Magath-Wirbel zum Trotz: Schalke im Viertelfinale

9. März 2011, 22:11 Uhr

Der FC Schalke 04 steht im Viertelfinale der Champions League. Im Achtelfinal-Rückspiel besiegten die Königsblauen den FC Valencia verdient mit 3:1. Spieler des Abends war Jefferson Farfan. Schalke war der Wirbel um die Zukunft von Trainer Felix Magath nicht anzumerken.

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Kollektiver Schalker Jubel nach dem Sieg über Valencia©

Allen Turbulenzen um die Zukunft von Felix Magath zum Trotz steht der FC Schalke 04 zum zweiten Mal nach 2008 im Viertelfinale der Champions League. Durch Treffer von Jefferson Farfan (40./90.+4 Minute) und Mario Gavranovic (52.) gewannen die Gelsenkirchener am Mittwoch mit 3:1 (1:1) gegen den FC Valencia und dürfen sich nach dem 1:1 aus dem Hinspiel auf weitere Millionen-Einnahmen freuen. Vor 53 517 Zuschauern in der Veltins-Arena hatte der frühere Wolfsburger Ricardo Costa (17.) die Spanier in Führung gebracht.

Die Meldung, wonach sich der Club zum Saisonende von Magath trennt, hatte die Valencia-Partie "auf Schalke" fast zum Randereignis werden lassen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies kündigte an, erst "in den nächsten Tagen" zum Thema Stellung zu nehmen. Magath selbst wurde von der Entwicklung offenbar überrascht. "Dazu kann ich nichts sagen. Mir ist nichts davon bekannt. Diese Nebengeräusche sind für mich uninteressant", sagte der Trainer kurz vor der Partie im TV-Sender "sky". Tausende Fans in der Arena bekundeten auf Plakaten mit der Aufschrift "Pro Magath" derweil ihre Sympathie für den Coach.

Raúl dieses Mal ohne Durchschlagskraft

Auf dem Rasen blieben die Schalker ihrem Anhang die angekündigte Fußball-Fiesta zunächst einmal schuldig. Gegen den spielstarken Tabellendritten der Primera Division wirkten die Aktionen vor der Pause oft schwerfällig. Erst im zweiten Durchgang zeigten die in der Liga am Rande der Abstiegszone steckenden Schalker ihr Champions League-Gesicht und feierten den vierten Heimsieg in Europa nacheinander.

Raúl, Torschütze im Hinspiel, konnte diesmal keinen Beitrag dazu leisten. Während von dem Spanier in seinem 138. Spiel in der Königsklasse keine Torgefahr ausging, erwiesen sich der unermüdlich rackernde Peer Kluge und Farfan auf der rechten Seite als Aktivposten für die Offensive.

Die erste Chance erspielten sich die Spanier, bei denen der Hinspiel-Torschütze Roberto Soldado überraschend auf der Bank saß. Nach einer Ecke kam Abwehrspieler Jeremy Mathieu völlig unbedrängt aus 16 Metern zum Torschuss, doch der Ball ging am Kasten vorbei (8.). Auf der Gegenseite landete ein Kopfball von Gavranovic, der den verletzten Klaas-Jan Huntelaar im Sturmzentrum ersetzte, genau in den fangebereiten Armen von Vicente Guaita (13.).

Dann verpasste ausgerechnet der Ex-Wolfsburger Costa, Meister 2009 unter Magath, seinem Ex-Coach und den Schalker Anhängern eine kalte Dusche. Nachdem Mehmet Topal auf der rechten Abwehrseite Joel Matip ausgetanzt hatte, musste der 29-Jährige nur noch den Kopf hinhalten. Nicht nur in dieser Szene wirkte die "königsblaue" Abwehr schlecht sortiert.

Tottenham nach 0:0 gegen Milan weiter

Doch Farfans Kunstschuss brachte den Pokalfinalisten ins Spiel zurück. Der Peruaner zirkelte einen Freistoß über die Mauer ins Netz, nachdem Sergio Escudero kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall gebracht worden war. Im zweiten Durchgang erhöhten die "Königsblauen" die Schlagzahl und kam durch das zweite Pflichtspieltor von Gavranovic schnell zum 2:1. Der 21-jährige staubte ab, nachdem Guaita einen Farfan-Schuss nur abklatschen konnte. Das drohende 2:2 vereitelte wenig später Manuel Neuer mit einer Glanzparade gegen Aduriz (58.). In der Nachspielzeit nutzte Jefferson Farfan eine Kontersituation und erzielte mit seinem zweiten Treffer den 3:1-Endstand.

Schalke ist also weiter, der italienische Spitzenreiter AC Mailand ist im Achtelfinale der Champions League dagegen gescheitert. Der Champion von 2007 kam am Mittwoch bei Tottenham Hotspur nicht über ein 0:0 hinaus und ist nach der 0:1-Heimpleite im Hinspiel aus der Königsklasse ausgeschieden. Die Spurs dagegen stehen erstmals seit 1961/62 wieder im Viertelfinale des wichtigsten Wettbewerbs im europäischen Vereinsfußball.

kbe/DPA

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