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Keiner fordert so viel Unsinn wie Karl-Heinz Rummenigge

Karl-Heinz Rummenigge will eine Setzliste für die Champions League. Dumm nur, dass es die schon gibt. Zum wiederholten Mal stellt der Bayern-Boss Forderungen, die außer ihm niemand nachvollziehen kann.

Ein Kommentar von Tim Sohr

Karl-Heinz Rummenigge mit Zigarre

Nach Erfolgen wie gegen Juventus denkt Karl-Heinz Rummenigge auch mal an die anderen. Sonst eher nicht.

Seit 1983 ist Karl-Heinz Rummenigge eine Fußnote der Musikgeschichte. Das englische Pop-Duo Alan & Denise sang seinerzeit eine Hymne auf den damaligen Bayern-Stürmer. Ein klassisches One-Hit-Wonder, ganz im Gegensatz zum Besungenen - der ist eher ein Dauerbrenner. Unter den Nervtötern im Fußballzirkus.

"A man with sexy knees", sangen Alan & Denise über Rummenigge, und auf seine Torjägerqualitäten gemünzt: "He puts it in, he puts it in." He puts it in? Er lässt es raus, das träfe es heutzutage besser. Er lässt in seiner Funktion als Bayern-Boss einfach alles raus, was ihm gerade so in den Sinn kommt.

Jüngstes Beispiel: Seine absurde Forderung nach einer Setzliste in der Champions League - die es dummerweise schon längst gibt. Ist Rummenigge doch egal: "Irgendwann reicht's mir mit dem Schicksal", formulierte er es nach dem glücklichen Münchener Sieg im Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus Turin trotzig wie ein kleiner Junge. Verständlich, war ja auch ganz schön knapp für die Bayern. Aber für Juve täte es ihm leid. Echt ungerecht, dass so eine starke Truppe schon so früh die Segel streichen muss. Dass die Turiner nur Sieger ihrer Vorrundengruppe hätten werden müssen, um den großen Bayern aus dem Weg zu gehen (so sieht es nämlich die SETZLISTE vor), war offenbar nicht bis zu Rummenigge vorgedrungen.

Karl-Heinz Rummenigge: Mitgefühl nur als Gewinner

Ein typischer Rummenigge war das: Vordergründig gab er den noblen Sieger und zeigte Mitgefühl mit dem unglücklich unterlegenen Gegner. Der junge ZDF-Moderator Jochen Breyer fiel während der Übertragung prompt drauf rein und bezeichnete Rummenigge als "guten Gewinner". In Wirklichkeit ging es dem aber, wie immer, nur um sich selbst und um seine Bayern.

Ist doch normal, erwidert da der Zyniker, so ist das Geschäft - jeder ist sich selbst der Nächste, erst recht in der skrupellosen Fußballbranche. Das Problem mit Rummenigge: Er hat die so unglaubwürdige wie unerträgliche Angewohnheit, seine unsinnigen Forderungen immer im Auftrag des großen Ganzen, ja, im Sinne des Fußballsports als solchem zu formulieren.

Was hat Rummenigge nicht schon alles revolutionieren wollen! Die "Flut von Länderspielen" wollte er reduzieren, um "den Fußball zugunsten der Spieler zu verbessern und dieser Hatz ein Ende zu setzen." Dass er zugleich das Reisepensum des Bayern-Kaders zugunsten der Erschließung neuer Märkte von Asien bis Amerika exorbitant erhöht? Geschenkt. Oder die Milliarde Euro an Fernsehgeldern, die er sich wünschte, um die Konkurrenzfähigkeit von Bayern München, äh, des deutschen Fußballs zu gewährleisten. Leider merkt der ehemalige Weltklassestürmer dabei nie, dass ihm jeglicher Charme abgeht, um seine egoistischen Motive als edle Absicht zu tarnen.

Am liebsten die Siegerzigarre im Mund

"Rummenigge", haben Alan & Denise damals gesungen, "he puts it in": Am liebsten die Siegerzigarre in den Mund, beim Champions-League-Bankett der Bayern. Sie sei ihm gegönnt. In allen anderen beruflichen Lebenslagen wäre er aber gut beraten, den Mund nicht mehr so voll zu nehmen. Denn so viel Unsinn wie Karl-Heinz Rummenigge fordert in der Bundesliga keiner.

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