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13. Juni 2007, 15:16 Uhr

"Fußballer waren verrückt danach"

Neuer Skandal, oder doch nur heiße Luft? Der ehemalige Bundesliga-Trainer Peter Neururer berichtet über flächendeckendes Doping im Fußball. Zu seiner Zeit als Coach von Schalke 04 sei das "gang und gäbe" gewesen. Der DFB hat sich eingeschaltet.

Geltungsbedürftiger Ex-Trainer oder Aufklärer im Doping-Sumpf? Peter Neururer hat schwere Vorwürfe erhoben© Joerg Sarbach/AP

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Peter Neururer hat behauptet, dass Doping im Fußball früher an der Tagesordnung gewesen sei. "Es ist mir bekannt, dass früher Captagon genommen worden ist. Viele Spieler waren verrückt danach", sagte Neururer dem Fachblatt "Sportbild". Diese Beobachtung habe er in seiner Zeit als Coach des damaligen Zweitligisten Schalke 04 in der Saison 1989/90 gemacht, erklärte der 52-Jährige. Captagon zählt zu den Stimulanzien und steht auf der Liste verbotener Mittel.

"Das war gang und gäbe im Fußball. Das war überall bekannt und wurde praktiziert. Bis zu 50 Prozent haben das konsumiert. Nicht nur in der Zweiten Liga", sagte Neururer, der keine Namen nennen wollte. Er habe Spielern den Konsum von Captagon angesehen, behauptete der Coach. "Die Augen stehen anders. Der Spieler wird nicht mehr müde und neigt auf dem Platz zu Überreaktionen. Das war ein kompletter Wahnsinn, der da gemacht wurde." Aber auch andere Mittel seien genommen worden. "Alle Ephedrine, die auch von den Radfahrern geschluckt werden. Plötzlich hatte jeder Asthma, um das nehmen zu dürfen", so Neururer.

Seit 1988 regelmäßige Kontrollen in der Bundesliga

Nach den Dopingvorwürfen Neururers hat unterdessen der Ex-Trainer um Aufklärungshilfe gebeten. "Wir haben Herrn Neururer gebeten, uns Namen und Beispiele zu nennen", sagte DFB-Pressesprecher Harald Stenger am Mittwoch in Frankfurt/Main. Sollten die Informationen Neururers so konkret sein, dass sie juristisch haltbar wären, würde der Verband die Sache weiter prüfen, erklärte Stenger.

Seit 1988 gibt es in der Bundesliga regelmäßige Dopingkontrollen. Nach jeder Begegnung werden zwei Spieler pro Mannschaft durch das Los bestimmt, die eine Urinprobe abgeben müssen. Seit 1995 wurden in Deutschland 15 Spieler aus der ersten und zweiten Bundesliga wegen Dopingverstößen angeklagt.

DPA/kbe

 
 
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