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Metzelder sagt Löw ab

Die Abwehrsorgen von Joachim Löw haben sich vor den EM-Qualifikation-Spielen verschärft. Der Bundestrainer muss gegen Irland sowie San Marino auf seinen Abwehrchef Christoph Metzelder verzichten.

Der 25 Jahre alte Dortmunder meldete sich am Sonntag für die Partien der deutschen Nationalmannschaft am kommenden Samstag in Stuttgart gegen die kampfstarken Iren sowie vier Tage später beim Fußball-"Zwerg" San Marino endgültig ab. Metzelder wird am kommenden Donnerstag am Außenmeniskus des rechten Knies operiert.

Nachdem Löw zuvor bereits die verletzten WM-Spieler Per Mertesacker, Jens Nowotny und Robert Huth aus seinen Planungen streichen musste, dürfte Löw spätestens zu Wochenbeginn nochmals reagieren und einen weiteren Defensiv-Spezialisten nachnominieren. Wer sich als 20. Spieler am Dienstag (bis 18.00 Uhr) beim Treffpunkt in Stuttgart einfinden darf, war nach der Metzelder-Absage zunächst unklar. "Noch ist keine Entscheidung gefallen", teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. Über die Art der Behandlung waren sich die Mediziner im Fall Metzelder lange uneinig. Bei einem Belastungstest am Sonntag klagte der Verteidiger aber erneut über Probleme am Knie.

Fahrenhorst oder Reinhardt als Ersatz

"In der Innenverteidigung haben wir schon ein Problem", gab Löw angesichts der Verletzungsmisere zu. Der Bundestrainer muss in der Personalnot entweder auf Routiniers wie Frank Fahrenhorst (Hannover) oder Bastian Reinhardt (Hamburger SV) setzen oder ein Talent wie Markus Brzenska (Dortmund) aus der U 21-Auswahl hochziehen. Erste Wahl beim EM-Auftakt ist allerdings nun der "doppelte Friedrich" mit dem Berliner Arne und dem Mainzer Manuel in der Abwehr-Zentrale. Auch der Dortmunder Sebastian Kehl steht Löw wegen einer Knieverletzung nicht zur Verfügung.

So muss der Nachfolger von Jürgen Klinsmann schon in seinen ersten Pflichtspielen in der Defensive reichlich improvisieren und darüber hinaus viele um ihre Form ringende Akteure aufbauen. Kapitän Michael Ballack sollte nach einer Hüftverletzung erst am Sonntagnachmittag beim Liga-Debüt mit seinem neuen Club FC Chelsea die erste Härteprüfung absolvieren, für andere Spieler wie Arne Friedrich hatten die Clubs schon ein spezielles Nachhol-Programm verordnet. Friedrich wurde sogar im UEFA-Cup-Qualifikationsspiel von Hertha bei Ameri Tiflis geschont. Am Wochenende saßen in David Odonkor und Thomas Hitzlsperger erneut zwei von Löw nominierte WM-Akteure nur auf der Ersatzbank. Lukas Podolski wurde beim FC Bayern zum dritten Mal nur eingewechselt, auch Gerald Asamoah und Mike Hanke sind derzeit lediglich Ersatz in ihren Clubs.

Löw will Favoritenrolle annehmen

Trotz der angespannten Personalsituation will Löw in der EM-Gruppe D die Favoritenrolle annehmen: "Das belastet uns nicht." Die eingeladenen Spieler genössen sein volles Vertrauen, betonte der 46-jährige, der am Dienstagabend gleich nach Eintreffen seines Kaders zur ersten Trainingseinheit in Stuttgart bitten wird. Dann wird auch erstmals Löws neuer Assistent Hans-Dieter Flick aktiv werden.

Auf eine Lösung wartet nach wie vor der Schuhstreit, der vor dem Testspiel gegen Schweden (3:0) eskaliert war. Die Nationalspieler hatten sogar einen Boykott angedeutet, falls ihre Forderung auf freie Schuhwahl in der DFB-Auswahl nicht erfüllt werde. In Stuttgart soll nun ein Gespräch der Verbands-Bosse mit dem Mannschaftsrat Klärung bringen. "Die DFB-Spitze wird anreisen und Lösungsvorschläge unterbreiten", bestätigte DFB-Sprecher Harald Stenger. Offenbar besteht noch größerer Gesprächsbedarf mit den Spielern, mit DFB-Exklusivpartner adidas hat die Verbandsführung bereits verhandelt. In dem bis 2010 laufenden Vertrag ist der Schuhzwang derzeit noch festgeschrieben.

Klaus Bergmann, DPA/DPA

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