Rafael rettet Schalke gegen Leverkusen

13. April 2013, 20:25 Uhr

Leverkusen hat gegen Schalke 2:0 geführt. Doch dann starteten die Königsblauen eine Aufholjagd. In der Schlussphase brachte ein Elfmeter den verdienten Ausgleich.

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Schalke, Bayer, Leverkusen, Draxler, Schürrle

Schalkes Ersatz-Spielmacher Rafael verwandelt wenige Minuten vor Schluss einen Strafstoß zum Ausgleich gegen Leverkusen.©

Mit einem Elfmetertreffer kurz vor Schluss hat Raffael Schalke 04 vor einer Heimpleite gegen Bayer Leverkusen bewahrt und der Werkself zugleich einen Riesenschritt in Richtung Champions League vermasselt. Der Brasilianer sorgte am Samstag für den 2:2 (0:1)-Endstand und das Happy End einer Schalker Aufholjagd. Die diskussionswürdige 1:0-Führung hatte Simon Rolfes in der 39. Minute erzielt, als Schalkes Stürmer Ciprian Marica verletzt im eigenen Strafraum lag. Mit Kadlecs direkt verwandeltem Freistoß zum 2:0 (58.) war die Partie scheinbar entschieden. Doch dann gelang Teemu Pukki (71.) der Anschlusstreffer und Raffael der Ausgleich.

Der eingewechselte Finne Pukki hatte den Strafstoß herausgeholt, Ömer Toprak sah vor 61 619 Zuschauern wegen der Notbremse die Rote Karte (86.). Durch das Remis gegen den Angstgegner hat Schalke in der Tabelle der Fußball-Bundesliga weiter vier Punkte Rückstand auf Leverkusen und im Kampf um den dritten Platz - der den Einzug in die CL-Gruppenphase garantiert - noch nicht alles verspielt.

Schalke stark ersatzgeschwächt

Schalke-Coach Jens Keller musste aufgrund von zehn verletzungsbedingten Ausfällen sowie des Fehlens des gelb-gesperrten Roman Neustädter arg improvisieren. Auf der Bank saßen gleich vier U19- und U23-Akteure. So war es kein Wunder, dass die Anfangsphase den zunächst aktiveren Gästen gehörte, die in Stefan Reinartz und Sebastian Boenisch (beide Gelbsperre) nur zwei Profis ersetzen mussten. Zudem kehrte Toprak in die Innenverteidigung zurück.

Besonders schwer bei Schalke wog der Ausfall des zuletzt überragenden Jefferson Farfan. Dafür stand erstmals Raffael in einem Heimspiel in der Startelf, Michel Bastos rückte nach rechts, Julian Draxler nach links. Und der Jungnationalspieler hatte nach einem Fehlversuch von Andre Schürrle die erste große Möglichkeit im Top-Duell des 29. Spieltags. Zunächst ließ Draxler (11.) zwei Leverkusener aussteigen, zog nach innen und zwang Bernd Leno mit einem Flachschuss ins lange Ecke zu einer Glanzparade.

Die Königsblauen blieben auch danach gefährlicher, obwohl Bayer mehr Ballbesitz hatte. Einen Distanzschuss von Raffael (21.) fälschte Philipp Wollscheid zur Ecke ab, einen weiteren Knaller des agilen Brasilianers (23.) entschärfte Leno. Auf der Gegenseite traf Daniel Carvajal nur das Außennetz (29.). Dann musste Schalke-Keeper Timo Hildebrand bei einem Schuss von Schürrle erstmals sein ganzes Können aufbieten (35.).

Leverkusen geht fahrlässig mit Torchancen um

Die Rheinländer gingen lange fahrlässig mit ihren Chancen um und brachten dann die Schalke-Anhänger auf die Barrikaden: Obwohl Ciprian Marica nach einem Zusammenprall mit Stefan Kießling verletzt im eigenen Strafraum lag, unterbrach Schiedsrichter Manuel Gräfe die Partie nicht, und Bayer nutzte die Verwirrung eiskalt zur Führung. Nach einer Flanke von Lars Bender über den verletzten Marica hinweg war Kapitän Rolfes mit dem Kopf zur Stelle und nickte den Ball zum 1:0 ein. Ein zumindest aus Fairness-Sicht fragwürdiger Treffer, wenn auch wohl regelkonform. Alle Schalker Proteste halfen nichts.

Dann bemühten sich der Gastgeber im zweiten Abschnitt um den Ausgleich, doch mit dem 0:2 durch Kadlec nach fast einer Stunde schien die Partie für Schalke gelaufen. Dennoch gab die Not-Elf nicht auf: Als Leno einen Distanzschuss von Bastos nicht festhalten konnte, staubte Pukki zum 1:2 ab und rief die Anhänger noch einmal auf den Plan. Am Ende reichte es dann tatsächlich noch zum Remis.

Ulli Brünger/DPA
 
 
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