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Stern Logo EM 2012

Gomez ist der Erlöser

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich zum Auftakt der EM zu einem mühsamen 1:0-Erfolg gegen Portugal gequält. Titelwürdig war dieser Auftritt nicht.

Von Klaus Bellstedt, Lwiw

Gemächlich – so lässt sich der Start der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei dieser EM am besten beschreiben. Gegen Portugal in Lwiw brauchte das Team von Joachim Löw lange, um in die Partie zu finden. Nach einer leichten Steigerung in der zweiten Hälfte hieß es am Ende durch ein Tor von Mario Gomez etwas glücklich 1:0. Der Bundestrainer hatte sein Team - für viele überraschend - vor dem Start auf zwei Positionen geändert: Mats Hummel verteidigte für Per Mertesacker, Mario Gomez erhielt im Angriff den Vorzug vor Miroslav Klose. Damit war im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen. Der Fitnesszustand war für diese Entscheidungen schließlich ausschlaggebend.

Hummels und Gomez enttäuschten Löw nicht. Gomez erzielte das goldene Tor, zuvor tauchte er aber viel zu oft unter. Hummels zeigte eine äußerst stabile Partie und rettete einige Male in höchster Not vor heranstürmenden Portugiesen. Dennoch: Für die altbewähren Platzhirsche Mertesacker und Klose ist noch nichts zu spät.

Die Ideen fehlten

In Lwiw entwickelte sich vor 33.000 Zuschauern von Beginn an ein einseitiges Spiel. Die DFB-Auswahl bemühte sich um Ballbesitz, Portugal lauerte über weite Strecken der Partie auf Konter. Mesut Özil fehlten die Ideen. Aber auch Lukas Podolski und Thomas Müller spielten mutlos und ohne Esprit. Das schnelle Kombinationsspiel, das diese talentierte deutsche Mannschaft normalerweise auszeichnet, war fast gar nicht zu sehen. Richtig eingespielt wirkte die Truppe nicht - möglicherweise eine Folge der unrunden Vorbereitung.

Die Mannschaft muss sich steigern

Als Joachim Löw aus Verzweiflung über das kopflose Anrennen gegen die defensiv kompakt stehenden Portugiesen, bei denen Superstar Cristiano Ronaldo bis auf wenige gefährliche Dribblings gegen Boateng und ein paar Schüsse kaum Akzente setzen konnte, Klose für Gomez bringen wollte, gelang dem Bayern-Stürmer doch noch per Kopfball das erlösende 1:0 (72.). Danach passierte in Lwiw nicht mehr viel. Die Nationalmannschaft spielte die Zeit einigermaßen souverän herunter - bis auf eine große Chance durch den eingewechselten Varela hatten die Portugiesen kaum ernstzunehmende Torchancen.

Der Sieg gegen Portugal war etwas glücklich und doch irgendwie verdient, weil die DFB-Auswahl viel mehr investierte als die Iberer. Jetzt ist der Druck erst einmal weg. Die kommenden schweren Aufgaben bei dieser EM können kommen. Aber klar ist auch: Die Mannschaft muss sich steigern, titelwürdig war das zum Auftakt nicht.

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