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Confed-Chaos: Video-Schiedsrichter nimmt Tor zurück, obwohl es wohl korrekt war

Beim Confed Cup in Russland kommt erstmals ein Video-Schiedsrichter zum Einsatz. Im Spiel Chile gegen Kamerun gibt es gerade deshalb jede Menge Irritation und Ärger.

Proteste aus Verzweiflung: Chiles Arturo Vidal (r.) beschwert sich bei Schiedsrichter Damir Skomina

Proteste aus Verzweiflung: Chiles Arturo Vidal (r.) beschwert sich bei Schiedsrichter Damir Skomina 

Seit Monaten diskutieren Fußball-Fans über den Videoschiedsrichter: Beim Confed Cup kommen nun erstmals bei einem großen Fifa-Turnier die Video-Referees zum Einsatz, um bei spielentscheidenden Situationen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Elfmetern die Korrektur offensichtlicher Fehlentscheidungen zu ermöglichen. An den ersten Tagen gab es ingesamt drei Fälle, bei denen die sogenannten VARs eingriffen. Bei zwei Entscheidungen lagen die Schiedsrichter richtig, bei einer gibt es nach wie vor große Diskussionen.

Kurz vor der Pause im Spiel Chile gegen  (Endstand 2:0) trifft Eduardo Vargas nach Traumpass von Bayerns Arturo Vidal. Schiedsrichter Damir Skomina gibt das Tor, die Chilenen drehen jubelnd ab. Doch Sekunden später nimmt Skomina das Tor zurück - weil der Video-Schiedsrichter auf Abseits entscheidet. Eine Entscheidung, die für Diskussionen sorgt.

Confed Cup Fehlentscheidung? Es war eher gleiche Höhe

 Auf den ersten Blick auf die Zeitlupe ist  mit Kameruns Verteidigern auf gleicher Höhe, der Kopf des Spielers minimal im Abseits. Die Chilenen um Vidal protestieren noch auf dem Feld, fühlen sich benachteiligt. Auch im ZDF-Studio schütteln die Experten Holger Stanislawski und Ex-BVB-Kapitän Sebastian Kehl mit den Köpfen. "Meiner Meinung nach kein Abseits", sagt Stanislawski. Kehl urteilt: "Eine Fehlentscheidung des Videoschiedsrichters." Moderator Jochen Breyer schließt: "Das setzt der Absurdität in der Diskussion um den Videoschiedsrichter die Krone auf". Die Fifa zeigt das Bild der Situation anschließend mehrfach, um zu beweisen: Es lag eine minimale Abseits-Position vor, weil Vargas mit einem Teil seines Kopfes und des Knies wohl im Abseits stand.

Bislang galt für Schiedsrichter allerdings die Maxime: Entscheide im Zweifel für den Angreifer - so dass der Treffer wohl ohne Probleme hätte zählen können. Die Situation erschien in keinem Fall so unklar, dass der Videoschiedsrichter die Entscheidung auf dem Feld hätte in Zweifel ziehen müssen.

Die Fans im Netz können die Entscheidung nicht nachvollziehen: "Das VAR-System ist ein Witz, es kann im Fußball einfach nicht funktionieren", schreibt der Brite Matthew Lloyd auf Twitter. @SeratanSH schreibt: "Videobeweis nun auch als affig enttarnt."


Bereits am späten Nachmittag hatte es in Kasan beim Spiel zwischen Portugal und Mexiko (2:2) einen Videobeweis gegeben. Beim Spielstand von 0:0 wurde ein Treffer von Portugals Nani in der 21. Minute nicht gegeben. Schiedsrichter Nestor Pitana aus Argentinien sprach mit den Videoschiedsrichtern und entschied danach auf Abseits. Auch hier dauerte es gut eine Minute, bis darüber Klarheit herrschte. Immerhin ging es hier um eine klare Abseitsposition.

feh/DPA

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