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8. September 2010, 16:51 Uhr

Der Jäger ist da

Er trifft in der Nationalelf nach Belieben und Louis van Gaal hält ihn im Strafraum für den "Besten der Welt". Kein Wunder, dass Jan-Klaas Huntelaar auf Schalke unter großem Rummel präsentiert wurde. Der Niederländer soll jetzt der Heilsbringer im Angriff werden - bis vor kurzem war das noch Rauls Rolle.

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Einer der Neuen auf Schalke: Jan-Klaas Huntelaar soll die Lücke von Kevin Kuranyi schließen© Achim Scheidemann/Epa

In der niederländischen Nationalmannschaft trifft er derzeit wie er will, nun soll Klaas-Jan Huntelaar die Offensiv-Probleme des FC Schalke 04 lösen. Der kurz vor dem Transferende in der Vorwoche für rund 14 Millionen Euro vom AC Mailand verpflichtete Stürmer freut sich auf die Bundesliga und hat sich viel vorgenommen. "Ich will so viele Tore wie möglich schießen. Als Stürmer will man am liebsten in jedem Spiel treffen", sagte Huntelaar bei seiner offiziellen Präsentation unter großem Medien-Rummel am Mittwoch in Gelsenkirchen.

In den EM-Qualifikationsspielen des Vize-Weltmeisters hat sich der teuerste Einkauf der Schalker Historie bereits für die Bundesliga warm geschossen. Beim 5:0 in San Marino am Freitag traf der 27 Jahre alte Stürmer gleich dreimal, beim 2:1-Sieg gegen Finnland am Dienstagabend war der "Hunter" (Jäger) mit beiden Toren erneut der Matchwinner. "Huntelaar" habe "nachdrücklich als der Vollstrecker des Oranje- Teams bewährt", lobte die Zeitung "NRC Handelsblad".

In Sachen Effektivität hat Huntelaar inzwischen sogar Ruud van Nistelrooy (66 Länderspiele/34 Tore) den Rang abgelaufen. Während der HSV-Profi in der "Elftal" alle 131 Minuten traf, erzielte Huntelaar für "Oranje" im Schnitt alle 91 Minuten ein Tor. Mit 21 Toren in 38 Spielen rückte er auf den 10. Platz der ewigen Torschützen-Bestenliste der Niederländer vor. Bei der WM in Südafrika blieb Huntelaar angesichts der großen Konkurrenz im eigenen Lager meist nur die Joker-Rolle, bei seinen vier Einsätzen gelang ihm ein Treffer.

Jetzt kann er wieder spielen

Ein Argument für den Wechsel neben dem "entscheidenden Gespräch" mit Trainer Felix Magath war, dass er im Verein regelmäßig zum Zug kommen wollte. "Ich will spielen, das konnte ich zuletzt in Mailand nicht", sagte Huntelaar, der sich auch beim ehemaligen Schalker Publikumsliebling Youri Mulder erkundigte: "Er hat viel Positives berichtet und von den Fans geschwärmt."

Selbst Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal gratulierte zu dem Coup: "Im Strafraum ist er der beste Spieler der Welt." Genau wegen dieser Qualitäten hat Magath den Top-Torjäger, der einen Vertrag bis 2013 erhielt, aus Mailand losgeeist. "Er weiß, wo das Tor steht und kann die Tore machen. Das ist uns zuletzt etwas abgegangen. Er kann sicher zweistellig treffen", sagte Magath.

Auf wen sich Huntelaar besonders freut

Huntelaar soll den nach Moskau abgewanderten Kevin Kuranyi vergessen machen und Schalke möglichst bald zum ersehnten Meistertitel schießen. Magath plant bereits an diesem Freitag (20.30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Hoffenheim mit Huntelaar. Endlich sei der Kader komplett: "Jetzt gilt es, das Ganze zu harmonisieren."

Huntelaar trifft in Raúl, Christoph Metzelder und José Manuel Jurado, der für 13 Millionen Euro von Atlético Madrid kam, gleich auf drei neue Spieler, die wie er bereits für Real Madrid spielten. Gemeinsam mit Raúl, Spielmacher Jurado sowie Jefferson Farfan soll Huntelaar ein "magisches Viereck" in der Abteilung Attacke bilden.

"Wenn die Mannschaft gut spielt, kommen die Tore schon", sagte Huntelaar, der sich besonders auf Raúl freut: "Ich habe lange mit ihm zusammengespielt. Er ist ein super Spieler mit viel Erfahrung. Wir passen gut zusammen." Huntelaar "lange" ist relativ: Das Zusammenwirken von Raul und dem Holländer dauerte gerade einmal ein halbes Jahr.

ben/DPA
 
 
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