6. Mai 2009, 22:25 Uhr

Barcas Iniesta zerstört Ballacks Endspiel-Traum

Ein Treffer mitten ins Herz von Ballack und Co.: Gegen Barcelona sah es im Rückspiel des Champions-League-Halbfinales lange nach einem hochverdienten Sieg für Chelsea aus. Doch in der Nachspielzeit schlug Andres Iniesta zu und erzielte das 1:1. Im Mittelpunkt des Spiels stand jedoch ein anderer - der Schiedsrichter.

Michael Ballack, FC Chelsea, FC Barcelona, Champions League Halbfinale

Entfesselter Jubel: Iniesta sorgte in letzter Sekunde für die Entscheidung©

Die Ballzauberer des FC Barcelona haben den Champions-League-Traum von Michael Ballacks FC Chelsea zerstört und greifen nach einem dramatischen Last-Minute-Coup erneut nach Europas Fußball-Krone. Die Katalanen kamen am Mittwochabend in Unterzahl zu einem hart erkämpften 1:1 (0:1) und stehen damit vor ihrem dritten Europacup-Erfolg nach 1992 und 2006. Andres Iniesta besiegelte mit seinem Tor in der dritten Minute der Nachspielzeit das bittere Aus von Chelsea, das nach dem Führungstor von Michael Essien (9. Minute) vor 38 000 Zuschauern an der ausverkauften Stamford Bridge bis kurz vor Schluss auf die erneute Finalteilnahme hoffen konnte.

Im Endspiel am 27. Mai im Olympiastadion von Rom fordert Barca nun Titelverteidiger Manchester United zum ultimativen Gipfeltreffen um die wichtigste europäische Vereinstrophäe. Beim Showdown werden dem designierten spanischen Meister allerdings die Defensivspieler Eric Abidal (Rote Karte nach Notbremse gegen Nicolas Anelka /67. Minute) und Daniel Alves (Gelbsperre) fehlen. "Es ist unglaublich dieses Tor in letzter Minute, wir sind im Finale und werden das jetzt genießen", sagte Barcelonas Gerard Piqué.

Ballack muss weiter auf internationalen Titel warten

DFB-Kapitän Michael Ballack - der in der Nachspielzeit nach heftigen Schiedsrichterprotesten die Gelbe Karte sah und im Finale damit ohnehin gesperrt gewesen wäre - muss in jedem Fall weiterhin auf seinen ersten internationalen Titel warten. Nach dem Schlusspfiff kam es zu turbulenten Szenen und verbalen Attacken gegen Referee Tom Henning Övrebö (Norwegen), der Chelsea mehrfach einen geforderten Elfmeter verwehrt hatte.

Vier Tage nach dem Fußball-Feuerwerk beim 6:2 bei Real Madrid konnte Barcelona im Westen Londons keinen Offensivesprit versprühen. Wie beim 0:0 im Hinspiel vor acht Tagen im Camp Nou trat Chelsea dem filigranen Spiel Barcelonas mit einer körperbetonten Defensivtaktik entgegen, setzte offensiv auf Nadelstiche - und gleich der erste tat den Katalanen richtig weh. Der Ghanaer Essien zog aus 22 Metern volley ab und ließ Barca-Torwart Victor Valdes mit seinem Hammerschuss unter die Torlatte keine Chance.

Nichts zu sehen vom Barca-Angriff

Es folgte nur kurz der erneute Chelsea-Rückzug in die eigene Hälfte. Die durch die Ausfälle von Rafael Marquez und Carles Puyol geschwächte Barca-Verteidigung wurde dann vor einige Probleme gestellt. Valdes rettete zweimal gegen Drogba (22./24.). Zweimal blieb ein Elfmeterpfiff Övrebös aus, als Daniel Alves Florent Malouda an der Strafraumgrenze zu Fall brachte (24.) und Abidal kurz darauf Didier Drogba am Trikot niederzog (26.).

Von Barcas fantastischem Sturmpotenzial blieb in Abwesenheit des am Knie verletzten Thierry Henry nichts zu sehen. Auch Lionel Messi konnte sich gegen das blaue Chelsea-Bollwerk nicht entscheidend durchsetzen. In der zweiten Halbzeit intensivierte Barcelona seine Angriffsbemühungen, die besseren Chancen hatte allerdings zunächst wieder Chelsea. Drogba und Malouda (52.) hätten für eine Vorentscheidung sorgen können.

Als Abidal nach seinem Trikotzupfer gegen den auf das Tor zueilenden Anelka Rot sah, war Barca zusätzlich geschwächt. Als alles vorbei schien, schlug Iniesta mit seinem Schuss - dem einzigen auf das Chelsea-Tor im zweiten Durchgang - von der Strafraumgrenze doch noch zu und sicherte Barca den glücklichen Finaleinzug.

Von Henning Hoff/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
Gallagher (08.05.2009, 07:42 Uhr)
Was hier veranstaltet wird...
...ist eine jener Medienhysterien, die uns in allen Ebenen verfolgt. Wo ist der profunde Fußballkenner, der jenseits des Mainstreams seine unbestechliche, kompetente Meinung sagt.
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Was tut man dem Schiri eigentlich an? Der getraut sich doch nie mehr eine objektive Entscheidung zu fällen. Künftig wird er mehr auf die Stadionstimmung eingehen. Dann werden wieder die unglückseeligen Zeiten der "Heimschiedsrichter" anbrechen.
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Es ist zum Kotzen. Erst servieren die "Meinungsmacher uns täglich die politische Einheitssoße und diktieren, wie wir zu denken haben. Nun macht diese Entwicklung auch vor dem Fußball nicht mehr HALT!
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Das Spiel war dramatisch. Chelsea kann einem Leid tun, denn sie sind unglücklich ausgeschieden. Trotzdem ist Barca verdientermaßen im Finale. Sind wir glücklich ein solches Fußballfest miterlebt zu haben und hören einfach damit auf über vermeintliche Fehlentscheidungen zu schwätzen und Ballacks Amoklauf. Dafür hat der Fußball als solcher, an diesem Abend, viel zu viel geboten.
petermeyer (07.05.2009, 13:26 Uhr)
ps: drogba is a diver
sagt übrigens auch sein extrainer josé mourinho.
diver sind einfach das schlimmst im fußball, sie vesuchen zu bescheißen, fallen bei kleinigkeiten und blasen sich dann künstlich auf. mittlerweile hat ja fast jede mannschaft so jemanden , einfach schlimm..die leute gehören pausenlos ausgepfiffen.
petermeyer (07.05.2009, 13:24 Uhr)
um es nochmal zu wiederholen
drogba =diver , das si tin england sehr bekannt. der sollte den ball also lieber ins tor machen , wenn er hunterprozentige chancen hat, als rumzuheueln.
das ist mittlerweile ein starkes stück , wie hier der schiedsrichter angegangen wird und ihm bestechung vorgeworfen wird - deswegen ist ganz sicher ein barca spieler vom platz geflogen , weil barca ihn bestochen hat - manche leute haben wirklich einen hang zu verschwörungstheorien, da schüttlt man nur mit dem kopf.
Dudu (07.05.2009, 12:42 Uhr)
Zum Schiri
Eurosport berichtet folgendes

Zitat: "Angeblich soll sich der norwegische Schiedsrichter bereits zu den kritischen Entscheidungen des Spiels geäußert haben. Die "Sun" behauptet, Ovrebo habe dabei gegenüber UEFA-Offiziellen "entscheidende Fehler" zugegeben..."
Pijey (07.05.2009, 12:33 Uhr)
merkwürdige Kommentare....
...einiger Fussballgelehrten hier.
Also es war in erster Linie ein klasse Fußballspiel, mit viel Tempo und gigantischem Aufwand beider Mannschaften. Das Chelsea keine Chancen zugelassen hat glänzt schon von einer besonderen Klasse bei den Spielernamen die auf dem Platz standen.
Unrühmlicher Glantpunkt bleibt aber der Schiedsrichter dieser Partie.
Es ist schon merkwürdig mit welcher Ignoranz er hier klare Elfmetersituationen verweigert hat. Da wird ein Foul kurzerhand aus dem Strafraum verlegt. Unumstritten sind aber beide Handsituationen. Das hätte in beiden Fällen klar Elfmeter sein müssen. Im ersten Fall ging eine göffnete Hand mit ausgetrecktem Arm zum Ball, klarer geht es nicht. Imzweiten Fall bei Ballack war es sicher keine Absicht un der hintere Oberarm betroffen. Die Regel sagt aber glasklar, wenn bei einem direkten Torschuss die Flugrichtung des Balles durch Hand/Oberarme verändert wird, ist die einElfmeter. Also auch bei Ballack glasklarer Elfmeter.
Es muss schon die Frage erlaubt sein, bei so vielen falschen Entscheidungen, ob da nicht doch Geld im Spiel war. Solch eine Ignoranz, oder absichtliches Wegsehen hat schon einen sehr faden Beigeschmack. Eine Fehlentscheidung ja, aber nicht in dieser Masse.
Es ist zwar gut das es nicht wieder ein rein engl. Duell ist im Endspiel, jedoch die Umstände wie dieses Zusatnde kam bleibt für mich auf sportlich unterstem Niveau und ich kann solchen getricksten Ereignissen nichts abgewinnen.
vegefranz (07.05.2009, 11:16 Uhr)
abgesehn davon, dass jeder Fussballfan sich auf ein Finale unter Beteiligung von Barca nur freuen kann, .......
....., ist schleierhaft, wo da ein (oder mehrere) klare Elfmeter verweigert worden sein sollen
Gallagher (07.05.2009, 10:39 Uhr)
Schiri war gut!
Der Mann hat eine ausgezeichnete Leistung gebracht.
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Die Elfer, die hier einige gesehen haben wollen waren allesamt keine. Eine angeschossene Achselhöhle oder Schulter aus kurzer Entfernung pfeift man einfach nicht. Wenn überhaupt der Schiri eine Fehlentscheidung getroffen hat, dann die Schwalbe von Anelka, auf die er hereingefallen ist und Abidal Rot zeigte.
petermeyer (07.05.2009, 10:32 Uhr)
schuld hat ganz sicher nicht
der schiedsrichter.
ich hab das spiel gestern auf sat1 als neutraler zuschauer gesehen , das mal vorneweg.
derkommentator auf sat1 schien mir aber eher hofberichterstatter von chelsea zu sein. was der gegen den schiedsrichter gemeckert hat ist schon frech. die angeblichen elfmeter, waren -bis evt auf das eine handspiel(unddamit meine ich nicht die aktion in der 96minute, das war schulterblatt und das ist meinen anatominschen kenntnissen zufolge nicht hand/arm) -keine . das waren normale zweikämpfe, wo alle beteiligen gleich vielö gerangelt haben.
drogba ist übrigens auf der insel als schwalbenkönig bekannt.
chelsea (insbeonsde drogba) hat einfach dickste möglichkeiten gegen einen dezimierten gegner ausgelassen, da muß man sich nicht wundern. zum schluß so auszurasten wie ballack und drogba zeugt von schlechtem stil und nicht verlieren können. barca gegen manu wird sicher ein tolles finale, 2 spielstarke mannschaften auf augenhöhe.
PC-Gamer (07.05.2009, 10:05 Uhr)
Schlechter Verlierer ?
Klar hat Drogba teilweise unglücklich agiert im 16 m Raum, aber mindestens 2 mal MUSS es Elfmeter geben, das ist einfach so.
Und wenn sich die Spieler in einem Champions-League Halbfinale nicht aufregen dürfen, wann dann ?
Das zeigt mir nur das da noch Ehrgeiz ist.
Was den Schiedsrichter angeht, auf der einen Seite gibt es bei dem gestolpere eine Rote Karte für Notbremse weil er letzter Mann war, aber Konsequenterweise dann keinen Elfmeter bei Handspiel.
Verdient ins Finale zu kommen sieht anders aus.
gunnarhaeger (07.05.2009, 09:14 Uhr)
Hallo Bayern,
gesehen, wie´s geht? Selbst eine schlechte Barca Mannschaft hat immer noch das Potential, in letzter Sekunde ein Spiel zu entscheiden. Auch wenn es nicht gerecht ist, ABER:
... Elfmeter ist, wenn der Schiri pfeift.
... Wer soviele Chancen versiebt, das rächt sich meistens.
Im Grunde hat sich Chelsea selbst geschlagen, denn auch ein Schiedsrichter ist nur ein Mensch!
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