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22. November 2009, 09:02 Uhr

Seit Hoyzer hat sich nichts geändert

Nach der Hoyzer-Affäre sagte der Deutsche Fußball-Bund Manipulationen den Kampf an. Gebracht hat das wenig. Experten vermuten, dass die Wettmafia eigene Wetten anbietet. Von Felix Haas

Wettskandal, Fußball, Hoyzer

Offenbar bietet die Wettmafia für ihre Kunden exklusive Wetten an© Philipp Guelland/DDP

Als Robert Hoyzer im November 2005 vom Berliner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt wurde, meldete sich DFB-Präsident Zwanziger zu Wort. "Ich empfinde Genugtuung darüber, dass die Affäre so zügig aufgearbeitet worden ist", sagte Zwanziger in einem Interview mit dem "Tagesspiegel". Gefragt, was der Deutsche Fußball-Bund aus der Hoyzer Affäre gelernt habe, sagte Zwanziger: "Wir haben gelernt, dass wir uns besser als bisher vor den Verführungen der Sportwetten schützen müssen." Und weiter: "Für die Zukunft ist es wichtig, präventiv gegen Wettbetrug vorzugehen."

Lügendetektor für auffälige Spieler

Nun, vier Jahre später, steht der Fußball erneut vor einem Skandal, dessen volle Tragweite noch nicht ganz klar ist. Was für Maßnahmen sind ergriffen worden, um präventiv gegen Wettbetrug vorzugehen? Welche Vorhaben konnte der DFB in die Tat umsetzen und welche sind liegengeblieben?

Der Fall Hoyzer löste in der Fußballwelt die wildesten Spekulationen aus, wie möglichen Wettskandalen Einhalt geboten werden könne. Die angedachten Maßnahmen reichten von Frühwarnsystemen über Änderungen der Ausbildungsstrukturen für Schiedsrichter. Spieler sollten vertraglich dazu verpflichtet werden, keine Wetten zu platzieren. Auch technische Hilfsmittel wie der Videobeweis oder ein Chip im Ball wurden gefordert. Es gab sogar Rufe nach Lügendetekoren, die Spielern nach auffälligen Spielen auf den Zahn fühlen sollten. Schlussendlich wollte auch die Politik einen Beitrag leisten und den Straftatbestand Wettbetrug schaffen.

300 Millionen Datensätze täglich

Vieles davon ist umgesetzt worden. Schiedsrichter-Ansetzungen für Ligaspiele werden erst kurz vor dem Spieltag veröffentlicht. Die Schiedsrichter werden bei der Ausbildung auf ihre charakterlichen Eigenschaften geprüft. Spielerverträge enthalten die geforderten Wettverbote. Und die Deutsche-Fußball-Liga (DFL) arbeitet schon seit 2005 mit dem Unternehmen "Sportradar" zusammen, das nach eigenen Angaben ein internationales Frühwarnsystem zum Schutz vor Wettbetrug anbietet.

Die Quotenveränderungen der Wettanbieter werden in bestimmten Zeit-Intervallen untersucht - werden auffällige Veränderungen festgestellt, alarmiert "Sportradar" die DFL. "Wir erfassen mit unserer Datenbank über 300 Millionen Datensätze täglich. In Europa überprüfen wir 29.000 Spiele, darunter sämtliche Profiligen im europäischen Ausland", sagt Andreas Krannich, Pressesprecher von "Sportradar" gegenüber stern.de.

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