17. März 2013, 13:41 Uhr

Griechischer Fußballverband sperrt Spieler lebenslang

Nach einem Hitlergruß soll Giorgos Katidis nie wieder das Trikot der griechischen Nationalmannschaft tragen. Sein Trainer, Ewald Lienen, verteidigt den Spieler als politisch anhnungslos.

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Gezielter Skandal oder politische Ahnungslosigkeit? Der griechische Fußballverband will mit der lebenslangen Sperre von Giorgos Katidis ein deutliches Zeichen setzen.©

Der Fußballverband EPO reagierte sofort: Giorgos Katidis von AEK Athen ist nach einem Hitlergruß lebenslang aus allen Nationalteams ausgeschlossen worden. Das teilte der EPO nach einer außerordentlichen Sitzung am Sonntag mit. Der griechische Nationalspieler hatte beim Spiel der Athener gegen Veria FC am Samstag in der 84. Minute den Siegtreffer zum 2:1 erzielt. Anschließend rannte er jubelnd in Richtung Tribüne, zog sein Trikot aus und feierte seinen Treffer mit ausgestrecktem Arm.

"Die Aktion des Spielers, die Zuschauer nach Art der Nazis zu grüßen, verletzt aufs Gröbste das allgemeine Empfinden, sie beleidigt aufs Schwerste alle Opfer der Nazi-Barbarei und verletzt zutiefst den friedlichen und menschlichen Charakter des Fußballs", hieß es in der Verbandsmitteilung.

Der 20-Jährige verteidigte sich nach dem Spiel: Er habe das Tor einem Spielerkollegen auf der Tribüne widmen wollen. Er habe auf ihn gezeigt und die Fans zum Aufstehen aufgefordert. Der Nazi-Gruß bedeute ihm nichts.

Ewald Lienen nimmt Spieler in Schutz

Auch über das Kurznachrichtenportal Twitter äußerte sich Katidis zu den Vorwürfen: Er sei in keiner Weise rassistisch. Wenn er gewusst hätte, was das Zeichen bedeutet, hätte er es nicht getan. AEK-Coach Ewald Lienen sagte, der Spieler habe keine Ahnung von Politik. Am Dienstag soll sich Katidis vor seinem Club rechtfertigen, teilte AEK mit.

Seit dem Einzug der Neonazipartei "Chryssi Avgi" (Goldene Morgenröte) ins griechische Parlament und der Zunahme rassistischer Gewalttaten ist die Öffentlichkeit in Griechenland besonders alarmiert. Zudem gelten gerade die Fanclubs der Fußballvereine als Brutstätten für Faschismus.

ono/DPA
 
 
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