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7. November 2009, 18:05 Uhr
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Lahm drohen nach Systemkritik Konsequenzen

Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm kritisiert die Transfer-Politik und fehlende sportliche Identität des FC Bayern München. Dem neuen Trainer Louis van Gaal attestiert er dagegen einen guten Sinn für Taktik. Bayern-Macher Uli Hoeneß hat nun angekündigt, dass Lahms Kritik Konsequenzen haben werde.

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Philipp Lahm kritisiert die fehlende Spielphilosophie des FC Bayern München© Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Klartext von Philipp Lahm: Mit bemerkenswerter Offenheit hat der Fußball-Nationalspieler die Probleme des FC Bayern München unter dem neuen Trainer Louis van Gaal benannt und dabei der Vereinsführung grobe Versäumnisse in der Planung und Transfer-Politik vorgehalten. "In der Vergangenheit lief das mit den Transfers nicht immer glücklich", erklärte der stellvertretende Kapitän in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" und kritisierte als ein Grundübel das Fehlen einer "Spielphilosophie" beim Rekordmeister. Ob diese Kritik so eine gute Idee war, wird sich zeigen Bayern-Sportdirektor Uli Hoeneß, ein Hauptadressat von Lahms Systemkritik, kündigte Konsequenzen an. Er sagte nach dem Spiel gegen Schalke 04: "Sie können sicher sein, dass er dieses Interview noch bedauern wird."

Vereine wie Manchester United oder der FC Barcelona gäben ein Spielsystem vor und würden dann gezielt dafür Spieler einkaufen. "So etwas gibt es bei uns nicht: Dass der Verein etwas vorgibt und alles darauf aufgebaut wird", bemerkte Lahm. Seine Kritik erläuterte der Abwehrspieler unter anderem an den Millionen-Transfers von Mario Gomez und dem erst nach Saisonbeginn von Real Madrid verpflichteten Arjen Robben. "Wenn ich einen Mario Gomez kaufe, muss ich sagen: Okay, dann spielen wir mit zwei Spitzen. Und wir haben ja auch in der gesamten Vorbereitung nur 4-4-2 gespielt. Und dann kommt plötzlich Robben, ein toller Spieler, der zu uns passt - und der am liebsten 4-3-3 spielt", erläuterte Lahm. Er kommt zu dem Fazit: "Man darf Spieler nicht einfach kaufen, weil sie gut sind."

Van Gaal gilt als Verfechter des 4-3-3-Systems mit zwei Außen- und nur einem zentralen Angreifer. Dann haben die Bayern aber mit Gomez, Luca Toni und Miroslav Klose ein Überangebot an Mittelstürmern, zwei müssen auf die Bank. Für das 4-4-2-System werden der verletzte Franck Ribéry und der zuletzt am Knie operierte Robben gebraucht. Der FC Barcelona dagegen habe vor dieser Saison zwar den Schweden Zlatan Ibrahimovic gekauft, aber zugleich den Kameruner Samuel Eto'o abgegeben. "Weil sie gewusst haben: Bei uns spielen vorne Henry und Ibrahimovic, und ein Dritter von diesem Kaliber sorgt nur für Ärger, wenn einer immer auf der Bank sitzt", schilderte Lahm.

Lahm sieht Mittelfeld als größtes Problem

Der Vize-Kapitän fordert darum für die Zukunft vom Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß: "Der Verein muss sagen, wenn ein Trainer kommt: So spielen wir." Dass der Kader nicht stimmig zusammengestellt ist, zeige auch die Verpflichtung von Anatoli Timoschtschuk, der als klassischer Sechser halbrechts im Mittelfeld spielen müsse. Überhaupt, so Lahm, liege Bayerns "größtes Problem im Mittelfeld". Dort fehlt dem Verteidiger ein Spielbeschleuniger.

Aus den genannten Gründen sei auch van Gaal beim FC Bayern "noch auf der Suche" nach der richtigen Taktik und einer Stammelf. Dennoch traut der 26-Jährige dem Niederländer den Aufbau einer Mannschaft zu. Der Anpassungsprozess zwischen Team und Coach sei aber schwierig. "Viele haben noch so eine Mischung aus Respekt und Angst", verriet Lahm. "Aber er ist bestimmt kein Unmensch, er verlangt keine Undinge von uns. Es braucht noch Zeit, aber ich bin der Überzeugung, dass er ein guter Trainer ist." Und van Gaal habe in seinen Analysen "recht". Im Vergleich zur vergangenen Saison unter Jürgen Klinsmann habe er "Hoffnung, weil ich Struktur erkennen kann", bemerkte Lahm. Man sei "auf dem richtigen Weg mit diesem Trainer", glaubt der Verteidiger.

DPA
KOMMENTARE (10 von 10)
 
silver-quattro3.0 (08.11.2009, 10:30 Uhr)
Es ist immer leicht..........
........den Chef´s die Schuld zu geben wenn die Angestellten Mist bauen. Dass Lahm auf der linken Seite besser ist, hat man doch gestern wieder gesehen. Weshalb beharrt er dann auf die rechte Seite? Da muß er sich schon an die eigene Nase fassen. ZUGEGEBEN - Bei den Bayern läuft´s im Moment nicht rund .Dies ist aber nicht das Ende! Bei wievielen Clubs ist das denn nicht so- über die Zeit ? Bei allen ! Und da wird kein Bahöö daraus gemacht. Da wird nicht von den Clubgegnern beleidigt, so wie es z.B. Vegefranz mit seinem Dreifach-Account macht. Wir Bayern-Mitglieder sehen es ganz gelassen. Jeder Motor braucht einmal eine Inspektion. Und wenn man schon von den Spielern spricht: Die Zeit des überaus sympathischen Klose ist eben um. Gomez ist ein faules Früchtchen der in seiner Überheblichkeit meint, alle müssten für Ihn da sein, die Bälle nicht erarbeiten zu müssen. Von Ribery hat man sich zu abhängig gemacht. Die Fehler mit den Verkäufen von Ze Roberto und Lucio hat man längst eingesehen. Und wer macht schon keine Fehler ? ? Na ja, die eben die gar nichts tun. Und wer von den Usern den Bayern das CL-Aus wünscht, zeigt doch seine Gesinnung. Anstelle zufrieden zu sein daß Deutsche Clubs da mitmischen und auf diese Weise die BULI stützen. Aber so ist es halt bei schlichten Gemütern: Hass um jeden Preis.
Zugegeben: Robben hätte gestern eine rote Karte verdient ? da war der Schiri nicht konsequent. Zum Ausgleich hat er die bei einem Schalker auch stecken lassen.
Also, gelassen bleiben und auch ´mal die Hassbrille ablegen.
umjo (07.11.2009, 20:12 Uhr)
Aha, so steht's also
um die Führung des FC Bayern!
Da liegen eindeutig Würstchen (pardon: Nerven) blank!
Herr Hoeness: mal was von konstruktiver Kritik gehört??
Wenn ja: warum darf diese dann nicht von einem (leitenden) Angestellten geäußert werden??
Vielleicht stimmt sie ja doch, die Medienschelte, dass Fußballspieler, so sie denn Karriere machen wollen, angepasst, stromlinienförmig und vor allem öffentlich schweigsam zu sein haben!?
BTW: Beste Grüße an Paul Breitner, Günther Netzer, und nicht zu vergessen: an Uli Hoeness!
...warum fällt mir da nur Jogi ein, während ich diese Zeilen schreibe??
Viper2024 (07.11.2009, 20:09 Uhr)
Lahm hat Recht
und statt ihm zu drohen sollten KHR und UH sich lieber an die eigene Nase fassen und daraus dann die Konsequenzen ziehen! Und das kann nur ein Rücktritt sein!!!
SethusCalvisius (07.11.2009, 19:42 Uhr)
Es ist natürlich immer ein Problem,
wenn Angestellte Kritik am Arbeitgeber in der Öffentlichkeit äußern, aber in der Sache hat Lahm auf jeden Fall Recht. Wobei es allerdings nicht die einzige Mögliochkeit ist, ein System festzulegen und dann die passende Spieler dafür zu kaufen. Die Alternative wäre, sein System an den Stärken der vorhandenen Spieler auszurichten. Auch das hat schon oft funktioniert.
hosiannarunner (07.11.2009, 19:32 Uhr)
Stimmt doch!
Die Reaktionen auf Lahms Kritik waren wohl nur deshalb so heftig, weil eigentlich alle wissen, dass er Recht hat. Denn was man mit drei Mittelstürmern will, bleibt ein Rätsel, genauso wie die Frage, warum man Lucio verkauft hat. Nur immer mit dem großen Portemonnaie rumzurennen und alles zu kaufen, was nicht schnell genug auf die Bäume kommt, ist auch nicht die Lösung.
Stagef (07.11.2009, 19:11 Uhr)
Uli Hoenes, fass Dich an Deine eigene Nase!
Mein lieber Freund, da kritisiert Hr. Hoeness einen Spieler, der wie kein anderer den FC Bayern repräsentiert, der als einer der ganz wenigen Weltklasse bei diesem Verein darstellt und vergisst offensichtlich sein eigenen, dummen und überflüssigen Interviews. Nicht zu vergessen die Interviews der Herren Beckenbauer und Rummenigge zu den Trainern Magath und Hitzfeld in den letzten Jahren, die mehr zum Niedergang dieses Vereins beigetragen haben, als (überflüssige) Interviews von verdienten Spielern.

Hallo, da ist endlich ein Spieler, der das zum Ausdruck bringt, das ohnehin alle wissen und das Spiel für Spiel für alle die sehen wollen aufgezeigt wird, der endlich "Führungsqualität" beweist, dessen Mangel ihm bisher immer vorgeworfen worden ist - und nun diese irrwitzige, und Ulli Hoeness selbst entlarvende Drohung?

Hoeness weiß selbst, dass seine Einkaufspolitik der vergangenen Jahre verfehlt war; seine Nerven liegen blank, da er "glanzvoll" Präsident seines Vereins werden wollte.

"Nein, Hr. Hoeness, die Fehler des FC Bayern sind die Ihrigen, sind die der Führung und nicht die der Spieler oder des Trainers." Der derzeitige Zustand ist einzig und alleine auf die Führungsebene zurückzuführen, die benebelt vom zurückliegenden Erfolg, die Zeichen der letzten beiden Jahre nicht erkannt hat und von einem FC Bayern schwärmte, der Vergangenheit war und so keine Zukunft hatte.

Der Verein wird sich wieder fangen, er wird wieder Erfolge erzielen, aber nur dann, wenn die Führung ihre Grabenkämpfe unterlässt und wenn sich die Spieler besinnen, dass zu einem Fußballspiel auch "Kampf" und "Selbstüberwindung" gehört.

Bayern wird es trotz aller Unkenrufe wieder "packen", zumindest wünsche ich es diesem Verein.

BBoldiesBB (07.11.2009, 19:04 Uhr)
Glashaus!
Der Spieler Lahm sollte erstmal selber besser spielen. Seit Wochen sind dessen Flanken höchstens Kreisklasse (wie Heute wieder zu bewundern) und in der Abwehr produziert auch er immer wieder Klöpse.
Ausserdem sollte sich Bayern in der Winterpause von einigen seiner Mimosen trennen, wie z.B. Toni, der nur weil in der Halbzeit ausgewechselt wurde , beleidigt nach Hause fährt!
hannes_schinder (07.11.2009, 18:49 Uhr)
Hoeneß mißt den Worten eines Spielers zu viel Bedeutung bei
Manager Hoeneß macht Spieler Lahms Äußerungen ja ganz schön wichtig. Hat Hoeneß noch genug Autorität im Verein?
Asiat (07.11.2009, 18:33 Uhr)
Hoeness - peinlich!
Konsequenzen koennten auch positiv sein, indem man sich sachlich mit Kritik und dem Kritiker auseinandersetzt. Dem Kritiker zu drohen ist aber wohl unterste Schublade.
Schulse (07.11.2009, 17:50 Uhr)
Uli Hoeneß kündigt Konsequenzen an...
vielleicht sollte er Hoeneß mal den Leuten zuhören, die wirklich was von Fußball verstehen: den Spielern. Anstatt bei öffentlicher Kritik mit Sanktionen zu drohen.

Was Lahm sagt trifft den Nagel auf den Kopf, wobei man zu solch einer Analyse auch schon vor Monaten hätte kommen können.
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