Schalke bleibt oben dran: Mit einem Heimsieg gegen Hertha BSC Berlin hat sich das Team von Trainer Felix Magath an den Bayern vorbei auf den dritten Rang geschoben. Bremen entäuschte mit einem torlosen Remis gegen Köln.

Gute Stimmung auf Schalke: Mit einem mühsamen Sieg gegen Hertha bleibt Schalke im Geschäft um die Champions-League-Plätze© Lars Baron/Bongarts/Getty Images
Kevin Kuranyi mit seinem 100. Bundesliga-Tor und Rafinha per Last-Minute-Elfmeter haben Hertha BSC noch tiefer in die Krise gestürzt und Schalke 04 in die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga geschossen. Dort stehen die Schalker jetzt auf dem dritten Tabellenplatz punktgleich mit Werder Bremen, die beim torlosen Remis gegen den 1. FC Köln eine enttäuschende Leistung zeigten.
Nach drei Spielen Ladehemmung schaffte Kuranyi am Sonntagabend in der 59. Minute seinen Jubiläumstreffer; den Endstand zum 2:0 (0:0)-Arbeitssieg der Schalker markierte Rafinha in der Nachspielzeit (90.+2). Das Team von Felix Magath, der sein 400. Spiel als Bundesliga-Trainer absolvierte, zog damit nach Punkten mit dem Tabellenzweiten Werder Bremen (beide 28) gleich und verkürzte den Rückstand auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen auf drei Zähler.
Magath: Hauptsache gewonnen
"Hauptsache gewonnen - so muss man es sagen", meinte Magath. "Wir haben keine Mittel gefunden und deshalb bin ich froh, dass wir überhaupt gewonnen haben." Sein Kollege Friedhelm Funkel war sauer über das Tor Kuranyis, dass "klar Abseits" gewesen sei. "Die Niederlage war natürlich unnötig, denn wir haben sehr diszipliniert gespielt. Schalke hätte nie und nimmer ein Tor geschossen, wenn nicht der Abseitstreffer gegeben worden wäre."
Für die ohne ihren gesperrten Kapitän Arne Friedrich angetretenen Berliner stand nach dem 14. Ligaspiel nacheinander ohne Sieg schon am Nikolaustag fest, dass sie auf dem letzten Platz überwintern werden. Überdies warten im Heimspiel gegen Leverkusen und dann bei Bayern München ganz schwere Brocken auf die Hertha, die kurz vor Schluss durch eine Riesenchance von Adriàn Ramos fast den Ausgleich geschafft hätte. Doch der gerade eingewechselte Kolumbianer knallte vor 60 801 Zuschauern in der Schalker Arena den Ball per Scherenschlag aus nächster Nähe freistehend übers Tor.
Der Spielfilm in der Schalker Arena war schnell erzählt: Hertha wollte nicht verlieren - S04 fehlten zumindest eine Stunde die Ideen. Dabei hätte allein Kevin Kuranyi die "Königsblauen" in der ersten Hälfte klar in Führung bringen können. Doch der eifrige Stürmer, der vor einer Dreierkette ein ständiger Unruheherd in der Hertha-Abwehr war, vergab gleich drei prächtige Möglichkeiten (19./23./32. ) und schaffte sein 100. Bundesliga-Tor zunächst wieder nicht.
Hertha wollte nur Torchancen verhindern
Nach 13 Spielen ohne Sieg verlegte sich die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel aufs Verhindern von Schalker Chancen - egal wie. Die wenigen Angriffsversuche liefen zumeist über Patrick Ebert, der vor vor drei Tagen in der Euro League beim 1:0-Hoffnungsschimmer in Ventspils noch gefehlt hatte. Doch wirkliche Gefahr für das von Manuel Neuer gehütete Tor der Schalker bestand nicht.
Ebert war in der 59. Minute auch für die erste Chance der Berliner zuständig. Mit seinem Freistoß aus rund 28 Metern konnte er Neuer aber nicht aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegenteil. Der Abwurf des Nationalkeepers leitetet die Führung der Gastgeber ein. Eine Flanke von Lukas Schmitz verlängerte Marcelo Bordon zu Kuranyi, der aus Abseitsverdächtiger Position sein Jubiläumstor köpfte.
Magath brachte zur zweiten Halbzeit Halil Altintop und verpasste ihm nur 36 Minuten später mit der Auswechslung die Höchststrafe. Trotz des Erfolgs war Meistertrainer Magath ganz offensichtlich überhaupt nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die den hart erarbeiteten Sieg schließlich unter Dach und Fach brachte.
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