Schon da werde Torhütern beigebracht, "dass du das linke Knie mitnimmst, wenn du mit rechts hochgehst, 99 Prozent der Torhüter machen das so".

fin mit/DPA

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