Hinten hilft Neuer und vorne ein Wunder

4. Mai 2011, 17:09 Uhr

Nach der 0:2-Pleite im Hinspiel gegen Manchester United steht der FC Schalke 04 in der Champions League vor dem Aus. Doch aufgegeben hat sich der Revierklub noch lange nicht - auch weil beim scheinbar übermächtigen Gegner eine gewisse Verunsicherung herrscht.

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Manuel Neuer, ManU

Würde sein Team liebend gern ins Londoner Wembley-Stadion führen: Schalke-Trainer Ralf Rangnick©

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch es bedarf schon des "Wunders von Old Trafford" oder einer Wiederholung der magischen Nacht von Mailand - sonst endet die wundersame Europa-Reise des FC Schalke 04 in Manchester. "Es wird nicht ausreichen, nur auf ein Wunder zu hoffen", sagt Trainer Ralf Rangnick vor dem Duell des Underdogs mit den "Red Devils" von Manchester United.

Der Schalker Chefcoach appelliert an die Einstellung und das Selbstbewusstsein seiner Profis: "Ob es noch einmal spannend wird, liegt zu 100 Prozent an uns." Liebend gern würde der Magath-Nachfolger sein Team auch noch ins Londoner Wembley-Stadion führen, wo am 28. Mai der Champions-League-Sieger 2011 gekürt wird.

Rangnick setzt vor dem Halbfinal-Rückspiel am Mittwoch auf die Rolle des krassen Außenseiters: "Wenn ich wetten würde, würde ich natürlich auf Schalke setzen. Denn nur damit kann man richtig Geld verdienen" - unverhohlen spielte er auf das "Leichtgewicht" an, als das Verteidiger Christoph Metzelder die Schalker schon vor dem Hinspiel bezeichnet hatte. Doch klein beigeben will keiner: "Wir sind hier, um es noch zu drehen und das Wunder zu schaffen", ergänzt Peer Kluge.

Schalke Mission beginnt mit Hindernissen

Doch Skepsis überwiegt, zumal das 0:2 von Gelsenkirchen die denkbar schwerste Hypothek ist, die Schalke mit auf die Insel nahm. "Wenn wir so auftreten wie in München, können wir nichts holen", argumentiert Schalke-Torwart Manuel Neuer, der Sir Alex Fergusons Star-Ensemble um Wayne Rooney "auf Schalke" mit Glanzparaden in Serie fast zur Verzweiflung gebracht und letzte Hoffnungen am Leben gehalten hatte.

Die Schalker Mission begann am Dienstag mit Hindernissen und fast zweistündiger Verspätung, weil die Pass-Unterlagen der Nicht-EU-Bürger Jefferson Farfán, Atsuto Uchida, Ali Karimi, Junmin Hao und Edu - ohne Schalker Verschulden - nicht komplett waren. So mussten die Behörden in aller Eile Ersatzdokumente ausstellen, ehe die Mannschaft mit Flug AB 1000 in Düsseldorf abheben konnte und nach 75 Minuten im Nordwesten Englands landete.

Dort basiert Schalkes letzte Chance auf einer simplen Vorgabe: ein frühes Tor erzielen und "körperlich noch einmal über das Limit zu gehen", wie Metzelder fordert. "Wir müssen aggressiv und kompakt gegen den Ball spielen. Das tut weh und macht keinen Spaß", beschreibt er seine Erwartungen.

Ferguson lässt rotieren

Allein: Kaum ein Schalker glaubt so recht daran, noch das Ticket für Wembley zu buchen. "Das 1:4 bei Bayern München war die dritte Niederlage hintereinander. Wir kommen langsam in eine Abwärtsspirale", warnt Metzelder, der in der Abwehrzentrale womöglich wieder an der Seite von Benedikt Höwedes agieren kann. Der Innenverteidiger hatte zuletzt wegen einer Bauchmuskelzerrung gut zwei Wochen gefehlt. Die Entscheidung über seinen Einsatz will Rangnick kurzfristig treffen.

Er schwankt zwischen Hoffnung und Skepsis: "Die Frage wird sein, ob wir auf diesem Niveau die Leistung noch mal so hochfahren können, dass wir tatsächlich in der Lage sind, in Führung zu gehen, um das Spiel auf die Kippe zu bringen."

Die dezente Verunsicherung bei United nach der Niederlage bei Arsenal London am letzten Wochenende nährt die vorsichtige Schalker Zuversicht. Alex Ferguson wird zudem Rotationsmaßnahmen durchführen und seinen ersten Sturm mit Rooney und Hernandez schonen. "Wir müssen uns neu sortieren, es wird auf jeden Fall Veränderungen geben", sagt der 69 Jahre alte Schotte. Er will Paul Scholes, den früheren Leverkusener Dimitar Berbatow und Michael Owen in die Startformation nehmen - auch weil am Wochenende das Spitzenspiel in der Premier League gegen Chelsea ansteht. Der Abstand des 18-maligen Titelträgers zum Tabellenzweiten FC Chelsea ist auf drei Punkte geschmolzen.

Dennoch spricht nahezu alles gegen Schalke: Manchester ist in der aktuellen Spielzeit zu Hause in allen Wettbewerben noch ungeschlagen, musste aber in der Königsklasse gegen die Glasgow Rangers (0:0) und den FC Valencia (1:1) in Old Trafford Punkte lassen.

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