1. Oktober 2009, 14:41 Uhr

Hertha und HSV schon unter Druck

Nach den schlechten Ergebnissen am ersten Spieltag stehen der HSV und Hertha BSC Berlin in der Europa League bereits unter Druck. Gegen Tel Aviv bzw. Lissabon muss unbedingt gewonnen werden. Werder kann etwas entspannter in die Partie gegen Bilbao (ab 19 Uhr im stern.de-Liveticker) gehen.

Europa League, Werder Bremen, Hertha BSC Berlin, Hamburger SV, Thomas Schaaf, Bruno Labbadia

HSV- Keeper Frank Rost wünscht sich keine erneute Pleite in der Europa League©

Werder Bremen hat die K.o.-Runde fest im Visier, der Hamburger SV steht unter Zugzwang und Hertha BSC denkt derzeit nur an die Trainersuche. Für die deutschen Vertreter könnten die Vorzeichen vor dem zweiten Spieltag der Fußball-Europa-League am Donnerstag unterschiedlicher kaum sein. Während Werder gegen Athletic Bilbao (ab 19.00 Uhr im stern.de-Liveticker) und der HSV gegen Hapoel Tel Aviv (ab 21.05 Uhr im stern.de-Liveticker) ihre Heimspiele gewinnen wollen, geht es für Hertha bei Sporting Lissabon (ab 21.05 im stern.de-Liveticker) um eine erste Konsolidierung auf dem ersehnten Weg aus der Krise.

Hertha auf Form- und Trainersuche

Ziel von Interimstrainer Karsten Heine ist es, nach dem 0:4 gegen Freiburg und dem 1:5 in Hoffenheim in der Liga ein drittes Debakel in Serie zu verhindern. "Ich weiß, dass jeder besser spielen kann, als er es zuletzt gezeigt hat", sagte Heine, für den die Partie in Lissabon derzeit zweitrangig ist. "Es geht mir um meine Mannschaft."

Nach dem enttäuschenden 1:1 zum Auftakt gegen FK Ventspils aus Lettland wird die schwierige Aufgabe bei Sporting vollkommen von der Suche nach einem Nachfolger für den geschassten Coach Lucien Favre überlagert. Hinter den Kulissen suchen die Verantwortlichen fieberhaft nach einem Nachfolger. Manager Michael Preetz reist erst mit Verzögerung nach Portugal, Hertha-Präsident Werner Gegenbauer verzichtet ganz auf den Trip.

HSV will Schmach von Wien wettmachen

Völlig andere Anspannung herrscht beim Bundesliga-Tabellenführer HSV nach dem peinlichen 0:3 bei Rapid Wien zum Europa-League-Start. Gegen Tel Aviv muss nun ein Dreier her, um nicht schon frühzeitig die angestrebte Zwischenrunde aus den Augen zu verlieren. "Wenn wir im nächsten Jahr noch international dabei sein wollen, müssen wir gegen Tel Aviv gewinnen", sagte HSV-Boss Bernd Hoffmann und machte so noch einmal Druck auf die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia.

Die Spieler gingen vor lauter Ehrgeiz im Training besonders hart zur Sache, es kam zum Disput zwischen Abwehrspieler Jerome Boateng, Angreifer Marcus Berg und Nationalspieler Piotr Trochowski. Labbadia hatte vor dem Spiel gegen die Israelis Aggressivität gefordert. Der HSV-Coach hat großen Respekt vor den Gästen, die zum Auftakt Celtic Glasgow 2:1 besiegten. Tel Aviv hofft zudem auf die Unterstützung vieler Fans vom HSV-Erzfeind FC St. Pauli. Dessen Anhänger pflegen mit den Fans von Tel Aviv wegen derer antifaschistischer Ausrichtung gute Kontakte.

Torsten Frings und Werder wollen die "halbe Miete"

Völlig locker kann derzeit nur Werder Bremen auftreten. Die Hanseaten befinden sich nach zehn Spielen ohne Niederlage im Aufwind und wollen den Trend gegen Athletic Bilbao fortsetzen. Nach dem 3:2 bei Nacional Funchal auf Madeira würde Werder ein Heimsieg gegen die Basken auf dem Weg in die Zwischenrunde ein großes Stück weiter bringen. "Sechs Punkte - das kann für uns schon die halbe Miete fürs Weiterkommen sein", glaubt Mittelfeldspieler Torsten Frings.

Vorjahresfinalist Bremen will von der spielerischen Stärke des achtmaligen spanischen Meisters profitieren. "Die werden sich nicht verstecken und hinten reinstellen", meinte Frings. Der zuletzt verletzte Nationalspieler Mesut Özil kehrt in die Startelf zurück und soll den Platz auf dem Spielfeld gegen einen mitspielenden Gegner nutzen. Allerdings fallen die Stammspieler Sebastian Boenisch (Oberschenkelprellung) und Tim Borowski (Rückenprobleme) aus.

Carsten Lappe/DPA
 
 
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