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Düsseldorf jubelt über historischen Heimsieg

Nach 5711 Tagen hat Fortuna Düsseldorf endlich wieder einen Heimsieg in der Fußball Bundesliga eingefahren. Bitterer als das 2:0 wiegt für den Gegner HSV allerdings die Verletzung ihres Top-Stars.

  Düsseldorfer Jubel-Trio: Stefan Reisinger, Torschütze zum 2:0, freut sich mit Nando Rafael und Adam Bodzek

Düsseldorfer Jubel-Trio: Stefan Reisinger, Torschütze zum 2:0, freut sich mit Nando Rafael und Adam Bodzek

Der ersehnte historische Heimsieg von Fortuna Düsseldorf ist perfekt. Nach 15 Jahren und sieben Monaten erzielten Robbie Kruse (45.+2 Minute) und Stefan Reisinger (63.) die Tore zum 2:0 (1:0) gegen den enttäuschenden Hamburger SV. Es war vor 54.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Freitagabend der erste Bundesliga-Erfolg vor heimischem Publikum für die Rheinländer seit dem 5. April 1997. Dabei verließ die Fortuna zu Beginn des 13. Spieltags die Abstiegszone, nach zuvor vier Auswärtsspielen ohne Niederlage verpassten die schwachen Hamburger den Anschluss an die Europapokalplätze.

"Wir haben nicht die Jahre gezählt, aber in unserer Situation sind die drei Punkte Gold wert. Wir haben zweimal wunderbar getroffen, Großchancen von Hamburg gab es wenig, deshalb ist der Sieg verdient", meinte Düsseldorfs Verteidiger Jens Langeneke. "Wir haben viel zu pomadig gespielt", kritisierte HSV-Trainer Thorsten Fink. "Wir müssen noch viel arbeiten, das was heute war, war zu wenig. Wir haben gedacht, dass wir es nur mit spielerischen Mitteln machen können."

Sein Team versuchte es mit Spielkultur, trieb seine Angriffe über die Flügel an, war aber zu schlampig in den Kombinationen. Düsseldorf setzte Kampf und Einsatz entgegen, ließ jedoch ebenfalls die Präzision vermissen. So entwickelte sich eine engagiert geführte Partie, die jedoch zunehmend verflachte und in der ersten halben Stunde ohne eine einzige nennenswerte Torchance blieb.

Verdacht auf Muskelfaserriss bei van der Vaart

Nach 31 Minuten musste der HSV auch noch auf Rafael van der Vaart in der Kreativzentrale verzichten. "Ein großer Verlust", wertete Fink. Der Niederländer verletzte sich bei einem Zusammenprall mit Fortunas Torwart Fabian Giefer, griff sich wenig später im Lauf an den rechten Oberschenkel und ging mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss für Tomas Rincon vom Feld. Ein schlechtes Omen: Ohne seinen Superstar haben die Hanseaten diese Saison kein Tor erzielt und warten nun seit neun Spielen auf einen Sieg bei den Rheinländern.

Da auch Langeneke nach einer starken Rettungsaktion verletzungsbedingt ausgewechselt wurde, verlor die Fortuna kurzzeitig die Ordnung. Maximilian Beister, der vergangene Saison elf Tore zum Aufstieg der Rheinländer beigetragen hatte, verpasste mit einem Schuss aus 16 Metern nur knapp die Führung (44.).

Die gelang unerwartet hingegen der Heimmannschaft. Nach einem Fehlpass von Heung-Min Son überbrückte Andreas Lambertz schnell das Mittelfeld und passte mustergültig in den Lauf von Kruse. Den Schuss des Australiers lenkte Michael Mancienne unhaltbar für Nationaltorwart René Adler in die kurze Ecke. "Natürlich ist die Führung glücklich", meinte Sportdirektor Wolf Werner in der Pause.

Gagelmann pfeift Ausgleich ab

Unbeeindruckt von dem Rückschlag startete der HSV zunächst in die zweite Halbzeit. Erst scheiterte Marcus Berg, der für Artjoms Rudnevs erstmals seit dem ersten Spieltag in der Startelf stand, mit dem Außenrist an Giefer (50.). Wegen eines Stoßens von Berg gegen Lambertz versagte Schiedsrichter Peter Gagelmann einem Freistoßtreffer von Heiko Westermann (54.) die Anerkennung.

Stattdessen sorgte der eingewechselte Reisinger für die Entscheidung. Mit einem Sololauf düpierte der frühere Freiburger die komplette HSV-Hintermannschaft und bezwang den alleingelassenen Adler ohne Mühe. Schon während der Schlussminuten herrschte bei den Fortuna- Anhängern Hochstimmung über den ersten Liga-Heimerfolg seit 5711 Tagen, damals gelang ein 2:0 gegen den FC St. Pauli.

Vor dem verspäteten Anpfiff hatten sich die Gäste-Fans hingegen daneben benommen. Im HSV-Block waren mehrere Bengalos gezündet worden, dabei ging ein Transparent mit der Aufschrift "Lasst uns ein Spiel spielen" in Flammen auf. "Ich weiß nicht, ob das Konsequenzen haben wird, aber wir können nicht jeden HSV-Fan nackt ausziehen", sagte Werner.

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