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30. September 2007, 19:56 Uhr
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Deutschland ist Weltmeister!

Sensationell! Mit einem letztendlich verdienten 2:0-Sieg gegen Brasilien haben die deutschen Damen ihren WM-Titel verteidigt. Neben den Torschützen Birgit Prinz und Simone Laudehr zeigte vor allem Torfrau Nadine Angerer eine überragende Leistung, die während des gesamten Turniers ohne Gegentor blieb.

Es ist vollbracht: Deutschland ist zum zweiten Mal nach 2003 Fußball-Weltmeister bei den Frauen© Marcus Brandt/DDP

Birgit Prinz und Simone Laudehr haben Deutschlands Fußball-Frauen zum zweiten Mal auf den WM-Thron geschossen. Durch ein verdientes 2:0 (0:0) im Finale gegen Brasilien verteidigte die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid am Sonntag in Shanghai ihren vor vier Jahren in den USA gewonnenen Weltmeistertitel und blieb als erstes Team in der WM-Historie im gesamten Turnier ohne Gegentor. In einer temporeichen Partie vor 31.000 Zuschauern im ausverkauften Hangkhou-Stadion sicherten Prinz (52.) mit ihrem 115. Länderspiel-Tor und Laudehr (86.) den Sieg für das deutsche Team, das dank der Paraden von Nadine Angerer auch das sechste Turnierspiel ohne Gegentreffer überstand und damit eine weitere Bestmarke aufstellte. Ihre größte Tat vollbrachte die 28-jährige Torfrau in der 64. Minute, als sie den Foulelfmeter von Weltfußballerin Marta entschärfte. Für den Erfolg erhält jede deutsche Spielerin eine Prämie von 50.000 Euro, dazu kommen 5000 Euro für die geschaffte Olympia-Qualifikation.

Mit der erfolgreichen Titelverteidigung krönte die Mannschaft von Silvia Neid ein makelloses Turnier, in dem Angerer den WM-Rekord des italienischen Schlussmanns Walter Zenga von 1990 um 32 Minuten überbot und insgesamt 540 Minuten unbezwungen blieb. Im Finale stand der Torfrau von Turbine Potsdam aber auch das Glück zur Seite, so bei Danielas Pfostenschuss (24.). Gegen die Ballzauberinnen aus Südamerika verdiente sich aber auch die Innenverteidigung mit Ariane Hingst und Annike Krahn ein großes Lob. In ihrem 171. Länderspiel stellte Sturmführerin Birgit Prinz einmal mehr ihre Torgefährlichkeit unter Beweis, machte mit ihrem sechsten Länderspiel-Tor gegen Brasilien alles klar und betrieb zugleich Werbung für die deutsche Kandidatur um die WM-Ausrichtung 2011.

Offenen Schlagabtausch um den Titel

Nachdem Fifa-Präsident Joseph Blatter jede Spielerin auf dem Rasen per Handschlag begrüßt hatte, entwickelte sich das Duell der beiden offensivstärksten Mannschaften des Turniers zum offenen Schlagabtausch, in dem der Titelverteidiger die technischen Vorteile des Gegners mit großem Einsatz wettmachte. In der 5. Minute vergab Kerstin Garefrekes mit einem strammen Schuss ans Außennetz die erste Chance des Spiels, auf der Gegenseite hatte die deutsche Abwehr Glück, dass Daniela (8.) nach einem von Angerer zu kurz abgewehrten Freistoß am Tor vorbeizielte. Das 1:0 verpasste dann Sandra Smisek (14.), die bei der besten Gelegenheit völlig freistehend aus 16 Metern über das Tor schoss.

Mitte der ersten Halbzeit bekamen die ball- und kombinationssicheren Brasilianerinnen, die auf dem Weg in ihr erstes WM-Finale Top-Favorit USA mit 4:0 deklassiert hatten, Oberwasser. In der 24. Minute bewahrte der Pfosten Angerer beim Distanzschuss von Daniela vor dem ersten Gegentor. Eine Minute später konnte die deutsche Torfrau Marta, mit sieben Toren erfolgreichste WM- Torschützin, erst im letzten Moment am Einschuss hindern. Mit hartem Einsteigen kauften die Südamerikanerinnen ihrem Gegner zunehmend den Schneid ab. So war vor allem Spielmacherin Renate Lingor gleich mehrfach Ziel von Attacken, doch die deutsche Abwehr hielt den brasilianischen Angriffswellen bis zur Pause stand.

Angerer hält Elfmeter von Marta

Mit einem Drehschuss über das Tor von Andreia eröffnete die von einer Wadenblessur rechtzeitig genesene Melanie Behringer (48.) die zweite Spielhälfte. Vier Minuten später legte Smisek Torjägerin Prinz den Ball mustergültig zu ihrem fünften Turnier-Tor auf. Die Brasilianerinnen antworteten mit wütenden Angriffen, doch die besseren Möglichkeiten lagen auf Seiten der deutschen Mannschaft. In der 60. Minute verpasste Garefrekes per Kopf knapp die endgültige Entscheidung. Als drei Minuten später Linda Bresonik im Strafraum Cristiane von den Beinen holte, drohte das Spiel zu kippen, doch Angerer wehrte den Schuss von Marta reaktionsschnell ab.

Die deutsche Mannschaft stemmte sich weiter erfolgreich gegen den Sturmlauf der Brasilianerinnen, die mit Macht, aber meist wenig Übersicht auf den Ausgleich drängten. In der Schlussphase gab es zwar kaum noch Entlastung, aber mit Glück und Geschick brachte die Neid- Elf den Vorsprung über die Zeit. Vier Minuten beendete Laudehr mit ihrem zweiten Länderspiel-Tor das Bangen der deutschen Fans.

Ulli Brünger/DPA
KOMMENTARE (9 von 9)
 
CeeTo (01.10.2007, 12:31 Uhr)
-.-
hevosenkuva
was ist daran schade? Der Männer Fußball hat nunmal einen höheren Stellenwert.
Man kann Frauen und Männer Fußball nicht vergleichen. Dementsprechned ist eben auch die Berichterstattung.
hevosenkuva (01.10.2007, 11:20 Uhr)
schon fast wieder vergessen...
auf stern.de und spiegel.de nur noch weit unter so wichtigen Meldungen wie "Doppelte Strafe für doppelten Korn?" oder "Fischers Memoiren" zu finden.
wären die "Männer" Weltmeister geworden, stünde das tagelang ganz oben - und selbst wenn sie mal wieder versagen, bekommen sie mehr Schlagzeile.
schon schade.
RBrunnerHH (01.10.2007, 10:35 Uhr)
Auch wenn
mir bewusst ist, das gleich alle über mich herfallen werden, aber die spielerische Leistung der deutschen Mannschaft war zum Teil wirklich dürftig. Technik, Stellungsspiel, Raumaufteilung; da war vor allem in der ersten Hälfte noch sehr, sehr viel Verbesserungspotential. Wer beispielsweise ein "Schüsschen" so "gekonnt" annimmt, dass der Ball 6-8 Meter verspringt (und das war in Häfte 1 an der Tagesordnung) muss noch viel Basisarbeit leisten. Wenn die Brasilianer, die technisch und läuferisch eine Klasse besser waren bei der nächsten WM auch noch die norwendige Abgeklärtheit haben werden, dann war´s das wohl.
trailman (01.10.2007, 09:32 Uhr)
Genial!
Die Frauen Fußball WM hat mir gut gefallen. die deutschen Fernsehsender haben einem nicht das normale TV Programm vermiest, keine grölenden Proleten auf den Strassen, die Herren-Fußball-WM sollte sich ein Beispiel daran nehmen!
Trailman.
S-achte (30.09.2007, 22:52 Uhr)
Ole, oleoleole!!!
Was ein Spiel, was ein Ergebnis!!!
Meinereiner Nichtfan, normalerweise, ist hin und wech!
Macht weiter so, Mädels!!
Chapeau!
Ganz große Klasse!
Perof (30.09.2007, 22:11 Uhr)
Hängt die Fahnen raus!
Ich finde die Leistungen der deutschen Damen mehr als beachtlich.
Herzlichen Glückwunsch an unser deutsches Team.
echtschoenhier (30.09.2007, 21:43 Uhr)
Dieses elende Genörgel...
...ist doch unerträglich. Es ist völlig unerheblich, ob es sich um einen Schreibfehler oder um einen Freud'schen Versprecher gehandelt hat. Und was Asiat meint, es könne offenbar kein solcher sein ist nun überhaupt nicht nachvollziehbar. Oft genug haben Sportreporter schon vom "Tor-Gen" gesprochen, und da hat sich keiner aufgeregt. Wenn Ihr wirklich so schlau seid, dann unterlasst doch diese dümmlichen Kommentare. Versöhnlich ist wenigstens, dass einer den Anstand besitzt, den Mädels zu gratulieren. Das möchte ich hiermit auch tun.
Asiat (30.09.2007, 17:09 Uhr)
Gen Tor
Das in der ersten Begeisterung erscheinende Gentor wurde anscheinend schnell erkannt und zum Gegentor umgewandelt. Ja, die Medien sind heute manchmal etwas zu schnell und eine Freudsche Fehlleistung war es wohl nicht.
Ganz herzlichen Glueckwunsch an die deutschen Fussball-Damen!
JoeausderHeide (30.09.2007, 16:28 Uhr)
Frage zum Beitrag
What's a "Gen-tor?"
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