Leverkusen feiert Kantersieg - St. Pauli blamiert sich

14. August 2010, 17:28 Uhr

Die Favoriten hielten sich in der ersten Runde des DFB-Pokals schadlos: Bayer Leverkusen landete gegen Pirmasens einen zweistelligen Sieg. Auch Bremen, Dortmund, Hoffenheim, Freiburg und Stuttgart siegten. Für die Pleiten des Tages sorgten der FC St. Pauli und Hannover 96.

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DFB-Pokal, Bayer Leverkusen, FC St. Pauli, Werder Bremen

Stefan Kießling und seine Kollegen von Bayer Leverkusen absolvierten in der ersten Runde des DFB-Pokals ein lockeres "Trainingsspielchen"©

Aufsteiger FC St. Pauli und Hannover 96 haben sich als erste Bundesligisten aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Die Hamburger blamierten sich beim 0:1 bei Regionalligist Chemnitzer FC. Hannover unterlag der SpVgg Elversberg im Eilmeterschießen mit 4:5. Überzeugend zogen dagegen Bayer Leverkusen durch einen 11:1-Erfolg bei FK Pirmasens und 1899 Hoffenheim durch ein 4:0 bei Hansa Rostock in die nächste Runde ein. Auch die Bundesligisten Borussia Dortmund, Werder Bremen, SC Freiburg und VfB Stuttgart gaben sich keine Blöße und erreichten nach Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern, die am Freitag ihre Spiele gewannen, die zweite Runde.

Auch ohne Michael Ballack erreichte Bayer Leverkusen locker die 2. Runde im DFB-Pokal. Beim 11:1-Schützenfest gegen den Fünftligisten FK Pirmasens war Patrick Helmes mit drei Toren (46./58./64.) erfolgreichster Bayer-Spieler. Stefan Kießling (36./60.), Renato Augusto (62.), Sydney Sam (67./88.), Eren Derdiyok (84./90.) und Arturo Vidal (87.) per Foulelfmeter steuerten die weiteren Treffer bei. Sebastian Reich (70.) gelang das umjubelte Ehrentor für den Südwest-Oberligisten.

Torflut in der zweiten Halbzeit
Der Favorit kontrollierte die Partie zwar von Beginn an, tat sich vor der Pause gegen den engagiert zu Werke gehenden Gastgeber jedoch sehr schwer. Bayer agierte pomadig und ließ jegliche Kreativität vermissen. Nur dank des Tores von Kießling und einer Glanztat von Torwart Rene Adler gingen die Leverkusener mit einer bescheidenen 1:0-Führung in die Pause.

In den zweiten 45 Minuten aber sollte alles anders werden: Nicht mal eine Minute nach Wiederbeginn baute Helmes die Führung für den haushohen Favoriten aus. Wenig später erhöhte Helmes mit einem Flachschuss ins Eck. Damit war der Widerstand der Pfälzer endgültig gebrochen und Leverkusen traf in der Folge fast nach Belieben.

Pleiten für Hannover und St. Pauli
Viertligist Chemnitzer FC warf Bundesliga-Aufsteiger FC St. Pauli aus dem Rennen. Der Sachsenpokal-Sieger bezwang die Hamburger mit 1:0. Das entscheidende Tor erzielte Kapitän und Abwehrchef Andreas Richter Kopf bereits nach fünf Minuten. Während Chemnitz sein gesamtes Leistungsvermögen abrief, enttäuschte St. Pauli auf der ganzen Linie. Ein Drei-Klassen-Unterschied war nicht zu sehen.

Das Team von Trainer Holger Stanislawski Team verschlief nicht nur die Startphase, sondern die gesamte erste Halbzeit. Schien die frühe Chemnitzer Führung nach Eckball zunächst nur ein Ausrutscher zu sein, so zeigte sich in der Folgezeit, dass der Favorit keine Einstellung zum Gegner fand. In der zweitzen Halbzeit fand St. Pauli besser ins Spiel, Chemnitz verlegte sich nur noch auf Konter. Doch den Hamburgern fehlte es an Durchschlagskraft und Präzision, um das Spiel zu drehen.

Hannover blamierte sich bis auf die Knochen
Auch Hannover 96 blamierte sich im ersten Pflichtspiel der Saison bis auf die Knochen. Der Bundesligist, der vor einem Jahr in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligisten Eintracht Trier ausgeschieden war, unterlag nach torlosen 120 Minuten mit 4:5 im Elfmeterschießen beim Trierer Ligakonkurrenten SV Elversberg. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Elversbergs Aydin Zeric. Angesichts der miserablen Leistung über weite Strecken der Partie stehen die Niedersachsen, die sich in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg retten konnten, offenbar wieder vor einer schwierigen Spielzeit.

Der Finalist der vergangenen Saison, Werder Bremen, meisterte die erste Runde ohne Glanz. Beim Drittligisten Rot Weiss Ahlen mühten sich die Hanseaten durch einen 4:0-Erfolg in die zweite Runde. Claudio Pizarro (28. Minute), Hugo Almeida (63.), Tim Borowski (68.) und Marko Marin (82.) erzielten vor 9120 Zuschauern im Wesestadion die Tore.

Bremen ohne Naldo und Frings
Bei der Bremer Generalprobe vor dem Champions-League- Qualifikationsspiel am Mittwoch gegen Sampdoria Genua fehlten Innenverteidiger Naldo (Knieverletzung) und Torsten Frings (Gelb-Rot- Sperre). Auf Marko Arnautovic verzichtete Bremens Trainer Thomas Schaaf zunächst freiwillig. Auch Nationalspieler Marin saß erst nur auf der Ersatzbank. Dafür spielte Mesut Özil von Anfang an.

Für den von mehreren internationalen Top-Clubs umworbenen Mittelfeldspieler war es der erste Einsatz in der Startelf seit seiner WM-Rückkehr. "Die Pause für ihn war kurz, mal schauen, wie es läuft", sagte Schaaf vor dem Spiel. Das laut Manager Klaus Allofs "indiskutable Angebot" von Real Madrid für Özil wollte Schaaf nicht kommentieren. "Es gibt keinen neuen Stand", sagte der Trainer.

Hoffenheim ganz locker
1899 Hoffenheim kam beim FC Hansa Rostock durch einen Doppelschlag von Demba Ba (14.) und Vedad Ibisevic (17.) schnell zur Führung. Mit Peniel Kokou Mlapa (29.) traf auch der dritte 1899-Stürmer noch in der ersten Halbzeit zum 3:0. Erneut Ibisevic stellte bereits in der 32. Minute den Endstand her.

Auch Dortmund hielt sich beim 3:0-Erfolg beim Drittligisten Wacker Burghausen schadlos. Die kurze Vorbereitungszeit reichte dem neuen Wacker-Coach Mario Basler nicht, um aus Burghausen einen ähnlichen Pokal-Schreck zu formen, wie es ihm im vergangenen Jahr mit Eintracht Trier gelungen war. Lucas Barrios (5.) und Neven Subotic (13.) schufen schnell klare Verhältnisse und brachten den BVB 2:0 in Front, Kevin Großkreutz erhöhte nach der Halbzeitpause (48.).

Stuttgarts Cacau trifft doppelt
Für den VfB Stuttgart wandelte Nationalstürmer Cacau mit zwei Treffern (21./25.) den frühen Rückstand beim SV Babelsberg 03 in einen 2:1-Sieg um. Dominik Stroh-Engel hatte den Drittligisten zunächst in Führung gebracht (4.).

Der SC Freiburg gewann durch einen Treffer von Cissé in der 13. Minute mit 1:0 beim FC Oberneuland. Auch Neuzugang Ailton, der in der 61. Minute beim Regionalligisten eingewechselt wurde, konnte nichts mehr ausrichten.

Borussia Mönchengladbach kam beim Zweitliga- Aufsteiger Erzgebirge Aue zu einem 3:1-Erfolg. Michael Bradley (38.), Mohamadou Idrissou (64.) und der überragende Marco Reus (86.) schossen die Schützlinge von Trainer Michael Frontzeck zu einem verdienten Sieg. Für Aue hatte Jan Hochscheidt in der 48. Minute den vorübergehenden Ausgleich markiert.

Bundesliga-Absteiger Hertha BSC siegte 2:0 beim SC Pfullendorf. Für die Berliner trafen Adrián Ramos (61.) und Rob Friend (74.) gegen den Regionalligisten. Bei der Partie SC Verl gegen TSV 1860 München sah es lange Zeit nach einer Überraschung durch den Drittligisten aus, der früh durch Thomas Bertels (8.) in Führung gegangen war. Doch Stefan Aigner drehte die Partie mit einem Doppelpack (69./73.) zum 2:1 (1:0) der Münchner.

Der FC Augsburg siegte gegen den SV Sandhausen erst im Elmeterschießen mit 3:1. Nach der Verlängerung hatte es 4:4 gestanden. Greuther Fürth bezwang Eintracht Braunschweig nach der Verlängerung mit 2:1.

DPA/tis
 
 
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