1. Juni 2004, 10:59 Uhr

Flüchtet Kahn ins Ausland?

Oliver Kahn hat mit Gedanken über einen Wechsel ins Ausland für Wirbel gesorgt, aber für Felix Magath ist ein Abschied aus München nicht realistisch.

Wackelt der "Ewige Bayern Münchner"?©

Oliver Kahn hat mit Gedanken über einen sofortigen Wechsel ins Ausland für Wirbel gesorgt, aber für den neuen Bayern-Trainer Felix Magath ist ein Abschied des Nationaltorhüters aus München nicht realistisch. "Das ist kein Thema für mich. Warum soll ich mir dann darüber Gedanken machen? Ich gehe davon aus, dass Oliver Kahn auch in der kommenden Saison im Tor des FC Bayern München steht", sagte Magath am Montag der dpa.

Magath dementiert entschieden

Von Kahns zuvor bekannt gewordenen Überlegungen, nach der Europameisterschaft in Portugal ins Ausland zu wechseln, habe er keine Kenntnis gehabt. "Das war auch nie ein Thema bei unseren Personal-Planungen für die kommende Saison", berichtete der Nachfolger von Ottmar Hitzfeld. Magath hatte erst vor einer Woche nach dem letzten Bundesliga-Spieltag in München mit den Bayern-Vorständen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß über den künftigen Kader gesprochen, bevor er seinen Urlaub antrat.

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer wollte sich auf Anfrage nicht konkret äußern. Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Beckenbauer verwies am Montag lediglich auf die Zuständigkeit des Vorstandes bei Vertragsangelegenheiten. Kahn spielt seit zehn Jahren für den FC Bayern. Sein aktueller Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2006.

Kahn sucht neue Herausforderung

Die Überlegungen des 34-Jährigen, den 18-maligen deutschen Meister vorzeitig zu verlassen, sorgten auch im EM-Trainingslager der Nationalmannschaft in Winden im Elztal für Gesprächsstoff. "Wir haben die Äußerungen zur Kenntnis genommen. Es gibt aber keine großen Diskussionen", sagte DFB-Pressechef Harald Stenger. Auf seiner Homepage verbreitete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die aktuellen Aussagen von Kahn im Wortlaut. "Es gibt keine Probleme, vor denen ich flüchten müsste. Ein Wechsel hätte damit gar nichts zu tun. Es wäre für mich nochmal eine neue Herausforderung", wird der 67-malige Nationaltorhüter dort zitiert.

Folgenschwere persönliche Fehlern

Nach einer Saison mit folgenschweren persönlichen Fehlern und ohne Titelgewinn mit dem FC Bayern sieht Kahn, der insgesamt 436 Bundesliga- sowie 105 Europapokal-Spielen bestritten hat, offenbar den Zeitpunkt für die letzte Chance auf eine Veränderung gekommen. Allerdings nennt der Vizeweltmeister keinen möglichen neuen Verein und kein konkretes Angebot. Spekuliert wird mit dem FC Chelsea aus London, der am ehesten in der Lage wäre, eine hohe Ablösesumme für Kahn zu bezahlen. Bis zum nächsten Test-Länderspiel gegen die Schweiz am Mittwoch in Basel soll Kahn nach DFB-Angaben nicht mehr zu offiziellen Presseterminen des DFB erscheinen.

Wechselabsichten hatte Kahn schon in der Vergangenheit hin und wieder anklingen lassen, aber es kam nie zu intensiven Verhandlungen mit anderen Clubs. Seine Treue zum FC Bayern hatte er stets damit begründet, er spiele schon "beim besten Verein der Welt". Der Rekordmeister hat ihm zudem bereits in Aussicht gestellt, nach seiner Karriere als Spieler Uli Hoeneß in der Funktion des Managers abzulösen.

Von Klaus Bergmann und Jens Mende/DPA

 
 
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