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Ex-Fifa-Schiri Heynemann findet Rizzoli-Ansetzung "unglücklich"

Waldemar Hartmann wittert bei Markus Lanz eine Verschwörung, die Fans ätzen in den sozialen Medien: Über Schiedsrichter Nicola Rizzoli wird nach dem EM-Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich viel geredet. Jetzt meldet sich ein deutscher Ex-Referee zu Wort.

Nicola Rizzoli fasst sich an den Kopf

Eigentlich hat Nicola Rizzoli beim EM-Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich keinen Fehler gemacht - trotzdem wird über ihn diskutiert

Schiedsrichter machte im EM-Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich (0:2) keinen entscheidenden Fehler. Auch in seiner Bewertung des Handspiels von Bastian Schweinsteiger, das kurz vor der Halbzeit zum Elfmeter führte, lag der Italiener nicht falsch. Dennoch sorgt die Berufung des 44-Jährigen für Diskussionen, da die DFB-Elf im Viertelfinale dessen Heimatland aus dem Turnier geworfen hatte. Die Regularien der UEFA wurden mit der Nominierung Rizzolis aber nicht verletzt.

Zuständig für die Benennung der Referees für die einzelnen Spiele ist der sogenannte Chef-Schiedsrichter-Officer, Pierluigi Collina. Er ist Landsmann Rizzolis und früherer Weltklasse-Referee, der unter anderem das WM-Finale 2002 zwischen Brasilien und (2:0) leitete.

Nicola Rizzoli: Collina hat bei der Auswahl Spielraum

hat bei der Auswahl der Unparteiischen Spielraum, muss sich aber an diverse Gepflogenheiten halten. So darf ein Schiedsrichter nicht eine Partie seines Landes pfeifen. Auch soll er nicht ein Spiel leiten, in dem ein kommender Gegner seines Landes bestimmt wird. Deswegen kam auch der deutsche Unparteiische Felix Brych (München) trotz solider EM-Leistungen für die Halbfinals nicht mehr infrage.

Ausgeschiedene oder besiegte Teams spielen aber keine Rolle bei Besetzungsentscheidungen. So pfiff der Portugiese Pedro Proença 2012 das EM-Endspiel, obwohl die Spanier zuvor im Halbfinale Portugal besiegt hatten.

Der frühere deutsche FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann kann die Diskussion um Rizzoli trotz alledem nachvollziehen: "Ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass dies eine sehr unglückliche Entscheidung war. Wenn man gegen Deutschland ausscheidet und fünf Tage später pfeift ein italienischer Schiedsrichter das deutsche Spiel. Dass das Diskussionen mit sich bringt, die man nicht haben muss, ist klar", sagte Heynemann bei Sport1 und fügte hinzu: "Über die Elfmeter-Entscheidung kann man diskutieren. Jetzt ist eine Basis geschaffen worden, um zu fragen, warum. Aber das muss Collina selber wissen." 


tim/DPA

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