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René Schnitzler - ein Spieler packt aus

Es war einst ein hoffnungsvoller junger Stürmer mit einem großen Problem: Er war spielsüchtig. Das wurde René Schnitzler zum Verhängnis, deshalb köderte die Wettmafia den früheren Stürmer des FC. St. Pauli. Im neuen stern packt er jetzt aus.

Erstmals packt ein deutscher Fußball-Profi über Spielmanipulationen aus: Der frühere St.-Pauli-Stürmer René Schnitzler gibt im neuen stern zu, mehr als 100.000 Euro dafür genommen zu haben, dass er insgesamt fünf Spiele des FC St. Pauli manipuliere. Diese Spiele fanden alle 2008 statt, damals spielte St. Pauli noch in der Zweiten Bundesliga. Im Gespräch mit dem stern gab Schnitzler an, Geld von einem Wettpaten namens "Paul" bekommen, aber keines der fraglichen Spiele manipuliert zu haben.

Schnitzler ist seit Jahren spielsüchtig: "Seit ich 18 Jahre alt bin, gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht gespielt habe." Seinen Schilderungen sind die meisten seiner Kollegen chronische Zocker. "Viele Profis haben gewettet wie Wahnsinnige. 70 oder 80 Prozent der Spieler einer Mannschaft setzen auf irgendwelche Partien in irgendwelchen Ligen", sagte Schnitzler, der vor seinem Engagement in Hamburg in der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach und bei Bayer Leverkusen spielte. Aus seiner Zeit bei Bayer berichtet Schnitzler, ein Nationalspieler habe den Kollegen am Flughafen vor einem Testspiel gegen Legia Warschau einen Hut hingehalten: Jeder Profi sollte 500 Euro in den Jackpot einzahlen. "Da segelten die Scheine, mehr als 5000 Euro lagen drin. Und die hat der kassiert, dessen Koffer zuerst aufs Gepäckband fiel."

Fußball spielte der Stürmer zuletzt beim nordrhein-westfälischen FC Wegberg-Beeck in der Nähe seiner Heimat Mönchengladbach. Den Verein schoss er zum Aufstieg in die Oberliga. Der Vertrag wurde aber im Dezember aufgelöst, weil ihm der Verein, so hieß es, die Rückkehr in den Profifußball ermöglichen wollte.

Der Wettpate heißt nach Recherchen des stern Paul Rooij, ist Niederländer und eine zentrale Figur im Bundesliga-Wettskandal. Akten der Bochumer Staatsanwaltschaft, die dem stern vorliegen, zeigen, dass Rooij mit vielen der im Bochumer Wettskandal-Prozess Beschuldigten engen Kontakt hatte - er war ein "Boss und Lenker" schreibt das Magazin. Die Unterlagen belegen weiterhin, dass Paul Rooij für zahlreiche mutmaßliche Spielmanipulatoren hohe Wetten in Asien platzierte, die von deutschen Wettanbietern nicht gehalten worden wären.

In Deutschland setzte Rooij laut René Schnitzler fünfmal hohe Beträge auf Niederlagen des FC St. Pauli bei Auswärtsspielen. Konkret ging es um die Partien bei Mainz 05 (Saison 2007/2008), bei Hansa Rostock, dem FC Augsburg, dem MSV Duisburg und erneut bei Mainz 05 (jeweils Saison 2008 /2009).

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