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Millionen-Offerte für Reus aus England

Borussia Dortmund und der FC Bayern streiten sich seit Wochen um Mittelfeldprofi Marco Reus. Nun bekommen die Clubs finanzstarke Konkurrenz aus England. Der Reus-Poker geht in die nächste Runde.

  Borussia Dortmunds Mittelfeldstar Marco Reus ist von Europas Topclubs heiß umworben

Borussia Dortmunds Mittelfeldstar Marco Reus ist von Europas Topclubs heiß umworben

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen - Marco Reus hielt es zuletzt mit dem Sinnbild der drei Affen. Bei seinen Toren jubelte er mit der Hand vor den Augen oder auf den Ohren, Interviews lehnte er konsequent ab. Der Wechselwirbel um seine Person nervt den Starspieler von Borussia Dortmund sichtlich.

Nun steigt in den Poker um Reus offenbar noch ein finanzkräftiger Bieter mit ein. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet (Inhalt Online hinter Bezahlschranke), will der englische Meister Manchester City in den kommenden Tagen ein Angebot für den gebürtigen Dortmunder abgeben. Rund 13 Millionen Euro pro Jahr soll Reus dort verdienen. Englische Medien melden diese Zahlen ebenfalls.

Pikant: In ihrem Medien-Report schreibt Manchester City auf der offiziellen Vereinshomepage nun auch über die Berichte über das Interesse an Reus.

Damit wird der Gruppengegner von Bayern München in der Champions League nun auch auf dem Transfermarkt zum großen Konkurrenten. Denn seit Wochen buhlen die Münchner öffentlich um die Dienste von Reus.

Zehn Millionen Euro aus Dortmund?

Möglich macht dies eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag. Für kolportierte 25 Millionen Euro kann Reus den BVB verlassen. Die Dortmunder mussten jene Bedingung 2012 eingehen, damit Reus von Mönchengladbach in seine Heimatstadt zurückkehrte. Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte die Klausel öffentlich gemacht und so den Zorn des Ligarivalen auf sich gezogen.

Neben München und Manchester sollen auch Real Madrid und der FC Barcelona Interesse an Reus haben. Zu Barca könnte der 25-Jährige jedoch erst 2016 wechseln, weil der Club nach Verstößen gegen Financial Fairplay mit einer Transfersperre belegt worden war. Laut dem "Kicker" sollen für Reus aber nur die Optionen Dortmund und München in Frage kommen.

Enge Bindung zu Dortmund

In Dortmund hofft man weiter auf einen Verbleib des Mittelfeld-Edeltechnikers. Ein deutlich höheres Salär und einen Festbetrag von zehn Millionen Euro für die Löschung der Klausel soll man angeblich in Dortmund bieten. "Rein ökonomisch wären wir zweiter Sieger. Wir können uns auf keinen Bieterwettbewerb mit dem FC Bayern oder Real Madrid einlassen", sagte Vorstandschef Hans-Joachim Watzke am Sonntag im "Doppelpass" bei Sport1. Er setzt jedoch auf Reus' Verbundenheit. "Ich weiß, dass er eine enge Bindung zur Stadt hat, er ist dort geboren."

Doch die sportliche Talfahrt der vergangenen Wochen macht einen Verbleib unwahrscheinlich. Reus, der erst nach den Meistertriumphen des BVB 2011 und 2012 kam und die Weltmeisterschaft verletzt verpasste, will endlich Titel gewinnen. Auf Tabellenplatz 17 ist die Borussia indes weit entfernt von der erneuten Qualifikation zur Champions League.

Klopp spürt trotz Krise weiter Ruhe

Immerhin kann der BVB mit einem Erfolg am Abend in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul bereits den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen. "Es ist eine schwierige Phase. Da hilft Ruhe. Die spüre ich und versuche, sie zu nutzen", sagte Trainer Jürgen Klopp trotz der Krise und des Theaters um Reus. Nach fünf Ligapleiten in Serie muss Dortmund anschließend am kommenden Sonntag gegen Reus' Ex-Club Borussia Mönchengladbach antreten. "Wir haben die Möglichkeit, mal wieder mit einem positiven Gefühl ins Bett zu gehen. Das war in der Bundesliga zuletzt sehr hart", sagte Sebastian Kehl. Marco Reus will lieber Taten statt Worte sprechen lassen.

Nils Kemter
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