Vor dem Champions-League-Endspiel zwischen dem FC Barcelona und Manchester United ist es in Rom zu mehreren Schlägereien zwischen verfeindeten Fangruppen gekommen. Es gab zahlreiche Festnahmen und auch das Alkoholverbot erwies sich als löchrig.

Ein britischer Fußball-Fan mit blutiger Stirn: Trotz Alkoholverbots und Polizeieinsatz gab es mehrere brutale Schlägereien© Remo Casilli/Reuters
Vor dem Champions-League-Endspiel zwischen dem FC Barcelona und Manchester United am Mittwochabend in Rom ist es in Italien zu Fan-Krawallen gekommen. In der Nacht zuvor wurde ein Tourist aus den USA in Ostia am Meer von vier jungen Römern im Alter von 20 bis 22 Jahren brutal zusammengeschlagen und mit einem Messer verletzt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch. Die Polizei fand den 23-Jährigen blutend am Boden. Die vier Angreifer hatten ihn für einen Manchester-Fan gehalten. Sie wurden festgenommen.
Im Zentrum der italienischen Hauptstadt war am Dienstagabend bereits ein Manchester-Anhänger von mehreren Angreifern mit Messern verletzt worden, wie Beamte der römischen Polizei am Mittwoch mitteilten. Der Mann sei in einem Krankenhaus in Rom behandelt und bereits wieder entlassen worden. Er habe Stichverletzungen am Bein und sei mit einer Flasche auf den Hinterkopf geschlagen worden, hieß es. Über die Identität der Angreifer wurde bisher nichts bekannt. Die Polizei nahm Ermittlungen auf.
Am Vorabend war es laut italienischen Medienberichten außerdem in Pisa zu einer Schlägerei zwischen zahlreichen Fans von Manchester United und einigen Tifosi gekommen. Nach einer Schlichtung durch die Polizei sei der britische Fan-Trupp am Mittwochmorgen aus der Toskana nach Rom weitergereist.
In den Stunden vor dem Spiel wurden auch mehrere Engländer und Spanier festgenommen. Drei Spanier wurden angezeigt, weil sie unter anderem Schlagstöcke im Gepäck hatten. Zwei ManU-Fans hatten im berühmten Café de Paris im Herzen von Rom gespeist und dann mit falschen Geldscheinen bezahlen wollen. Sie kamen ebenso in Polizeigewahrsam wie zwei betrunkene Engländer, die Polizisten auf dem historischen Campo de' Fiori angegriffen hatten. Sie werden sich das Match des Jahres in einer Zelle ansehen können, hielt die römische Polizei dazu fest.
Seit den frühen Morgenstunden patrouillierten in Rom gemischte Streifen mit italienischen, englischen und spanischen Beamten durch die Straßen der Ewigen Stadt. Angesichts der berüchtigten Rivalität zwischen Manchester- und Roma-Fans mussten die Ordnungskräfte mit Zoff rechnen. Bei sommerlichen Temperaturen erwies sich auch das für das Zentrum verhängte Verkaufsverbot für Alkohol als löcherig: Rund um den beliebten Trevi-Brunnen versammelten sich die Anhänger beider Teams, viele von ihnen mit einer Bierdose in der Hand.