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Raus mit den Millionen!

Die Pokal-Pleite gegen Bayern und auch der Rückstand in der Liga zeigt: Der Dortmunder Kader ist der Dreifachbelastung nicht gewachsen. BVB-Boss Watzke reagiert und verspricht eine Transferoffensive.

Von Maximilian Koch

  Weiter im Angriffsmodus: Borussia Dortmund und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wollen die Bayern jagen - mit neuen Spielern.

Weiter im Angriffsmodus: Borussia Dortmund und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wollen die Bayern jagen - mit neuen Spielern.

Der "Plagiatsstreit" mit den Bayern ist vorerst beigelegt, doch beim amtierenden Doublesieger Borussia Dortmund bleibt man weiter angriffslustig. "Wir werden im Sommer deutlich investieren", kündigte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Sonntag im "Sport1-Doppelpass" an. Die bittere Pokalniederlage gegen die Münchner in der vergangenen Woche scheint die Borussia nur noch mehr angestachelt zu haben. Das Ziel ist klar: den Bayern auch in Zukunft Paroli bieten.

Dafür muss Dortmund personell nachlegen – das ist allen Beteiligten bewusst. In der "Spitze und Breite" werde man sich verstärken, sagte Watzke. Zu dieser Erkenntnis sind sie bei der Borussia im Laufe dieser Saison gelangt. Der Kader, das hat sich gerade in den englischen Wochen gezeigt, kann die Dreifachbelastung aus Meisterschaft, Pokal und Champions League nicht stemmen. In diesem Punkt ist die Konkurrenz aus München ein ganzes Stück voraus. Sonst wäre ein 17-Punkte-Abstand zwischen beiden Teams wohl nicht möglich gewesen.

Champions League bringt Dortmund viel Geld

Während sich Bayern-Coach Jupp Heynckes in den vergangenen Monaten den Luxus erlauben konnte, Spieler wie Gomez oder Robben von der Bank zu bringen und seine Startelf fast ohne Qualitätsverlust zu ändern, musste BVB-Trainer Jürgen Klopp auf Alternativen wie Julian Schieber oder Moritz Leitner zurückgreifen. Für ein europäisches Spitzenteam ist das zu wenig.

"Es ist keine neue Erkenntnis, dass die Bayern einen breiteren Kader haben", sagte Dortmund-Sportdirektor Michael Zorc dem "Kicker". "Für so einen muss man auch das richtige Portemonnaie haben." Was das angeht, ist der Champions-League-Achtelfinalist auf einem guten Weg. 40 Millionen Euro habe man in der "Königsklasse" bislang eingenommen, verriet Watzke. Und dieses Geld soll in der Sommerpause zu einem guten Teil in frische Kräfte investiert werden.

In der Außenverteidigung fehlen Alternativen

Handlungsbedarf besteht besonders in der Außenverteidigung. Hier fehlen Alternativen zu den Stammspielern Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek. Am Samstag gegen Hannover löste Piszczek-Ersatz Kevin Großkreutz seine Aufgabe zwar glänzend. Doch eigentlich ist der BVB-Kämpfer im Mittelfeld zuhause. Schmelzer-Vertreter Chris Löwe wurde im Winter an Zweitligaclub Kaiserslautern abgegeben.

Das andere Problemgebiet ist der Angriff. Es fehlt an einem zweiten Stürmer von internationalem Format. Schieber wird diesem Anspruch nach den bisherigen Eindrücken nicht gerecht. Als Neuzugänge werden bereits die Hannoveraner Mame Diouf und Mohammed Abdellaoue sowie Edin Dzeko (Manchester City) gehandelt. Zudem erscheint eine Stärkung des offensiven Mittelfelds sinnvoll, um die Jungstars Mario Götze und Marco Reus zu entlasten.

Lewandowski-Verkauf nicht notwendig

Interessant: Die Transferoffensive soll unabhängig davon erfolgen, ob Stürmerstar Robert Lewandowski den Verein bereits nach dieser Spielzeit verlässt. "Wir sind auf solche Transfererlöse nicht zwingend angewiesen", erklärte Watzke, der jedoch kein Geheimnis daraus machte, welches der "zwei möglichen Szenarien" er im Falle Lewandowski bevorzugen würde: "Robert bleibt bis 2014 beim BVB." Die Alternative wäre ein vorzeitiger Abschied des Polen am Ende der laufenden Saison – doch dafür müsste ein Club einen "sehr, sehr hohen Preis" zahlen, so Watzke. Von mindestens 30 Millionen Euro ist die Rede.

Der FC Bayern ist dem Vernehmen nach nicht bereit, diese Summe auszugeben. Zum einen, weil Lewandowski ein Jahr später ablösefrei zu bekommen wäre. Und zum anderen, weil man nicht unbedingt daran interessiert ist, die finanziellen Spielräume des größten nationalen Rivalen zu erweitern. Deshalb läuft es im Moment tatsächlich auf einen Verbleib des Angreifers hinaus. Es sei denn, die Münchner ändern plötzlich ihre Meinung. Auch das soll ja schon mal vorgekommen sein.

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