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2. September 2010, 12:13 Uhr

Kritik an Stadionprojekten

Am Freitag startet die EM-Qualifikation - in den Gastgeberländern der Europameisterschaft ist die Stimmung jedoch getrübt. Sowohl die viel zu großen Stadien als auch die fehlende Infrastruktur sind ein Problem. Werden Polen und die Ukraine das große Turnier stemmen können?

Uefa Euro 2012, Stadien, Stadionprojekte, Michel Platini, Ukraine, Polen

Noch im Bau: Das Nationalstadion in Warschau soll die größte Arena Polens werden© Grzegorz Jakubowski/EPA

Heftige Kritik an überdimensionierten Stadionprojekten bei der Fußball-EM 2012 hat ein führender Funktionär des Ausrichterlandes Polen geübt. Die Arenen in Kiew und Warschau seien mit einer Kapazität von 69.000 bzw. 55.000 Zuschauern "überdimensioniert". Ohne Hauptnutzer nach der EM fehle es zudem an einem Nachhaltigkeitskonzept, sagte Thomas Speck, Vizepräsident des EM-Ausrichterortes Breslau, beim Sports Venue Summit in München.

In der Ukraine sehe er nur Chancen für die Arena in Donezk, auch nachhaltig genutzt zu werden: "Der polnische Fußball-Markt entwickelt sich, aber die Ukraine kriegt Probleme." Immerhin soll entgegen der schlimmsten Befürchtungen der Stadionbau in den Gastgeberländern im vorgegebenen Zeitraum abgeschlossen werden. "Sowohl Polen als auch die Ukraine sind vollkommen in der Spur, sagte Speck. Probleme seien aber vor allem in der restlichen Infrastruktur der Ukraine zu befürchten.

Infrastruktur in der Ukraine ein Problem

"Ich habe Zweifel, dass Transfermöglichkeiten und Hotels in den WM-Städten der Ukraine innerhalb von zwei Jahren funktionsfähig sind", gab Speck zu. Obwohl die neue Regierung unter Präsident Viktor Janukowitsch "Gas gegeben habe", laufen die Vorbereitungen schleppend. Von einer Verlegung einiger Partien beispielsweise in den Osten Deutschlands wollen die Organisatoren trotzdem nichts wissen: "Das wäre nicht gut und wird auch nicht passieren", sagte Speck. Dies hatte zuletzt auch die Europäische Fußball-Union in Person von Uefa-Präsident Michel Platini ausgeschlossen.

Trotz der zahlreichen Baustellen schaut Speck aber positiv auf die kommende Europameisterschaft. "Die Euphorie wird einsetzen und es wird große Fanzonen geben. Es werden schöne Europameisterschaften." Bei der EM-Endrunde vom 8. Juni bis zum 1. Juli 2012 ermitteln die 16 besten europäischen Nationalmannschaften in Polen und der Ukraine den Europameister.

SID/dab
 
 
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