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Daum klaut Magath einen Punkt

Packendes Abstiegsduell: Mit viel Glück haben Eintracht Frankfurt und Comeback-Trainer Christoph Daum einen Punkt in Wolfsburg entführt. Das Team von Felix Magath war hoch überlegen, musste aber mit zehn Mann einem Rückstand hinterherlaufen, bevor der Ausgleich gelang.

  Er sorgt für den verdienten Ausgleich gegen Frankfurt: der kroatische Stürmer Mario Mandzukic

Er sorgt für den verdienten Ausgleich gegen Frankfurt: der kroatische Stürmer Mario Mandzukic

Es war das Duell zweier Trainer, es war das Duell zwischen Felix Magath, jetzt in Wolfbsurg unter Vertrag, und Christoph Daum, der Eintracht Frankfurt vor dem Totalabsturz bewahren soll. Die beiden früheren Meistermacher trafen sich mit ihren neuen Teams zu einem brisanten Abstiegsduell, das für beide Seiten unbefriedigend mit 1:1 ausging. Frankfurt kann mit dem Punktgewinn leben. Nicht nur, weil er sehr glücklich war, sondern auch, weil die Hessen mit 32 Punkten auf dem 13. Tabellenplatz bleiben. Damit hat die Eintracht vier Punkte mehr auf dem Konto als Wolfsburg, das weiter auf dem Relegationsplatz steht. Im zweiten Sonntagsspiel besiegte Köln im eigenen Stadion Nürnberg am Nachmittag knapp mit 1:0 und machte einen ganz großen Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Das Bundesliga-Comeback von Christoph Daum nach 695 Tagen endete mit einem überaus glücklichen Remis. Der späte Ausgleichstreffer von Mario Mandzukic (85.) verdarb dem Skibbe-Nachfolger den Traumeinstand. Frankfurt war entgegen dem Spielverlauf durch ein Tor Alexander Meier (59.) überraschend in Führung gegangen. Zuvor hatten die überlegenen Wolfsburger bei der Heim-Rückkehr ihres "Magiers" Magath mindestens zehn hochkarätige Chancen versiebt. Der Ausgleich fiel, als die Gastgeber in Unterzahl waren. Nationalspieler Arne Friedrich (70.) hatte eine unberechtigte gelb-rote Karte kassiert und fehlt in der nächsten Begegnung bei Magaths ehemaligem Club Schalke 04.

Daum hat in Frankfurt viel verändert


Daum, der zuletzt am 8. Mai 2009 als Trainer des 1. FC Köln Bundesliga-Luft atmete, hatte viel Neues in den elf Tagen seit seinem Dienstantritt am 23. März probiert. Er änderte die Mannschaft für das Spiel in Wolfsburg auf zahlreichen Positionen, Patrick Ochs machte er zum Kapitän, Ralf Fährmann zur neuen Nummer eins im Eintracht-Tor.

Von seinem neuen Team hatte Daum "Leidenschaft, Begeisterung, Feuer, Power" gefordert. Doch davon bekam der Motivationskünstler zunächst nur sehr wenig zu sehen.

Wolfsburg dominiert das Geschehen


Wolfsburg dominierte das Geschehen. Zentrale Figur: Diego. "Er ist mein wichtigster Mann", hatte Magath zuvor erklärt - und der kleine Brasilianer tat alles, um die Erwartungen seines Trainers zu erfüllen. Beinahe jeder Angriff der "Wölfe" lief über ihn. Diego (14.) hatte auch die erste Möglichkeit mit einem Freistoß aus 16 Metern. Eine unschöne Szene des Brasilianers war allerdings in der Schlussphase der Partie zu beobachten, als Diego Patrick Och von hinten in die Achilles sehne trat. Schiedsrichter Kinhöfer übersah die Aktion. Ob es Absicht war, lässt sich wohl nicht mehr abschlöießen klären.

In der Folgezeit spielte nur eine Mannschaft nach vorne: Wolfsburg. Die Frankfurter Deckung schwamm einige Male bedenklich, auch Torwart Fährmann hatte zunächst mehr mit seinen Nerven zu kämpfen. Außer der Konterchance von Theofanis Gekas (38.) hatte die Eintracht nichts in der Offensive zu bieten.

Helmes vergibt zahlreiche Chancen


Ganz anders der VfL: Allein Patrick Helmes hätte schon früh die Partie entscheiden können. Der Ex-Leverkusener hatte entweder Pech (41.) oder er scheiterte an Fährmann (42.) oder an seinem Unvermögen (32., 50., 53.). Umso überraschender die Führung für die Hessen, als Meier einen Abpraller nach einem Schuss von Halil Altintop aus abseitsverdächtiger Position versenkte.

Wolfsburg war einige Zeit geschockt, fing sich dann aber wieder und erspielte sich mit bemerkenswertem Einsatz weiter große Chancen. Doch erst der eingewechselte Mandzukic erlöste den VfL.

Zähe Partie in Köln


Goalgetter Milivoje Novakovic rettete dem 1. FC Köln in allerletzter Sekunde einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg. Mit seinem 12. Saisontreffer sicherte der Slowene den Rheinländern ein knappes 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg. Köln liegt nun mit 35 Punkten klar vor den Bundesliga-Abstiegsrängen, die Gäste aus Franken mussten einen Rückschlag im Rennen um Fußball-Europa hinnehmen. Für den "Club" war es die erste Auswärtspleite nach zuletzt fünf unbesiegten Partien in der Fremde.

Eine flüssige Ballzirkulation blieb in der zähen Partie Mangelware. Der stockende Spielfluss verhinderte aber nicht, dass die beiden Teams sehr intensiv und aggressiv zu Werke gingen. Kurz vor der Halbzeitpause vergab Nürnbergs Jens Hegeler aus aussichtsreicher Position deutlich, dann sorgten Youssef Mohamad und "Club"-Kapitän Andreas Wolf für einen Aufreger: Nach einer Rangelei (42.) wurden beide Kicker mit Gelb bestraft - eine glückliche Entscheidung für den Kölner. Spielerisches Risiko vermieden die Teams aber weiter.

tis/DPA/DPA

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