Hoffenheim zerlegt HSV - Labbadia vor dem Aus?

25. April 2010, 17:07 Uhr

Nach dem 1:5-Debakel in Hoffenheim droht dem Hamburger SV in der nächsten Saison die Zuschauerrolle auf europäischer Bühne - und Trainer Labbadia das endgültige Aus. Im zweiten Sonntagsspiel verschafften sich die Freiburger mit einer kompakten Leistung gegen Wolfsburg wieder etwas Luft im Abstiegskampf.

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Ein Bild mit Symbolcharakter: Jarolim am Boden©

Durch die höchste Saisonniederlage ist der Bundesligazug nach Europa für die Hanseaten zwei Spieltage vor Saisonende bei fünf Punkten Rückstand auf Platz sechs abgefahren. "Wir sind chancenlos, uns über die Bundesliga für Europa zu qualifizieren. Das ist natürlich ein bitterer Saisonverlauf", sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann. Zu allem Überfluss sah der in der 56. Minute eingewechselte Tolgay Arslan kurz vor Schluss wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

Total frustriert trotteten die Verlierer vom Platz. "Da fehlen mir die Worte. So wie wir heute aufgetreten sind, das ist unverantwortlich", wetterte Piotr Trochowski. "Ich bin fassungslos und kann es nicht erklären", meinte der glücklose Mladen Petric.

HSV in einem katastrophalen Zustand
Dagegen war Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nach dem Ende der 1899er Negativserie von sieben sieglosen Spielen glücklich und erleichtert. "Das tut unheimlich gut. Das war heute auch für die Fans ein guter Tag. Natürlich haben uns die zwei frühen Tore gut getan. Ich glaube, wir haben heute in einem Spiel so viele Tore geschossen wie in den letzten sechs, sieben Spielen nicht", meinte Rangnick.

Vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel beim FC Fulham präsentierte sich der HSV in einem katastrophalen Zustand und konnte kaum Hoffnungen auf das Erreichen des Endspiels im eigenen Stadion wecken. Vor 30 150 Zuschauern sorgten Vedad Ibisevic in der 2. und 11. Minute und Chinedu Obasi (31./72.) jeweils mit einem Doppelpack sowie Sejad Salihovic (77.) für den verdienten Erfolg der TSG. Für den HSV traf Robert Tesche (65.).

"Hinten nix, in der Mitte nix und vorne nix"
Mit der Rückkehr zum Spaß-Fußball bereiteten die Kraichgauer ihrem Mäzen Dietmar Hopp ein vorzeitiges Geschenk zu dessen 70. Geburtstag an diesem Montag. "Heute sind sehr schöne Erinnerungen wach geworden. Es war ein tolles Geschenk", sagte Hopp gerührt, der mit Manager Jan Schindelmeiser und Coach Rangnick noch viele schöne Siege erleben möchte: "Ja, wir machen mit beiden weiter."

Der Auftritt des Gastgebers in Hälfte eins erinnerte an die Gala in der Vorsaison, als der damalige Aufsteiger den Bundesliga-Dino mit 3:0 besiegt hatte. "Hinten nix, in der Mitte nix und vorne nix - macht 0:3", kommentierte Hoffmann zur Pause im Fernsehsender "Sky" den teilweise lustlos wirkenden Auftritt der Gäste.

Die HSV-Abwehr sieht alt aus
Die luden den Gastgeber mit haarsträubenden Fehlern förmlich zum Toreschießen ein. Schon nach 78 Sekunden patzte Joris Mathijsen gegen Ibisevic, der das Geschenk dankend annahm. Neun Minuten später war der bosnische Stürmer bei einer Flanke von Andreas Beck mit dem Kopf erneut zur Stelle und erhöhte sein Trefferkonto auf zwölf. Auch beim dritten Gegentor von Obasi, der nach Vorarbeit von Christian Eichner nur noch einzuschieben brauchte, sah die HSV-Abwehr alt aus.

Auf der Gegenseite erlebte Daniel Haas, der den wegen eines Muskelfaserrisses fehlenden Timo Hildebrand vertrat, im Hoffenheimer Gehäuse einen ruhigen Nachmittag. Lediglich bei einem Freistoß von Trochowski (41.) musste Haas eingreifen. Ansonsten blieb der HSV blass und ließ über weite Strecken Bundesliga-Format vermissen.

Hoffmanns Hoffnungen auf eine Steigerung nach dem Wechsel erfüllten sich nicht. Hoffenheim dominierte weiter nach Belieben und hätte die Führung durch Ibisevic (52.), der nur den Pfosten traf, ausbauen können. Erst nach einer Stunde kam der Nordclub etwas besser ins Spiel und durch Petric, der aufgrund akuter Personalprobleme von Beginn an ran musste, zu einer Chance. Tesche düpierte kurz darauf den zu weit vor dem Tor stehenden Haas mit einem Heber aus 25 Metern, doch Obasi stellte bei einem Konter den alten Abstand wieder her. Salihovic setzte dann den Schlusspunkt.

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KOMMENTARE (9 von 9)
 
butcher99 (26.04.2010, 14:02 Uhr)
wer sich den
Labbadia holt, ist sein Elend selbst schuld, ein begnadeter Fussballer ist nicht unbedingt ein guter Trainer
theobaldtiger (26.04.2010, 10:45 Uhr)
Richtig, Doc D !
Der Fisch stinkt immer vom Kopf her, dieser Verein wird miserabel geführt. Die lachen sich ja heute noch tot in Vizekusen, dass sie für einen Trainer, den sie gerade feuern wollten, noch 1 Mio Ablöse einstecken durften ....... Und jetzt Löw ? Worauf läuft das hinaus ? 8 Trainer in 8 Jahren .....
Doc_D (26.04.2010, 09:15 Uhr)
Noch mehr nix
Hinten nix, in der Mitte nix, vorne nix, oben (Vorstands-Chef) nix.
AttaTroll (25.04.2010, 21:57 Uhr)
Aber nicht doch
Labbadia vor dem Aus? Unsinn! Das wird alles bloß von den Medien hochsterilisiert...
budbundy69 (25.04.2010, 20:38 Uhr)
@ MILE 64
Söldner ? Wer vom HSV als Söldnertruppe redet und dabei die Könige der Söldnder, den H.Hopp.Hoffenheim vergisst, der hat irgendetwas falsch verstanden !
danov (25.04.2010, 19:18 Uhr)
Duplizität der Ereignisse
Wen wundert´s - das war doch mit Ansage...
SirDidimus (25.04.2010, 18:46 Uhr)
mile64
könnte man so meinen, aber andere mannschaften haben auch "söldner" und die spielen gut. hier scheint einfach gegen den trainer gespielt zu werden. ich wünsche den spielern, dass - wenn sie mal den verein verlassen - sie nicht mehr gekauft werden. wer will schon verräter im team haben?
hans-hubert (25.04.2010, 18:38 Uhr)
Mannschaft spielt gegen den Labbadia
Deutlicher konnte es die Mannschaft nicht mehr
zeigen,dass sie den Trainer nicht mehr
haben will.
mile64 (25.04.2010, 18:13 Uhr)
Söldner
Eine Söldner-Truppe dieser HSV. Kein Herz, kein Respekt vor dem Verein. Und dann spielen Sie auch noch gegen den Trainer, ohne Worte. Diese Typen dürften in Deutschland keinen Vertrag mehr bekommen.
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