Das erste Geschenk für Guardiola?

5. Februar 2013, 12:35 Uhr

Das wäre ein Hammer: Die Anzeichen verdichten sich, dass Dortmund-Stürmer Robert Lewandowski im Sommer zum FC Bayern wechselt. Für den Angreifer müssten die Münchner tief in die Tasche greifen. Von Maximilian Koch

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Jubelt er bald in München? Robert Lewandowski, Angreifer von Borussia Dortmund©

Bahnt sich beim FC Bayern der nächste Transferhammer an? "Spiegel Online" berichtete am Dienstag, dass sich der deutsche Fußball-Rekordmeister mit dem Stürmer "so gut wie einig" sei. Dabei berief sich das Internetportal auf einen Insider, "der beste Drähte in die Vorstandsetage des FC Bayern München besitzt". Auch die "Bild"-Zeitung will von einer Einigung erfahren haben, als Quelle gibt sie in ihrer heutigen Ausgabe das "polnische Umfeld" Lewandowskis an.

Fakt ist: Der polnische Nationalspieler hat in Dortmund noch einen bis zum 30. Juni 2014 gültigen Vertrag. Bei einem vorzeitigen Abschied würde Lewandowski viel Geld kosten, sein Marktwert beträgt aktuell 28 Millionen Euro. Für die Bayern wäre dieses Problem aber locker zu lösen.

Dass der deutsche Meister aus Dortmund am liebsten schon gestern mit seinem Topangreifer verlängert hätte, ist kein Geheimnis. Noch am Wochenende hatte BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke der "Bild" gesagt: "Es gibt keinen neuen Stand. Aber unser Bestreben ist natürlich nach wie vor, mit Robert zu verlängern."

Ein Stürmer ganz nach Guardiolas Geschmack

Der Stürmer selbst verweigert bislang jede Auskunft, wie er über sein Vertragsende hinaus plant. In letzter Zeit war vor allem über einen Wechsel nach England spekuliert worden, Manchester United galt als heißer Kandidat. Doch auch ein Interesse der Bayern steht schon seit längerem im Raum.

Dass das Thema gerade jetzt, nach der Verpflichung von Guardiola, an Brisanz gewinnt, überrascht nicht. Lewandowski spielt auch in dieser Saison auf Weltklasseniveau, in der Bundesliga hat er schon 13 Mal getroffen, in der Champions League viermal. Doch es sind nicht in erster Linie die Tore, die den Polen auszeichnen: Lewandowski ist ein spielender Mittelstürmer, der auch in der Defensivarbeit seine Qualitäten hat; der häufig auf die Außenbahnen ausweicht; der auch feine Pässe spielen kann - wie am Wochenende in Leverkusen, als er Marco Reus vor dessen 1:0 brillant in Szene setzte.

All diese Eigenschaften machen Lewandowski für die Bayern und Guardiola interessant. Der Spanier favorisiert bekanntermaßen technisch starke Spieler, die seine Idee von schnellem, direktem Kombinationsfußball auf dem Rasen umsetzen können. Nicht umsonst hat Guardiola den Schweden Zlatan Ibrahimovic einst in Barcelona vom Hof gejagt.

Ein strategischer Coup der Bayern

Lewandowski würde Guardiolas Kriterien nahezu perfekt erfüllen, zumal sein Auftreten auch Demut und Respekt zeichnen - jene Werte, die der neue Bayern-Coach in Barcelona stets eingefordert hatte.

Für den Rekordmeister wäre der Lewandowski-Transfer der nächste ganz große Coup: Zum einen, weil dadurch die Qualität im Angriff nochmals gesteigert würde. Neben Mario Gomez und Mario Mandzukic hätte der FCB einen weiteren Topangreifer in seinen Reihen. Und zum anderen würde man den großen Rivalen aus Dortmund erheblich schwächen.

Anscheinend wollen die Westfalen ihrem "Lewi" keine Steine in den Weg legen: "Wenn Robert wirklich zu einem anderen Klub möchte, würden wir uns an einen Tisch setzen und über alles reden. Denn wir haben ein gutes Verhältnis", sagte BVB-Boss Watzke der "Bild". Der Poker um die Ablöse dürfte damit beginnen.

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