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12. Februar 2007, 14:40 Uhr
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"Bulle, wir machen dich platt"

In Italien starb vor einer Woche nach schwersten Krawallen ein Polizist. Jetzt machen auch in Deutschland Hooligans Jagd auf Polizisten. Nach einem Fußballspiel mit Beteiligung des Traditionclubs Lok Leipzig eskalierte die Gewalt. 800 Hools attackierten 300 Beamte und warfen mit Pflastersteinen. Aus Notwehr fielen Schüsse.

Großeinsatz für die Polizei: Dutzende Hooligans wurden nach der Partie festgesetzt© Lija Peter/DDP

Schwere Ausschreitungen nach dem Spiel des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen den FC Erzgebirge Aue II im Viertelfinale des sächsischen Fußball-Landespokals haben in Leipzig 42 Verletzte gefordert. Nach Auskunft der Polizei wurden 36 Beamte und sechs Zivilisten verletzt. Auch Pferde und Hunde waren Ziel der Attacken. An 21 Polizei-Autos seien Schäden in zunächst unbekannter Höhe entstanden. Fünf mutmaßliche Gewalttäter wurden vorübergehend festgenommen. Da gegen sie keine Haftbefehle beantragt wurden, kamen sie am Sonntag wieder auf freien Fuß.

Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) forderte am Sonntag "deutlichere Signale". Er werde mit der Polizei und den Ministerien für Justiz, Sport und Soziales erörtern, was die Politik tun könne. Das Problem habe eine neue Qualität bekommen. "Mir reicht es nicht, wenn sich die Verantwortlichen der Vereine jedes Mal nach solchen Ereignissen lediglich distanzieren. Ich werde keine italienischen Verhältnisse in und um die sächsischen Stadien zulassen."

Vorstand und Aufsichtsrat des Leipziger Traditionsvereins verurteilten die Vorkommnisse. In einer Pressemitteilung hieß es, der Verein "wird die Behörden bei der Suche der Schuldigen in vollem Umfang unterstützen, damit diese zur Rechenschaft gezogen werden können". Zudem denken Vorstand und Aufsichtsrat über "mögliche Konsequenzen bezüglich ihrer Ämter nach".

Polizei verteidigte sich mit Pfefferspray

Kurz nach dem Spiel, das mit einem 3:0-Sieg für Aue endete, hatten rund 800 Hooligans von Lok Leipzig die 300 eingesetzten Polizisten attackiert. Sie bewarfen die Beamten sowie Pferde und Hunde mit Steinen und Betonteilen. Mit Schlagstöcken und Pfefferspray setzten sich die Einsatzkräfte zur Wehr. Einige Angreifer wurden von Hunden gebissen. Ein Zivilpolizist gab einen Warnschuss ab, als er von 20 Hooligans, die ihm mit den Worten "Bulle, wir machen dich platt" drohten, verfolgt und zu Boden geworfen wurde. Kollegen konnten ihn kurz darauf in Sicherheit bringen. Die Polizei sprach von gezielt geplanten Aktionen gegen die Beamten.

Schon während des Spiels hatten Anhänger beider Mannschaften Feuerwerkskörper gezündet und sich gegenseitig beschimpft. Der Schiedsrichter musste die Partie zwei Mal unterbrechen. Sicherheitsbeamte und der Stadionsprecher versuchten die Fans währenddessen zu beruhigen. Zu dem Spiel waren 350 Anhänger des FC Erzgebirge Aue II und 5000 Anhänger des Lok Leipzig gekommen.

DPA
KOMMENTARE (10 von 14)
 
roterberti (14.02.2007, 00:09 Uhr)
Unterschichtensport/-Fußball
Sehr geehrte mündige Steuerzahler, sehr geehrter Autor,
die Krawalle verurteile ich ebenfalls auf das Schärfste. Die Gewalt die hier gegenüber Polizisten verübt wurde, zeigt eine Verrohung der Gesellschaft. Nichts desto trotz sollten sie die Medien in allen ihren Facetten wahrnehmen. Ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet zu dem Spiel des Traditionsvereins Fc Lok Leipzig
ein Kamerateam für das Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland einen Dokumentarfilm über Hooligans drehen wollte(MDR-Info-Radio). Diese und weitere ungeklärte Fragen(warum wurden von 800 Hooligans nur drei Verdächtige festgenommen?)sollten den aufmerksamen Medienbetrachter doch zu mehr Sachlichkeit veranlassen. Weiterhin stimmt doch die zeitliche Aufeinanderfolge der Krawalle in Italien und der hiesigen Vorkommnisse recht verwunderlich. Unsere mündigen Steuerzahler möchte ich weiter fragen, ob die Unterschicht nach dem was wir im Sommer zur WM gesehen haben, doch so zahlenmäßig stark vorhanden ist? Für meinen Teil solidarisiere ich mich mit dem FC Lok Leipzig.WederVerein und noch weniger das vermeintlich marode Stadion haben etwas mit den Krawallen, die vor dem Stadion passierten, zu tun.
burps (12.02.2007, 23:30 Uhr)
@spocks
was willst du mit deinem kommentar ansprechen? soll sozialrabeit einfluss nehmen auf 27 oder 31 jährige, die quasi professionell wie in halb-privaten fight-clubs körpergestählt, am wende zuschauer und andere verprügeln? wieviel verantwortung willst du damit ner berufsgruppe zuschanzen? für diesen personenkreis sind fan-projekte überhaupt nicht angemessen...
WinfriedSobottka (12.02.2007, 21:27 Uhr)
Wer wundert sich über Gewalt beim Fußball?
Fußball ist bewusst als Ventil für menschlich gemachten Sozialfrust konzipiert, und so tummeln sich dort eben die, die keine Ahnung von gesundem Sozialleben haben, die zum Beispiel das natürliche SEXUALSCHEMA nicht kennen (Googeln!)
Diejenigen, die meinen, das Volk auf Teufel komm heraus manipulieren und ausbeuten zu müssen, stoßen allmählich überall an ihre Grenzen.
Polizist in D zu sein wird immer gefährlicher und nerventreibender.
Spocks_Kommentar (12.02.2007, 20:00 Uhr)
@burps
Sozialheinies, die nach der Polizei rufen, sind genau die richtigen. Sie sollen den Polizeieinsatz durch ihre überlegene soziale Kompetenz überflüssig machen, nicht als Alarmknopf eines Feuermelders fungieren. Armes Deutschland, so viel Inkompetenz.....
Rosenengel (12.02.2007, 19:41 Uhr)
@Panzerdampf
"...wie hochentwickelt der (in diesem Fall) deutsche Gemeinbürger ist.". Kannst du mit Prozentrechnung umgehen? Wieviel Prozent sind wohl rund 3500 Hooligans von ca 85 Millionen Einwohnern? Oder du gehst davon aus, das mehr wie 84 Millionen der Einwohner
Deutschlands zur "Oberschicht" gehören und der Rest die "Gemeinen" Bürger darstellen. Wobei du dich natürlich zur Oberschicht zählst.
Ich für meinen Teil glaube nicht, das der Durchschnitts(Gemeine)Deutsche Hooligan ist. Ich für meinen Teil bin aber für eine sehr harte Bestrafung. Neben "Wegschliessen" könnte man ja auch mal deren Eigentum zerstören. Oder komplett pfänden, um einiges von den Kosten der durch sie verursachten Schäden wieder reinzuholen und den Rest lässt man sie, bei niedrigstem Lohn, abarbeiten.
burps (12.02.2007, 19:28 Uhr)
hools
ich bin sozialheini, verzichte hier auf irgendwelche erklärungsmuster.
800 hools greifen 300 bullen an und schrecken auch nicht vor attacken auf hunde und pferde zurück, 5 von denen, die jemanden totschlagen würden, ohne mit der wimper zu zucken, werden kurzfristig festgenommen. was ist denn das für ne lächerliche quote? das schreit doch geradezu nach wiederholung; ich wette, dieser sonntag wird in hool-kreisen immer noch gefeiert. welch offenbarungseid...wenn sich nicht bald gesetzliche rahmenbedingungen für zugriff und konsequenz geschaffen werden, ist mit weiteren jagdszenen zu rechnen.
dabei ist fußi ein geiler sport, der eben nicht bloßes unterschicht-vergnügen darstellt.
Spocks_Kommentar (12.02.2007, 16:25 Uhr)
Endlich mal die eigentliche Aufgabe gemacht
Endlich konnte die Polizei ihre eigenliche Aufgabe machen und für Ordnung sorgen, wo es wirklich nötig war. Was sie ansonsten tut, ist zum Großteil Mumpitz. Geschädigte belästigen, Falschparker aufschreiben, Kaugummikauer verfolgen, die den Kaugummi an der falschen Stelle ausgespuckt haben, Spaziergänger vor dem Bahnhof per Video überwachen und so weiter.
Weniger Polizei, die sich aber konzentriert um wirkliche Straftaten kümmert (wie hier eine vorgelegen hat) wäre mehr Sicherheit für den Bürger als ein Heer letztlich überwiegend unproduktiver Polizisten.
Panzerdampf (12.02.2007, 15:49 Uhr)
Pisa-Test-Studie ?
Ein weiterer Beweis dafür, wie hochentwickelt der (in diesem Fall) deutsche Gemeinbürger doch ist. Wer sich auf das Niveau der Gewaltbereitschaft hinablässt, sollte auch die Konsequenzen tragen. Meiner Meinung sollte, entweder, die Polizei mit aller, ALLER Härte zurückschlagen, oder solchen ....Pimmelköpfen sollte einfach der Zugang verwehrt werden. Ich habe nichts gegen den Sport Fußball ansich. Aber wenn Polizisten, die, wie in einem anderen Kommentar schon erwähnt, ihr Leben für solche Tiere diesseits des IQ 90 riskieren, dann verzichte ich lieber auf den Sport.
Impaler (12.02.2007, 15:17 Uhr)
Nur noch Kopfschütteln!
Ich würde keine Träne weinen, wenn es beim nächsten Mal nicht bei einem Warnschuß bliebe...
steinomelette (12.02.2007, 14:51 Uhr)
Fußball
Ich denke diesen Unterschichtensport sollte man verbieten,ein für alle mal.
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