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29. November 2009, 17:15 Uhr

Bayern gewinnen in Hannover

Die Bayern halten Anschluss an die Spitze: Mit einem ungefährdeten 3:0-Sieg gegen Hannover kletterte das Team von Trainer Louis van Gaal auf den vierten Tabellenplatz. Tabellenführer ist wieder Bayer Leverkusen, die mit einem überragenden Stefan Kießling desolate Stuttgarter abschossen.

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Endlich wieder Grund zum Jubeln: die beiden Bayern-Torschützen Thomas Müller (vorn) und Ivica Olic© Peter Steffen/DPA

Zwei Tage nach der Inthronisierung von Uli Hoeneß hat der FC Bayern München seinem frischgekürten Präsidenten einen gelungenen Einstand bereitet. Der deutsche Rekordmeister gewann am Sonntagabend bei Hannover 96 trotz einer wenig überzeugenden Vorstellung mit 3:0 (1:0) und stoppte nach zuletzt drei Remis seine kleine Durststrecke in der Meisterschaft. In Hannovers erstem Heimspiel seit dem Tod von Nationaltorwart Robert Enke sorgten Jungstar Thomas Müller (19. Minute), der Kroate Ivica Olic (47.) und Nationalstürmer Mario Gomez (90.) für den insgesamt verdienten Bayern-Erfolg. Die Hausherren enttäuschten keineswegs, aber die 96-Angreifer scheiterten ein ums andere Mal am starken Gäste-Keeper Jörg Butt.

45 Stunden nach seiner Wahl zum Nachfolger von Franz Beckenbauer konnte Hoeneß genüsslich mitansehen, wie seine Bayern die Patzer der anderen Leverkusen-Verfolger nutzten und bis auf drei Punkte zum Tabellenzweiten Werder Bremen aufschlossen. Brillieren konnten die Münchner, bei denen Olic den verletzten Nationalstürmer Miroslav Klose ersetzte, aber nur selten. Selbst die frühe Führung durch Müller, der nach einem Stellungsfehler von 96-Verteidiger Christian Schulz eine Olic-Flanke zu seinem vierten Saisontor einschob, verlieh ihrem Spiel kaum Sicherheit.

Fehlpässe und Abstimmungsprobleme, etwa der Innenverteidiger Martin Demichelis und Daniel van Buyten, prägten vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena ihre Aktionen. Aus dem Dreier-Mittelfeld um Bastian Schweinsteiger kamen wenig Impulse. Von genialen Momenten wie sie die verletzten Franck Ribéry und Arjen Robben kreieren können, war keine Spur.

Dies erkannten mit zunehmender Spieldauer auch die Hausherren, die vor allem über ihre Flügel-Dribbler Jiri Stajner und Constant Djakpa gefährliche Angriffe initiierten. Doch mehr als die Chancen durch den Ivorer Djakpa, der im ersten Durchgang gleich dreimal (14./40./43.) in Butt seinen Meister fand, sprang zunächst nicht aus den 96- Bemühungen heraus. Stattdessen konnte der Tabellenzwölfte (16 Punkte) froh sein, dass der gute Enke-Nachfolger Florian Fromlowitz gleich zweimal gegen U 21-Nationalspieler Müller (11./65.) auf dem Posten war.

Gleich nach Wiederanpfiff musste der 23-jährige Torhüter aber zum zweiten Mal hinter sich greifen. Eine Flanke von Danijel Pranjic, den Trainer Louis van Gaal anstelle des Ukrainers Anatoli Timoschtschuk im Mittelfeld aufgeboten hatte, drückte Landsmann Olic per Kopf in die Maschen. Fromlowitz war chancenlos. Von diesem Schock erholten sich die Hausherren, für die der eingewechselte Ex-Nationalstürmer Mike Hanke per Kopf die Riesenchance zum Anschlusstreffer vergab (75.), nicht mehr, so dass die Bayern relativ ungefährdet zum sechsten Saisonsieg und den Sprung auf Rang vier (24 Punkte) kamen. Zudem durfte auch noch Gomez in der Schlusssekunde jubeln.

Beim ersten Heimspiel nach Enkes Tod kehrte allmählich "ein Stück weit mehr Normalität" ein, wie Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke konstatierte. "Ich glaube, wir haben wieder eine relativ normale Fußball-Atmosphäre." Zwei Wochen nach der bewegenden Trauerfeier für Enke erinnerte aber noch vieles an den Nationalkeeper: So hängten die Hannoveraner Fans symbolisch ein Torwart-Trikot über die West- Tribüne, die 96-Profis trugen wie schon bei der 0:2-Niederlage bei Schalke 04 Jerseys mit einer kleinen Nummer eins auf der Vorderseite.

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