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Kühne - die volle Dröhnung HSV

Klaus-Michael Kühne hat eine Liebe: den Hamburger SV. Ist der mal wieder klamm, hilft der Milliardär. Mit viel Geld, vielen Tipps. Zu Besuch bei einem Mann, der in seiner eigenen Liga spielt.

Von Mathias Schneider

Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne gehört zu den reichsten Deutschen, liebt seinen HSV - und will sein Geld gut angelegt sehen.

Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne gehört zu den reichsten Deutschen, liebt seinen HSV - und will sein Geld gut angelegt sehen.

Der Mann, der nicht länger nur der "Milliardär " sein will, sagt, er brauche dieses Gefühl, in Bewegung zu sein, ihm gefalle das, ein "fliegender Alltag". Mallorca, Hamburg, Schweiz und gleich wieder von vorn, so hat er es am liebsten. Doch das Leben ist momentan ein Kraftakt.

Er empfängt in der Zentrale von Kühne und Nagel im Dörfchen Schindellegi, hoch über dem Zürichsee. Die Schiebetür zum Besprechungsraum öffnet sich, und Kühne, einer der reichsten Deutschen, humpelt herein, schwer auf einen schwarzen Krückstock gestützt.

Kaum Luxus, kein feudales Ambiente

Ein feudales Ambiente hatte man erwartet im Zentrum der Macht eines Mannes, dessen Vermögen auf 5,3 Milliarden Euro geschätzt wird und der 55,75 Prozent der Aktien eines Konzerns hält, der weltweit rund 63.000 Menschen Arbeit gibt und seit 2009 rund eine halbe Milliarde Gewinn schreibt. Pro Jahr. Stattdessen eine einfache Couchgarnitur, ein Flachbildschirm, ein Bild an der Wand. Keine Insignien des Luxus. Die verglasten Fassaden geben den Blick auf grüne Hügel, Berghöfe und frei.

Unter der dunkelblauen Anzughose lugt ein weißer Thrombosestrumpf hervor. Das verdammte Knie hat vor einer Woche den Geist aufgegeben. "Es hat geknackt, alles schien kaputt zu sein", sagt Kühne, 77 Jahre alt, als spreche er über einen Getriebeschaden.

Ein Mann der klaren Ansagen

Auf eine große Operation, die der Arzt in Aussicht stellte, hat er verzichtet. Zu langwierig. "Ich muss schnell wieder aktionsfähig sein." Er klingt wie ein Fußballprofi.

Am Ende haben sie seinen Meniskus geglättet, per Arthroskopie, so genau scheint ihn das nicht zu interessieren. Lieber hätten ihm die Ärzte und Physiotherapeuten sagen sollen, wann er wieder voll durchstarten kann, er ist ein Mann der klaren Ansagen.

Kühne lehnt sich auf dem Sofa etwas zurück. Er hat sich so gesetzt, dass er einem nicht direkt in die Augen blickt. Er muss Reporter nicht einfangen, nicht er. Hinter ihm sind sie her. Warum, ist klar.

Slomka? Ein bisschen "gequält und weinerlich"

Eine gute Stunde hat er Zeit. Der Flieger nach Mallorca wartet nicht, denn Kühne fliegt Linie. Nix Privatflieger. Er will noch heute in sein Haus in Port d’Andratx. Das erkämpfte 0:0 seines gegen die Bayern am Tag nach dem Gespräch mit dem stern wird er auf dem eigenen Sofa erleben.

Der HSV – Kühne unterstützt ihn seit ein paar Jahren. Der Milliardär alimentiert den Klub seiner Jugend, zerzaust von Misswirtschaft und am Rande der Zahlungsunfähigkeit. Eine schöne Geschichte könnte das sein, denn dieser HSV ist seine große Liebe, neben seiner Christine, mit der er seit 1989 verheiratet ist.

Wie ein Schlüsselreiz wirkt eine Frage nach seinem Klub. Kühne fängt dann an zu sprudeln, redet über den entlassenen Trainer Slomka, der ein "bisschen gequält und weinerlich" gewirkt habe. Ein Mann wie der Niederländer Stevens habe ihm vorgeschwebt in der Krise der vergangenen Saison. Oder Magath.

"Der hatte mich von sich aus angesprochen und war sehr interessiert." Aber der Aufsichtsrat sei damals heillos zerstritten gewesen. Also kein Magath. Nun, da Slomka weg sei, habe er auf den Trainer-Jungstar Tuchel gehofft. Gut, nicht machbar. So geht das immer weiter.

Seit der Kindheit HSV-Fan

Seit der Kindheit fiebert Kühne mit dem HSV, er stand schon in den Fünfzigern am Rothenbaum auf der Tribüne. Die Karriere im elterlichen Logistikbetrieb war bereits vorgezeichnet; noch hatte der Vater das Unternehmen nicht in die verfrachtet, von wo es der Sohn zu einer Weltfirma ausbauen sollte. Die Zuneigung zum HSV ist nie erloschen.

Man kann Klaus-Michael Kühne über sein mächtiges Imperium erklären, seine Stiftung, seine Holding. Doch nirgendwo offenbart sich Kühne so ungeschminkt wie im Verhältnis zu seinem Klub. Er steckt jetzt drin, in dieser so anziehenden Welt des Fußballs. Die volle Dröhnung. Für ihn. Aber viel mehr noch für den traditionsreichsten deutschen Bundesligisten.

Man muss die Fakten der noch relativ jungen Geschäftsbeziehung kennen, um zu verstehen, warum der Verein ihm ergeben ist.

2010 erwirbt Kühne, angelockt vom Bankier , für 12,5 Millionen Euro einen Teil der Transferrechte an den Spielern Aogo, Guerrero, Jansen und anderen. 2012 gewährt er dem HSV einen Kredit über acht Millionen Euro, explizit für die Verpflichtung des Niederländers Rafael van der Vaart. Dafür erhält er sechs Prozent Zinsen. Als Sicherheit lässt er sich eine Grundschuld auf das Stadion eintragen.

Klaus-Michael Kühne - die Zuneigung zum HSV ist nie erloschen.

Klaus-Michael Kühne - die Zuneigung zum HSV ist nie erloschen.

Gute Konditionen – für Kühne

Im Sommer 2014, der HSV ist mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden, der nächste Kredit: 17 Millionen Euro für neue Profis. 25 Millionen muss der HSV nun also in den kommenden Jahren abbezahlen. Kühne spricht von einer Verzinsung im bescheidenen Umfang. Es sind noch einmal vier Prozent für die 17 Millionen. In diesen Zeiten extrem niedriger Zinsen: gute Konditionen – für Kühne.

Klaus-Michael Kühne sagt zu seinem Engagement: "Das sind Dinge, die ich aus Liebe zum Verein tue, weil ich die Not sehe, die da ist."

Auch im Falle des Abstiegs hätte er finanziell bereit gestanden. Sollte der HSV das Geld nicht zurückzahlen können, würde Kühnes Darlehen in eine Beteiligung umgewandelt werden. Genau genommen wäre das seine liebste Lösung. Ihm kann es nicht schnell genug gehen, dass ihm endlich ein Stück seines HSV gehört. "Da lässt man mich ein bisschen zappeln", sagt er. Gewohnt ist er das nicht.

"Er ist kein typischer Gönner"

Wenn er sein Geld verteilt, dann nach seinen Regeln. Er ist im deutschen Wirtschaftswunder groß geworden, hat sich von vermögend zu superreich hochgearbeitet. Das prägt. Die Dinge sollen möglichst Sinn ergeben, gern auch wirtschaftlich.

"Er ist kein typischer Gönner. Immer wenn er etwas macht, will er etwas davon haben. Die Summe x gibt es nicht einfach so. Da wird noch um den Zinssatz gefeilscht", sagt einer, der oft mit am Tisch saß. Man darf seinen Namen nicht nennen, so wie niemand zitiert werden will, wenn es um Kühne geht. Wer legt sich schon gern mit 5,3 Milliarden an?

Wer zahlt, sagt an

Ein anderer, der ihn ebenfalls aus Verhandlungen kennt, erklärt, sobald ein Vertragsabschluss nahe, verwandele sich Kühne vom HSV-Fan zum Kaufmann. "Das ist seine DNA. Er wird zäh und nickelig. Er will sagen, wie es laufen soll."

Fragt man Klaus-Michael Kühne, warum er bisweilen öffentlich Druck auf Verantwortliche des HSV ausübe, antwortet er, er wolle die richtigen Leute am Ruder sehen. "Mir gehört der Verein nicht. Aber wenn mein Geld schlecht bewirtschaftet wird, sage ich einen Satz dazu." Er hilft. Und lässt sich nicht den Mund verbieten. Wer zahlt, sagt an; da ist er ganz old school.

"Ich werde nie das Bundesverdienstkreuz kriegen"

Ist er sich mal unsicher, steht eine imposante Schar Berater bereit. An der Spitze: neben dem Bankier Peters der neue HSV-Aufsichtsratschef Karl Gernandt, Verwaltungsratspräsident in Kühnes Unternehmen, ein Statthalter seiner Interessen. Kühne sagt, ihn belasteten Diskussionen um Gernandts Doppelrolle nicht. Er habe ein dickes Fell. Doch es schmerzt ihn, dass nicht mehr alle in ihm den Erlöser sehen.

Es sei "schlimm, dass alles nur noch ins Negative gezogen wird". Er weiß genau, welche Zeitung gerade auf ihn sauer ist, weil er einer anderen ein Interview gegeben hat. Jene, die ihn näher kennen, erklären, ihm bedeute sein Bild in der Heimat viel.

Zu den Spielen wird er in nächster Zeit nicht mehr gehen. Zu aufreibend. "Nachdem man so angefeindet wird, alles so turbulent geworden ist und sportlich so trostlos, habe ich das erst mal eingestellt." Er will sich nicht anpöbeln lassen von jenen, die in ihm eine Figur des Kommerzes sehen, die ihren Verein zu übernehmen droht. Erst sein Engagement beim HSV habe aus ihm den "Milliardär Kühne" werden lassen. Ihn auf sein Geld reduziert. Auf Macht. Ihm behagt das nicht.

Er weiß, er wird nicht mehr zum Liebling der Hansestadt, nicht so lange er seine Steuern im Ausland zahlt. "Ich werde nie das Bundesverdienstkreuz kriegen", sagt er, "aber ich brauche es auch nicht, ich bin von Orden, Ehrenzeichen und Würden unbeeinflusst."

Kühnes Wille geschah

Kühne will gemocht werden, aber sich die späte Liebe der Hamburger erkaufen, ihr gar hinterherlaufen, dazu ist er, ganz Kopfmensch, emotional viel zu unabhängig. Zu eigen, auch das. Er sagt, so toll sei die Stadt Hamburg bis vor zehn Jahren nicht gewesen, dass er sich aus der Ferne nach ihr verzehrt habe. Immer grau in grau, mieses Wetter noch dazu. Erst mit der Hafencity sei es nach vorn gegangen. Als einer der Ersten hat er dort ein Büro bezogen.

Er heizt anderen gern ein, wenn er ein Ziel vor Augen hat. So fand ein ehemaliges Aufsichtsratsmitglied des HSV eines Tages eine Botschaft Kühnes in seinem Maileingang, die eindeutiger nicht hätte sein können. Er wolle sich bei einem Kauf des Stürmers Lasogga erkenntlich zeigen, teilte Kühne mit. Dafür müsse der Marketingvorstand Joachim Hilke in dessen Rolle aufgewertet werden und der Sportdirektor Oliver Kreuzer verschwinden. Zumindest bei Kreuzer gilt: Kühnes Wille geschah.

Auch Christine Kühne liebt den HSV

Vor ein paar Jahren hatte sich Kühne einmal über den Kauf des Torhüters Drobny dermaßen mokiert, dass er damit drohte, sämtliche Zuwendungen rückwirkend zu stornieren. Der Grund: Drobny mache dem damaligen Stammtorwart Rost den Platz streitig. Der war aber der Lieblingsspieler von Frau Kühne.

Man mag über derlei schmunzeln, unterschätzen aber sollte man den Einfluss von Christine Kühne auf ihren Gatten nicht. Das Abenteuer HSV – das ist ihr gemeinsames. Als das Ehepaar vor einiger Zeit auf einer Reise den ehemaligen Nationaltorwart Jens Lehmann traf, fand Frau Kühne den hoch aufgeschossenen Lehmann überaus sympathisch.

Klaus-Michael Kühne mit seiner Frau Christine

Klaus-Michael Kühne mit seiner Frau Christine

Kühne kaufte seine Yacht gebraucht

Dass sie ihn zunächst für Bodo Illgner, den WM-Torwart von 1990, hielt, sorgte für Erheiterung. Monate später traute der neue HSV-Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer seinen Augen kaum, als er bei einem Besuch Kühnes auf Mallorca auf Lehmann traf. Und prompt in Zeitungen lesen musste, dass der Finanzier diesen Lehmann für überaus fähig hielt – für was auch immer. Dabei hat Lehmann noch nie als Trainer oder Manager für einen Bundesligisten gearbeitet. Egal, Kühne vertraut da auf sein Gespür.

Nicht nur, wenn es um das schöne neue Hobby HSV geht, hat Christine Kühne einen beträchtlichen Einfluss auf den Kurs ihres Gatten. Wenn er mal in einem Gespräch wegdämmere, hole sie ihn mit einem Knuff in die Rippen wieder zurück, erinnert sich ein Bekannter des Paares. Die eigene Yacht ist nach beiden benannt: "Chrimi" – Christine und Michael.

Gebraucht hat Kühne sie gekauft, er benötigt keine Sonderanfertigung für sein Ego. Die von Abramowitsch sei übrigens drei- bis viermal so lang wie seine. Luxus ohne Aufhebens.

Bevor das Malheur mit dem Knie begann, spielte Kühne regelmäßig Tennis mit seiner Frau auf Mallorca. Er hat einen eigenen Platz neben dem Haus in Port d’Andratx, hoch über dem Hafen. Gäste berichten von einem wunderschönen Blick über die Bucht. Es sei ein großer repräsentativer Bau, nicht prunkvoll. Lediglich ein Bronze-Frosch, der auf der Terrasse Wasser in einen Springbrunnen speit, mache es etwas schwer, den Gastgeber immer zu verstehen.

Drei private Immobilien

Das Haus auf Mallorca ist eine von drei Immobilien, die Kühne privat hält, neben seinem Anwesen am Firmensitz und dem vom Vater geerbten Haus in Lenzerheide. Drei Häuser – man kann das bei seinem Vermögen bescheiden nennen.

Ein bis zwei Kreuzfahrten im Jahr gönnen sich die Kühnes, in diesem Winter soll es von Auckland nach Manila gehen. Das Hamburger Kreuzfahrt-Terminal ist von der Kühne-Dependance in der Hafencity zu Fuß zu erreichen. Man hat die Kühnes schon im Handkoffer angetroffen auf dem Weg zum Schiff, er lässt sich durchaus genau ausarbeiten, was so ein Trip kostet.

"Ich reagiere schnell"

Auf keinen Fall will er Neid durch einen exaltierten Lebenswandel schüren. Luxus um seiner selbst willen ist ihm ein Gräuel. Sich nur mit dem Buch ans Wasser setzen: keine Option. Selbst auf hoher See zieht er sich täglich für ein paar Stunden zurück, um Mails zu lesen. "Ich lasse mir berichten, gebe meine Kommentare ab. Ich reagiere schnell und treffe Entscheidungen sehr schnell."

Er bezeichnet sich als "informationshungrig und abgabewütig". Mitmischen, gestalten – so soll es bleiben, am besten bis zum Schluss. Er sagt, er habe sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, doch gegen ihn fällt bei Kühne und Nagel keine Entscheidung. Der Laden tickt noch immer wie ein riesiger Familienbetrieb.

Haltung bewahren

Branchen-Insider sagen, Kühne sei ein brillanter Geschäftsmann. 17 Milliarden Euro betrug der Umsatz im Jahr 2013, allein rund 300 Millionen Euro Dividende erhielt der Aktionär Kühne. Das ist die Liga.

Seine Detailversessenheit ist legendär. Bei der Ausstattung seiner Hotels soll er selbst bei Kleinigkeiten mitbestimmt haben. Er ist bei aller Globalisierung ein Patriarch alter Prägung geblieben. Am liebsten kümmert er sich selbst.

Bedauert er, dass er keine Kinder hat, die sein Imperium einmal erben könnten? Ja, sagt er. All die Anteile an seinen Unternehmungen würden an die eigene Stiftung übergeben, nach dem Tod seiner Frau auch die privaten Immobilien. Er ist auch mit sich selbst pragmatisch und schonungslos, staubtrocken. Die Dinge sind, wie sie sind, also: Haltung annehmen.

"Herr Gernandt"? Ein Geschäftspartner

Nicht einmal hebt und senkt sich die Stimme in diesem Gespräch. Ein paar wenige, gute Freunde reichten ihm. "Durch die viele Reiserei hat man keine Cliquen, aber das ist auch nicht erwünscht, dass man ständig Zeit verbringt." Er mache sich keinen Kopf, welcher Freund nun ein echter und welcher ein falscher sei. Ihn beeinflusse das nicht in seinen Entscheidungen, warum also grübeln? Selbst ein Mann wie "Herr Gernandt" sei ein Geschäftspartner, nicht mehr.

Er spendet sein Geld nach seinen Regeln und ist sich sicher, auch so genug für Hamburg getan zu haben mit seiner Stiftung, dem Literaturfestival, der Elbphilharmonie, seiner eigenen Universität.

Er selbst durfte nie Fußball spielen

Sie sollten beim HSV nicht darauf hoffen, dass Kühne auf seine alten Tage in einem Anflug von Sentimentalität mit einem Handstreich all ihre Probleme löst. Sie gar in seinem Testament bedenkt, wie es ein Vorstand einmal halb im Spaß erklärte. Dafür werden sie auch weiterhin erfahren, wenn ihm etwas missfällt. Dafür genießt er zu sehr seinen Jungstraum – das schimmert durch, wenn er über jenen Sport spricht, den er selbst nie ausübte. Reich ist er schon lange, doch erst der Fußball hat ihn medial nach oben katapultiert.

Nun suchen die Stars seine Nähe. Selbst Günter Netzer war bei ihm. Sein Zutrauen in die eigene Sportkompetenz wuchs daher schnell. Doch seit sein Liebling van der Vaart durchhängt, ist er vorsichtiger geworden. "Der Fußballverstand ist bei anderen, nicht bei mir", sagt er heute.

"Ich habe ein loses Mundwerk"

Vergleichsweise milde geht er mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer um. Abgeklärt, professionell, lauten die Attribute. Auch wenn dieser Beiersdorfer früher als Sportchef all die Stars stets zu früh verkauft habe.

Eine Spitze, nicht mehr, aber Kühne muss so etwas loswerden, er ist eine Art Ein-Mann-Fankurve. Er fordert schon mal, den HSV dem Otto-Versand zu überlassen. Dann herrsche Chancengleichheit mit den Werksklubs aus Wolfsburg und Leverkusen. Kühne sagt, noch heute sei "sein Ehrgeiz und seine Penetranz groß in der Verfolgung von Zielen". Von sich selbst behauptet er: "Ich habe ein loses Mundwerk". Gute Leute ließen sich davon aber nicht beeinflussen.

"Irgendwann ist mal der Ofen aus"

Doch das mit den unabhängigen Leuten ist so eine Sache in einem Verein, der permanent klamm ist. Man widerspricht Kühne nicht; man ignoriert ihn höchstens.

Klaus-Michael Kühne hat sich mittlerweile mit seinem schwarzen Stock aus dem Sofa hochgekämpft. Es wird Zeit. Letzte Frage: Wird er den HSV mit noch mehr Geld unterstützen, wenn es endlich besser läuft? "Dann stehe ich zur Verfügung", antwortet er. Und wenn es doch wieder schiefgeht?

Ein kehliges Lachen.

"Irgendwann ist mal der Ofen aus."

Kühne (r.) mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (2.v.r.) bei der Grundsteinlegung eines Hotels an der Außenalster

Kühne (r.) mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (2.v.r.) bei der Grundsteinlegung eines Hotels an der Außenalster

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