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"Djilobodji John": Werder-Profi sorgt mit Kopf-ab-Geste für Aufregung

Bisher fiel Chelsea-Leihgabe Papy Djilobodji beim SV Werder Bremen vor allem mit starken Leistungen auf. Im Spiel gegen Mainz sorgt er allerdings für eine hässliche Szene - in deren Bewertung sich die Werder-Verantwortlichen nicht ganz einig sind.

SV Werder Bremen: Papy Djilobodji in der Diskussion mit Schiedsrichter Manuel Gräfe

Papy Djilobodji (M.) während des Spiels zwischen dem SV Werder Bremen und Mainz im Streitgespräch mit Schiedsrichter Manuel Gräfe

"Papy ist ein herzensguter Junge", sagte Werder-Sportdirektor Thomas Eichin nach dem Bremer 1:1 gegen Mainz. Ein Versuch, die Aufregung über den Aussetzer seines Verteidigers Papy Djilobodji in Grenzen zu halten. Der hatte seinem am Boden liegenden Gegenspieler Manuel de Blasio nach einem Zweikampf mit der Kopf-ab-Geste gedroht. Der DFB hat Ermittlungen aufgenommen. "Der Kontrollausschuss untersucht diesen Vorgang", teilte Mediendirektor Ralf Köttker mit. Alles Weitere werde das Gremium "zeitnah entscheiden".

Die Bewertung der Szene fiel bei den Werder-Verantwortlichen unterschiedlich aus. Während der Senegalese selbst sich nach dem Spiel "zu müde" für eine Äußerung fühlte, fand Eichin die Szene halb so wild: Wahrscheinlich habe Djilobodji dem Mainzer bloß Schauspielerei unterstellen wollen. Werder-Trainer Viktor Skripnik sprach hinterher von einer "emotionalen Sache", Djilobodji habe "Temperament", sei ein "afrikanischer Typ. Ich hätte das nie gezeigt", so der Ukrainer, der eine mögliche Sperre nicht ausschließen wollte: "Ich akzeptiere alles, was kommt."

Das Fußballmagazin "11 Freunde" taufte Djilobodji ob der martialischen Geste in Anspielung auf den kuwaitisch-britischen IS-Terroristen Jihadi John kurzerhand "Djilobodji John". Im "Sport-1"-Doppelpass war sich die Runde einig, dass es sich um eine sehr hässliche Geste handelt - die "an Menschenfeindlichkeit nicht zu überbieten" sei, so "Bild"-Sportchef Jörg Althoff. Trainer-Veteran Hans Meyer entdeckte in der Szene "gleich drei gelbe Karten: eine für das Foul, eine fürs anschließende Wegschlagen des Balles, eine für die Geste". Wobei Letztere im Spiel überhaupt nicht geahndet wurde und sonst wohl auch eine Rote Karte nach sich gezogen hätte.

SV Werder Bremen: Djilobodji erinnert an Deniz Naki

Im November 2009 hatte Deniz Naki mit einer ähnlichen Aktion für Wirbel gesorgt. Der damalige Angreifer vom FC St. Pauli hatte gegenüber Fans von Hansa Rostock mit der rechten Hand das Abschneiden des Halses angedeutet. Naki war damals wegen krass sportwidrigen Verhaltens nachträglich für drei Spiele gesperrt worden.

tim
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