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Guardiola löst Heynckes ab - im Sommer

Das Jahr 2013 beginnen die Bayern mit einem spektakulären Coup: Der europaweit umworbene Startrainer Pep Guardiola löst im Sommer Jupp Heynckes ab.

Jupp Heynckes geht - Startrainer Pep Guardiola kommt! Bayern München hat mit der spektakulären Verpflichtung des europaweit umworbenen Spaniers, der mit dem FC Barcelona von Titel zu Titel eilte, schon vor dem Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga einen ersten Triumph im Jahr 2013 gefeiert. Der Rekordmeister hat beim Kampf um den Spanier, der an diesem Freitag 42 Jahre alt wird, Topclubs aus England, Italien und Frankreich ausgestochen und sich mit dem Millionen-Coup international ins Rampenlicht katapultiert.

"Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, den Fußballfachmann Pep Guardiola, der von vielen namhaften Clubs umworben und kontaktiert wurde, für den FC Bayern zu gewinnen", erklärte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in einer Mitteilung des Vereins.

Anders als zum Beispiel beim gescheiterten Versuch mit dem ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, glaubt Rummenigge fest an eine erfolgreiche Ära mit dem Spanier: "Pep Guardiola ist einer der erfolgreichsten Trainer der Welt, und wir sind sicher, dass er nicht nur dem FC Bayern, sondern auch dem deutschen Fußball viel Glanz verleihen kann." Man freue sich auf die Zusammenarbeit, die im Juli beginnen wird. Guardiola hat bereits einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2016 beim Bundesliga-Tabellenführer unterschrieben. "Als adäquater Nachfolger für Jupp Heynckes kam nur ein Trainer vom Kaliber eines Pep Guardiola infrage", betonte Präsident Uli Hoeneß.

Schon vor Weihnachten Klartext von Heynckes

Das Ja-Wort von Guardiola, das die Bayern-Bosse nach einem langwierigen beharrlichen geheimen Werben erhalten hatten, bedeutet zugleich für den derzeitigen Amtsinhaber Heynckes die Scheidung vom Rekordmeister im Sommer. Der am Saisonende auslaufende Vertrag mit Heynckes wird nicht verlängert, der Trainer geht mit 68 in Rente.

Heynckes hatte nach Bayern-Angaben Rummenigge schon vor Weihnachten darüber unterrichtet, dass er nicht nochmals verlängern wolle, sondern wohl seine Laufbahn als Trainer im Sommer beenden würde. Am Mittwoch bestätigte der Noch-Cheftrainer die Entscheidung Rummenigge offiziell in einem "sehr persönlichen Gespräch", wie der Vorstandschef erklärte. Man sei Heynckes für dessen Arbeit "extrem dankbar", erklärte sein Freund Hoeneß und äußerte die Hoffnung auf eine von Erfolg gekrönte Schlussetappe: "Wir würden uns sehr freuen, wenn die Mannschaft diesem großen Trainer den verdienten glanzvollen Abschied schenken würde."

Mit maximal drei Titeln könnte Heynckes seinem Nachfolger Guardiola ein großes Erbe hinterlassen. Eine intakte Mannschaft mit vielen noch langfristig gebundenen Top-Spielern wie Franck Ribéry, Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Mario Gomez oder seinem spanischen Landsmann Javi Martínez bietet dem künftigen Chef Guardiola glänzende sportliche Perspektiven - aber mit hohem Erfolgsdruck. Auch finanziell ist der FC Bayern in der Lage, mögliche Spielerwünsche des neuen Cheftrainers zu erfüllen.

Fünf Monate Zeit für Titel

Nach seinem Abschied vom FC Barcelona, mit dem er zwischen 2008 und 2012 insgesamt 14 Titel gewann, darunter zweimal die Champions League, im vergangenen Sommer schöpft Guardiola derzeit während einer einjährigen Auszeit in New York Kraft. Auch zum Deutsch lernen hat er noch Zeit. Seine Rückkehr in den Trainerjob hatte der Umworbene bei der Weltfußballer-Gala des Weltverbandes FIFA Anfang Januar angekündigt. "Ich habe Lust, wieder Trainer zu sein. Ich bin noch jung und habe das Leben vor mir", sagte der Starcoach in Zürich.

Manchester United, Manchester City, FC Chelsea, Paris St. Germain, AC Mailand - die Liste der Clubs, die an dem Spanier interessiert waren, ist lang und prominent. Auch die Bayern waren früh ins Werben eingestiegen, schließlich gilt das von Guardiola miterschaffene Barça-Team um Stars wie Messi, Xavi oder Iniesta auch in München als sportliches Vorbild.

Heynckes' letzter Auftrag in seiner dritten Trainer-Amtszeit beim FC Bayern lautet, nach zwei titellosen Spielzeiten wieder Trophäen zu gewinnen. Dabei gilt die 23. deutsche Meisterschaft bei neun Punkten Vorsprung auf Platz zwei als Pflichtübung. "Die Spieler haben einen unbändigen Hunger, im Endlauf nach 34 Spieltagen Erster zu sein. Ich bin sehr optimistisch", hatte Heynckes während des Trainingslagers zu den Aussichten in der 50. Bundesliga-Saison gesagt.

Weitere Titelgewinne in Champions League, in der die Bayern im Achtelfinale auf den FC Arsenal treffen, sowie im DFB-Pokal, wo es schon im Viertelfinale zum Duell mit Titelverteidiger Borussia Dortmund kommt, werden ebenfalls angestrebt, sind aber unwägbarer.

Schon in Katar hatte Heynckes seinen Abschied zum Saisonende mehr als nur erahnen lassen. "Der Job als Cheftrainer beim FC Bayern ist wahnsinnig intensiv. Das kostet auch Substanz", hatte der 67-Jährige in Doha erklärt. Und irgendwie hatte er in der Wüste auch schon ein Fazit seiner Tätigkeit gezogen - mit erstaunlichem Eigenlob: "Der FC Bayern hat solch einen modernen, attraktiven, zeitgemäßen Fußball noch nie gespielt in seiner ganzen Historie", schwärmte Heynckes in Doha. Dem ältesten Coach der Bundesliga bleiben nun noch fünf Monate, um diese Aussage mit Titeln zu untermauern. Dann wäre ihm zum Start in die Rente mit 68 ein rauschender Abschied auf dem Münchner Rathausbalkon gewiss.

kbe/DPA/DPA

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