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Bayern bekommt DFB-Mahnbrief

Mit ihren Freudengesten nach einem Treffer sorgen Mario Mandzukic und Xherdan Shaqiri für Wirbel. Die Bayern-Spitze versucht, den Ball in der Sache flach zu halten. Der DFB reagiert trotzdem.

Von Klaus Bellstedt

  Ein Gruß mit Folgen? Die Bayern-Spieler Mandzukic und Shaqiri bei ihrem Torjubel in Nürnberg.

Ein Gruß mit Folgen? Die Bayern-Spieler Mandzukic und Shaqiri bei ihrem Torjubel in Nürnberg.

  • Klaus Bellstedt

Nach dem Spiel der Bayern beim 1. FC Nürnberg wurde viel über den Ausgleichstreffer der Franken zum 1:1 diskutiert: War der Flatterball von Markus Feulner haltbar? Natürlich nicht, befanden alle Bayern, vor allem Torwart Manuel Neuer. Aber es gab noch eine andere Szene, die beim Derby für, nun ja, Irritationen gesorgt hat. Unmittelbar nach seinem Führungstreffer rannte der Kroate Mario Mandzukic in der dritten Minute vor die Bayern-Kurve und salutierte mit ausgestrecktem rechten Arm vor den mitgereisten Fans der Münchner. Aber damit nicht genug: Eine ähnliche Geste zeigte anschließend auch der im Kosovo geborene Schweizer Nationalspieler Xherdan Shaqiri. Der legte bei seinem Jubel wie bei einem militärischen Gruß den rechten Arm an die Stirn. Der Skandal war da. Vor allem in Serbien. Dort lancierten nach dem Ende des Derbys verschiedene Zeitungen die Story, wonach Mandzukic und Shaqiri die kroatischen Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac gegrüsst hätten.

Gotovina und Markac waren am Freitag vom UN-Kriegsverbrechertribunal überraschend von der Anklage schwerster Verbrechen freigesprochen worden. In erster Instanz waren sie zu 24 und 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. In Kroatien hatten Zehntausende Menschen das Urteil gefeiert. Auch kroatische Sportler hatten sich positiv über den Freispruch geäußert. In Serbien gelten die beiden als Feindbilder.

"Unglaublich, was da hineininterpretiert wird"

Auch deutsche Medien gingen der Sache nach, ob an den Vorwürfen gegen Mandzukic und Shaqiri etwas dran sei. In einer ersten Reaktion wiegelte Bayern-Sprecher Markus Hörwick ab: "Beide Spieler sind entsetzt, was daraus gemacht wird. Xherdan Shaqiri hat mir gesagt, dass er keine Ahnung hat, warum so etwas geschrieben wurde", Shaqiri selbst sagte: "Ich kenne mich in der Politik Kroatiens überhaupt nicht aus." Hörwick erklärte weiter: "Er hat mir erklärt, dass er nach dem Tor einfach Adrenalin in sich drin hatte und Mandzukic hinterhergerannt ist. Er hat dann vor der Bayern-Fankurve dessen Jubel nachgemacht."

Und Mandzukic? Der sei perplex, so Hörwick. "Er hat nur sein Land gegrüßt, wie er das bei jedem Tor macht. Er sagt, mit Politik habe das null und nichts zu tun. Es ist unglaublich, was da hineininterpretiert wird. Die beiden haben schlicht und einfach nur ein Tor gefeiert."

So richtig vom Tisch ist die Sache damit trotzdem nicht. Nach stern.de-Informationen wird der DFB-Kontrollausschuss zwar keine Ermittlungen gegen die beiden Bayern-Spieler einleiten. Trotzdem werden Mandzukic und Shaqiri in Kürze einen Brief vom DFB erhalten, in dem sie darauf hingewiesen werden, in Zukunft auf so einen Jubel zu verzichten, damit keine Fehlinterpretationen mehr möglich sind. Das bestätigte ein Sprecher des DFB gegenüber stern.de.

Hoeneß und Rummenigge entschärfen

Die Bayern versuchen, den Ball möglichst flach zu halten. Am Tag vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim FC Valencia in der Champions League sahen sich die Bosse des deutschen Rekordmeisters mit der Causa Mandzukic/Shaqiri konfrontiert. Kurz vor dem Abflug nach Spanien bemühten auch sie sich, die Diskussion zu entschärfen. "Ich weiß nicht, was er damit sagen wollte. Wir sollten aber nicht zu viele Dinge hineininterpretieren", meinte Präsident Uli Hoeneß.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge fand deutlichere Worte: "Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte ist gleich null. Die zwei haben das klar erklärt, dass es nicht so ist." Gegen den Erhalt des blauen Briefs aus Frankfurt werden sie sich dennoch nicht wehren können. Der soll nämlich schon unterwegs sein.

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