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ManU fährt nach Moskau

Manchester United ist kurz davor, sich alle Champions-League-Träume zu erfüllen. In einer mitreißenden Partie behielten die Briten im Halbfinal-Rückspiel gegen Barcelona knapp die Oberhand. Der entscheidende Treffer fiel früh - und war ein Traumtor. Aber Barca hielt bis zum Schluss dagegen.

Nach einer souveränen Vorstellung von Manchester United ist das erste englische Endspiel in der Champions League perfekt. Vor dem Halbfinal-Auftritt von Michael Ballack mit dem FC Chelsea gegen den FC Liverpool an diesem Mittwoch (20.45/Sat.1 und Premiere) setzte sich ManU gegen den FC Barcelona mit 1:0 (1:0) durch und sorgte für Freude im Fußball-Mutterland. Vor 76 212 Zuschauern in Old Trafford erzielte Paul Scholes schon in der 14. Minute den Siegtreffer für den englischen Meister. Im Hinspiel war Spaniens Vize-Meister über ein 0:0 nicht hinausgekommen - das rächte sich nun für den Schalke-Bezwinger.

Als einziger deutscher Fußball-Profi kämpft Ballack um den Einzug ins Endspiel am 21. Mai in Moskau. Der Kapitän der Nationalmannschaft ist mit seinen "Blues" nach dem 1:1 in Liverpool im Rückspiel leicht favorisiert. "Das ist ein Riesenspiel für uns", sagte Ballack.

In Herbert Fandel war beim Halbfinale zwischen Manchester und Barcelona immerhin ein deutscher Schiedsrichter dabei. Kurz nach dem Anpfiff wurde der Unparteiische aus Kylburg erstmals gefordert, als der junge Argentinier Messi Millimeter vor der Strafraumgrenze von Scholes gefoult wurde. "Ich hätte ihn auch nicht gegeben", sagte Franz Beckenbauer dem Fernsehsender "Premiere". "Die ersten 45 Minuten hat er ausgezeichnet gepfiffen", lobte der "Kaiser" den Schiedsrichter.

Nach den schwungvollen Anfangsminuten der Gäste gaben die ohne den verletzten Wayne Rooney spielenden Hausherren urplötzlich Gas. Der nach der Auszeit bei der Premier-League-Niederlage gegen Chelsea wieder im Team stehende Ronaldo stürmte nach vorne, Zambrotta klärte am eigenen Strafraum. Doch der Spanier spielte den Ball direkt vor die Füsse von Scholes, der aus gut 30 Metern direkt in den rechten Winkel zielte und Victor Valdes im Barca-Tor mit seinem "Kracher" keine Chance ließ. Es war das erste Champions-League-Tor in dieser Saison für den englischen Nationalspieler, der erst im Februar nach dreimonatiger Verletzungspause sein Comeback gefeiert hatte.

Nachdem Barcelona, in der spanischen Meisterschaft als Dritter bereits 14 Punkte hinter Real Madrid, den Schock überwunden hatte, deutete das Team von Trainer Frank Rijkaard seine Gefährlichkeit an. Doch die klareren Chancen hatte Manchester. Das Team von Coach Sir Alex Ferguson, letztmals vor neun Jahren im Champions-League-Finale und da glücklicher Sieger über den FC Bayern München, setzte auch nach der Pause auf Angriff. Doch wie schon im Hinspiel, als Ronaldo einen Elfmeter verschoss, vergab ManU guten Chancen. Das hätte sich beinahe gerächt. Die Spanier setzten alles auf eine Karte. Vor allem Deco war aus der Distanz torgefährlich, hatte Pech mit einem 33- Meter-Freistoß knapp neben den Pfosten. Doch am Ende gingen die "Red Devils" aus dem Abwehrkampf als Sieger hervor.

Nach zwei missglückten Anläufen wollen Ballack und sein FC Chelsea gegen den FC Liverpool endlich das Endspiel erreichen. Nachdem die "Blues" 2005 und 2007 im Halbfinale an den "Reds" scheiterten, soll diesmal alles anders werden.

DPA/DPA

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