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Torlinientechnik jetzt auch bei EM und in der Champions-League

Lange war sie umstritten, nun ist sie auch bei der Uefa angekommen: die Torlinientechnik. Schon bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich soll sie zum Einsatz kommen. Doch eine Frage ist noch offen.

DFB-Pokal-Finale 2014

Drin oder nicht drin?`Bei kniffligen Entscheidungen bekommen Schiedsrichter bald technische Unterstützung

Das Wembleytor wird in die Mottenkiste der Fußballgeschichte gepackt - bei der Fußball-EM in Frankreich soll es keine Diskussionen um Torklau oder Phantomtreffer geben. Nach der Fifa und dem DFB setzt auch die Uefa künftig auf Torlinientechnik als Hilfsmittel für ihre Schiedsrichter. Das entschied das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union am Freitag auf seiner Sitzung in Nyon. Damit gibt es nun in praktisch allen maßgeblichen Fußball-Wettbewerben diese Unterstützung für Referees.

In der Champions League soll ab der kommenden Saison die Torfrage im Zweifelsfall durch die Technik beantwortet werden, in der Europa League eine Spielzeit später. "Es wird uns helfen. Es ist Teil der Welt, in der wir leben", sagte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino am Freitag. "Es wird alle Zweifel beseitigen, ob ein Tor erzielt wird oder nicht", sagte der Schweizer.

Blatter dafür, Platini dagegen

Der Europa-Dachverband hatte sich lange gegen die Torlinientechnik gesträubt. Besonders der mittlerweile gesperrte Präsident Michel Platini galt als großer Gegner der elektronischen Hilfsmittel auf dem Fußballplatz. Stattdessen führte die Uefa zwei Torassistenten ein, die das Geschehen in den Strafräumen im Blick haben sollen. Diese soll es auch weiterhin geben.

Die Fifa hatte nach der WM 2010 und einer gravierenden Fehlentscheidung zugunsten Deutschlands im Achtelfinale gegen England nach einem nicht anerkannten Tor von Frank Lampard die Einführung auf Geheiß des mittlerweile ebenfalls gesperrten Präsidenten Joseph Blatter forciert.

Einführung wegen Kießlings Phantom-Tor

Beim Confederations Cup 2013 und der WM 2014 in Brasilien war das System GoalControl zum Einsatz gekommen, das wie das Hawk Eye per Kameras und Computersignal funktioniert. Nur einmal musste das System bei der WM wirklich helfen - im Vorrundenspiel zwischen Frankreich und Honduras, als der Ball vom Innenpfosten letztlich hinter der Linie im Tor von Honduras landete. Die Rechtmäßigkeit des legendären Wembleytores von Geoff Hurst für England im WM-Finale 1966 gegen Deutschland ist bis heute nicht geklärt.

Die Bundesliga setzt seit Beginn der laufenden Saison auf das britische Hawk Eye. Wirklich knifflige Situationen gab es auch in Deutschlands höchster Spielklasse seither nicht. Nach längerem Widerstand vor allem finanzschwächerer Clubs hatten sich die deutschen Vereine für eine Einführung ausgesprochen. Auslöser des Umdenkens war der Kopfball von Leverkusens Stefan Kießling gegen Hoffenheim im Oktober 2013, der von außen durch das Netz ins Tor ging und, obwohl offensichtlich irregulär, als Treffer auch von der Sportgerichtsbarkeit angesichts der herrschenden Regeln bestätigt wurde.

Entscheidung für ein System steht aus

Die Uefa will in Kürze entscheiden, welches der drei von der Fifa lizenzierten Systeme zum Einsatz kommen soll. Kostenfragen hatte sie stets als Hemmnis für die Torlinientechnik angeführt. Gerade in den Europacupwettbewerben steht der Verband vor einer Herausforderung, müssen doch rund 80 Arenen mit der Technik ausgestattet werden. Aus diesem Grund wurde wohl die Einführung in der Europa League um eine Saison hinausgezögert.

tkr/Arne Richter/DPA
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