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Warum der Fußballclub PSG der Rapperin M.I.A. droht

Die britische Rapperin M.I.A. prangert in ihrem Song "Borders" die Behandlung von Flüchtlingen an - und trägt dabei ein leicht verändertes Trikot von Paris St. Germain. Der Fußballklub geht gegen das Video vor.

Rapperin M.I.A. mit einem leicht veränderten Trikot des Fußballklubs Paris St. Germain

Rapperin M.I.A. mit einem leicht veränderten Trikot des Fußballklubs Paris St. Germain in ihrem Song "Borders", der dem französischen Erstligisten so gar nicht gefällt

Der Rapperin M.I.A. droht juristischer Ärger. In ihrem Song "Borders" prangert die 40-jährige die Behandlungen von Flüchtlingen an, stellt unangenehme Fragen über das Elend, über Freiheit und über Werte. Dabei trägt sie an mehreren Stellen ein leicht abgewandeltes Trikot des französischen Fußball-Klubs Paris St. Germain. Der Verein hat einen katarischen Besitzer und wird von der Fluggesellschaft Fly Emirates aus Dubai gesponsort. Anstelle dieses Schriftzug steht auf der Variante von M.I.A. aber "Fly Pirates".

Dass der Klub in diesem Kontext abgebildet wird, gefällt den Verantwortlichen bei PSG offenbar so gar nicht und daher verlangen sie, dass die entsprechenden Stellen des Videos nicht weiter verbreitet werden soll. In einem Schreiben, das die Musikerin auf Twitter veröffentlichte, fordert der Geschäftsführer von PSG, Jean-Claude Blanc ihr Musiklabel auf, nicht weiter das "Image des Klubs" zu nutzen. Auch von einer "Entschädigung für den Schaden" ist die Rede. "Wir betrachten die Nutzung unserer Marke und unseres Images in einem Video, das die Behandlung von Flüchtlingen anprangert, als eine Quelle für die Diskreditierung unseres Klubs", heißt es dort. Weiter wird mit rechtlichen Schritten gedroht.


M.I.A.-Song von PSG als Kritik an Katar verstanden

Außerdem werden in dem Schreiben Beispiele von Berichterstattung über den Song zitiert, die nach Meinung von PSG für ein schlechtes Image des Klubs in der Öffentlichkeit sorgen würden. Auf der Webseite "Konbini" hätte demnach gestanden, das Tragen des Trikots sei eine "heftige Kritik des Landes (Katar Anm. d. Red), in dem 2022 die Fifa Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden wird und wo 1200 Gastarbeiter beim Bau der Stadien gestorben sind". 

Im Gespräch mit dem Webportal "Democracynow.org" reagiert die Künstlerin genervt auf die Aufregung des Klubs. Die Sportbranche sei ein "Alpha-Männchen-Ding" und die "größere Botschaft" des Videos wäre völlig ignoriert worden. Für sie sei das Tragen von Sportkleidung schlicht repräsentativ für Flüchtlinge und Menschen aus der Dritten Welt. Dass der Konzern sich nun einmische sei, eine "wirklich dumme Sache".

fin
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