Der große Bundesliga-Teamcheck

14. Januar 2011, 11:25 Uhr

Endlich: Anpfiff zur Rückrunde. Dortmund wird Meister, Gladbach steigt ab. Oder doch nicht? Wir haben uns bei den Teams umgeschaut - und sagen Ihnen, wohin die Wege führen könnten. Von Klaus Bellstedt und Jens Fischer

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Neuer erster Keeper im Tor der Bayern: Thomas Kraft©

Die Bundesliga startet in die Rückrunde. Nach einer äußerst turbulenten Winterpause haben wir uns gefragt: Wie steht es um die Form der Clubs? Und welche Probleme gibt es in den Vereinen? Wer landet am Ende wo? Der große stern.de-Teamcheck.

Borussia Dortmund:

Das läuft gut: Eigentlich alles. Die Spieler lieben sich, die Fans lieben die Spieler und alle lieben den Trainer. Für den läuft es derzeit wie am Schnürchen, Jürgen Klopp findet die richtige Ansprache und die jungen Emporkömmlinge folgen ihm wie die Lemminge. Hinzu kommt, dass in der Winterpause eine wichtige Personalie geklärt werden konnte: Torwart Roman Weidenfeller, der so stark wie nie ist, hat verlängert. Ergebnis der schwarz-gelben Wohlfühl-Bewegung: ein klasse Testspiel gegen den FC Basel (4:0), ein lockeres 2.2 gegen den RC Lens.

Das läuft schlecht: Es sind wahrlich nur Kleinigkeiten, um die sich der derzeitige "Supertrainer" Klopp Sorgen machen muss. Torjäger Lucas Barrios hatte einen Infekt, ist aber wieder halbwegs fit. Der asiatische Wirbelwind Kagawa weilt beim Asien Cup, halb so wild, er ist in wenigen Wochen wieder da. Das war's auch schon. Wirkliche Probleme sehen anders aus.

Prognose: Kaum vorstellbar, dass sich die Dortmunder noch die Schale klauen lassen. Der Vorsprung ist riesig, das Potenzial der jungen Mannschaft ebenso. Nur ein absoluter Fehlstart mit anschließendem Nervenflattern könnte die große Borussia-Sause noch verhindern.

FSV Mainz 05

Das läuft gut: Die Pause wird den Mainzern gerade recht gekommen sein. Wie kaum ein anderer Bundesligist leben die Senkrechtstarter der Liga vom Spirit und der Leidenschaft. Trainer Thomas Tuchel wird in den vergangenen Tagen genau daran gearbeitet haben. Das Team wird wieder brennen.

Das läuft schlecht: Der Tabellenzweite ist daran, einige Schwachstellen im Kader auszumerzen. Felix Borja und Haruna Babangida sind schon weg, Jan Simak und Morten Rasmussen sollen folgen. Neue sind noch keine da, möglicherweise geht den Mainzern am Ende die Luft aus.

Prognose: Kommt der Mainzer Express ins Rollen, ist alles möglich. Ein Sieg in Stuttgart zu Beginn, dann heißt es Volldampf voraus. Nur: Bringen die Jungstars Lewis Holtby, Andre Schürrle oder Adam Szalai ihre Leistung nicht, dann kann auch schnell der Absturz folgen.

Bayer 04 Leverkusen

Das läuft gut: Es ist wie immer bei der Bayer-Truppe: Technisch super, brillant in Passspiel und ideenreich im Vorwärtsdrang. Das alles war im Trainingslager zu bewundern. Trainer Jupp Heynckes kann zudem wieder auf Stefan Kießling bauen, der dem Zirkus auf dem Platz auch zu Effizienz verhelfen soll.

Das läuft schlecht: Sie sind drei Stars, holt sie herein - nur so einfach ist das nicht: Michael Ballack will spielen, Heynckes lässt ihn nicht. Rene Adler war verletzt und geht ohne Test in die Rückrunde. Und Arturo Vidal, überragend in der Vorrunde, hat private Sorgen und dadurch Trainingsdefizite. Abwarten, vor allem der Fall Ballack birgt Brisanz.

Prognose: Das erste Spiel wird das schwerste. Gegen Dortmund heißt es Essig oder Schampus. Bei einem Sieg ist alles drin, sogar der Titel. Bei einer Niederlage könnte auch der Absturz drohen.

Hannover 96

Das läuft gut: Zusammen sind wir stark. Rennen, kämpfen, ackern, grätschen in jedem Spiel über 90 Minuten - und vorne mit Ya Konan eine Tormaschine, der die wichtigen Tore macht. Der ist wieder fit, die wohl beste Nachricht der Vorbereitung. Halt: auch Hinrunden-Entdeckung Mohammed Abdellaoue ist genesen.

Das läuft schlecht: Nach wie vor gelten Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Jörg Schmadtke als nicht die besten Freunde, Präsident Martin Kind vermittelt zwischen den beiden, was das Zeug hält. Slomka hat dennoch noch nicht verlängert, das könnte in den nächsten Wochen noch für Unruhe sorgen.

Prognose: Bedingungslose Leidenschaft - das Erfolgsrezept der Niedersachsen könnte auch in der Rückrunde funktionieren. Die 96er werden mit den hinteren Plätzen nichts mehr zu tun haben, auch weil sie befreit agieren können. Das Monster "Abstieg" ist bereits verscheucht.

FC Bayern München

Das läuft gut: Von links und rechts soll der bayerische Tornado wüten - und die Liga aus den Angeln heben. Die beiden Außenflitzer Arjen Robben und Franck Ribéry sind so weit wieder hergestellt, dass sie nicht nur die Münchner Modeläden glücklich machen. Sie sollen jetzt endlich zaubern, wirbeln, Tore schießen. Fast vergessen, aber fast genauso wichtig: Die Rückkehr von Holger Badstuber und die Verpflichtung Luis Gustavos, menschgewordener Zement für die bröckelnde Defensive.

Das läuft schlecht: Hausgemacht, aber extrem brisant: Youngster Holger Kraft steht jetzt im Tor, Routinier Jörg Butt schmort auf der Bank. Vielleicht hat Trainer Arie van Gaal alles richtig gemacht, möglicherweise aber auch alles kaputt.

Prognose: Rang zwei ist ein absolutes Muss für die Bayern. Der ist drin, und auch in der Champions League und im DFB-Pokal ist alles möglich. Dafür braucht es allerdings Konstanz - und eine funktionierende Verteidigung.

SC Freiburg:

Das läuft gut: Immer schön am Boden bleiben. Das gilt für die Freiburger Fußball-Philosophie, aber auch für die diesjährige Winterschinderei. Nix Türkei, nix Spanien, nix Portugal - Deutschland war angesagt. Da konnte Robin Dutt in aller Ruhe an seinen Maximen Taktik, Technik, Teamgeist feilen - die Freiburger sind bereit für den Start.

Das läuft schlecht: Die Breisgauer haben ein Verletzungsproblem. Mit Ömer Toprak und Pavel Krmas sind wichtige Abwehrstützen verletzt, vorne bekam Stefan Reisinger in der Halle den K.o. verpasst, Kieferbruch! Die Personaldecke ist also genauso dünn wie das Budget.

Prognose: Abstiegskampf ist out. Das internationale Geschäft aber auch. So werden die Freiburger wie immer schönen Fußball spielen, dieses Jahr im Mittelfeld der Liga.

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