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Die Bundesliga trauert um "de Naas": Hannes Löhr ist tot

Die lauten Töne hat Hannes Löhr stets anderen überlassen, an seiner Bedeutung für den deutschen Fußball gibt es aber keinen Zweifel: Der legendäre Spieler des 1.FC Köln und einer der erfolgreichsten Bundesliga-Torjäger überhaupt ist im Alter von 73 Jahren gestorben.

Hannes Löhr in den 70er-Jahren im Trikot seines 1.Fc köln

Hannes Löhr in den 70er-Jahren im Trikot "seines" 1.FC Köln: Der Ex-Nationalstürmer ist im Alter von 73 Jahren gestorben.

Einer der Großen des deutschen Fußballs ist tot. Johannes "Hannes" Löhr ist am Montag im Alter von 73 Jahren gestorben. Im Frühjahr 2015 hatte der am 5. Juli 1942 in Eitorf an der Sieg geborene Löhr einen Schlaganfall erlitten. Noch kurz vor Weihnachten hatte er im DFB-Interview über die Folgen dieser Erkrankung gesprochen und sich für 2016 zuversichtlich geäußert: "Ich habe noch viel vor."

Ein Lautsprecher seiner Zunft war Löhr nie - eher ein Mann der leisen Töne, bescheiden im Auftreten, obwohl er Großes leistete. Häufig war er bei den Heimspielen seines Stammvereins in Müngersdorf unter den Zuschauern, "das ist mir ganz wichtig", ließ er einst wissen. Der FC war für ihn auch immer eine Art Familie. Die FC-Profis werden im Gedenken an Hannes Löhr im Spiel beim FC Ingolstadt am Dienstagabend mit Trauerflor antreten.

Overath: "Das ist grausam"

"Der Tod von Hannes Löhr trifft mich sehr. Er gehörte ohne Zweifel zu den größten Persönlichkeiten, die ich kennenlernen durfte", sagte FC-Vizepräsident Toni Schumacher über den Verstorbenen. Löhrs Qualitäten als Spieler, Trainer und auch als Funktionär seien unbestritten, fügte Schumacher hinzu. Löhrs langjähriger Weggefährte und Freund Wolfgang Overath sagte der "Bild": "Das ist grausam. Wir haben fast 50 Jahre miteinander verbracht."

Auch Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich betroffen: "Mich macht die Nachricht vom plötzlichen Tod von Hannes Löhr sehr traurig. Nicht nur in Köln war er eine Fußball-Institution, auch beim DFB hat er Spuren hinterlassen, besonders bei der U21 und im gesamten Nachwuchsbereich." Rainer Koch, DFB-Interimspräsident, sprach von "tiefer Trauer und Betroffenheit", die die Nachricht vom Tod Löhrs ausgelöst habe. "Hannes Löhr wird dem Fußball fehlen, unsere Gedanken sind bei seiner Familie und Freunden."

Hannes Löhr führte DFB-Team zur Olympia-Medaille

Für die DFB-Auswahl bestritt Löhr 20 Länderspiele. Er gehörte beim EM-Sieg 1972 zum Nationalkader und war 1970 in Mexiko WM-Teilnehmer. Er bestritt alle Spiele des deutschen Teams - inklusive das sogenannte "Jahrhundertspiel" gegen Italien (3:4 nach Verlängerung). Für "seinen" FC absolvierte er zwischen 1964 und 1978 insgesamt 381 Bundesligapartien, in denen ihm 166 Treffer gelangen. Damit ist Löhr, der wegen seiner ausgeprägten Nase in Köln nur "De Nas" gerufen wurde, noch immer die Nummer 10 der besten Törjäger der Liga. 1968 war er mit 27 Treffern Torschützenkönig der höchsten deutschen Spielklasse.

Als DFB-Trainer feierte Löhr seinen größten Erfolg 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul. Damals führte er das Team, zu dem unter anderem Jürgen Klinsmann, Thomas Häßler, Frank Mill oder der vor einem Jahr gestorbene Wolfram Wuttke gehörten, zum Gewinn der Bronzemedaille. "Besonders in Erinnerung geblieben ist mir diese einmalige Stimmung und Atmosphäre" - so dachte Löhr noch vor gut drei Monaten an das Turnier von Südkorea zurück.

"Wir werden Hannes Löhr nie vergessen"

"Hannes Löhr war über seine Zeit als Spieler, Trainer und Funktionär hinaus dem FC immer eng verbunden, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen", sagte Werner Spinner, Präsident des 1. FC Köln. "Wir werden Hannes Löhr unendlich vermissen und ihn nie vergessen."

dho/DPA
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