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3. September 2008, 12:21 Uhr
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Ballack fällt aus und versöhnt sich mit Bierhoff

Es ist eine Entzündung im Fuß: Michael Ballack muss wegen einer Verletzung des linken Mittelfußes für die zwei WM-Qualifikationsspiele passen - und mit Teammanager Oliver Bierhoff gab es ein Vier-Augen-Gespräch.

Michael Ballack ist verletzt: "Einige andere Spieler können sich jetzt beweisen"© Helmut Fohringer/DPA

Die Diagnose hat sich bestätigt, die unser Chelsea-Arzt gestellt hat. Das bedeutet mindestens zwei Wochen Pause", sagte Ballack in München nach dem Abschiedsspiel von Oliver Kahn. DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte den 31-Jährigen zuvor untersucht. "Es ist eine Entzündung, aber nichts Ernstes", berichtete Ballack von der Diagnose.

Bundestrainer Joachim Löw sprach von einer "massiven Sehnenverletzung". Es sei "ausgeschlossen", dass Ballack am Samstag in Vaduz gegen Liechtenstein oder vier Tage später in Helsinki gegen Finnland spiele. Auf eine Nachnominierung wird der DFB-Coach allerdings verzichten. "Wir sind im Mittelfeld gut aufgestellt. Einige andere Spieler können sich jetzt beweisen", sagte Löw.

Somit wird der Vize-Europameister mit einem Kader von 20 Spielern in die beiden ersten Ausscheidungs-Partien für die WM 2010 in Südafrika gehen. Zuvor hatte schon Torsten Frings (Nasenbeinbruch) abgesagt. Löw hatte am Montag Außenverteidiger Andreas Hinkel als Nachrücker benannt. Der Ex-Stuttgarter von Celtic Glasgow steht erstmals seit drei Jahren wieder im Aufgebot. "Das kam für mich völlig überraschend. Es ist schön, wieder dabei zu sein", sagte Hinkel, der in der Allianz Arena zur Pause eingewechselt wurde.

DFB-Kapitän Ballack laboriert seit gut zwei Wochen an der Verletzung und hatte sowohl das Länderspiel gegen Belgien (2:0) am 20. August als auch die Ligapartie seines FC Chelsea gegen Tottenham Hotspur (1:1) am Sonntag verpasst. Auch beim 1:1 zwischen dem FC Bayern und der DFB-Elf beim Kahn-Abschied war er Zuschauer.

Gespräch mit Bierhoff kein "großes Ding"

Zuvor war der Disput zwischen Ballack und Teammanager Oliver Bierhoff zwei Monate nach dem EM-Endspiel beigelegt worden. In einem Vier-Augen-Gespräch beseitigte das Duo in der Sportschule Oberhaching nach DFB-Angaben seine nach dem 0:1 gegen Spanien aufgekommenen Differenzen. "Die Situation wurde sachlich erörtert. Es gibt keinerlei Ressentiments", sagte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. "Wir haben locker zusammengesessen. Das war kein großes Ding", erzählte Ballack.

Nach dem verlorenen Finale war es auf dem Rasen des Wiener Ernst-Happel-Stadions zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Ballack und Bierhoff gekommen. Bierhoff hatte den frustrierten Kapitän nach der Niederlage aufgefordert, mit einem "Danke"-Transparent zu den deutschen Fans in die Kurve zu gehen. Dies hatte Ballack mit deutlichen Worten abgelehnt. Andere Spieler griffen schlichtend ein.

Löw hatte am Dienstagmittag alle 21 Spieler seines Kaders für den Qualifikationsauftakt beim Treffpunkt vor den Toren München begrüßen können. Unmittelbar danach hatte auch er mit Ballack über den EM- Vorfall und dessen Gesundheitszustand gesprochen. Nach der Untersuchung bei Müller-Wohlfahrt kam dann aber das Aus für Ballacks vage Hoffnungen auf Einsätze in den kommenden Länderspielen.

Arne Richter und Klaus Bergmann/DPA
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Prato61 (03.09.2008, 15:40 Uhr)
Ballack in den Ruhestand
Wenn es Herr Ballack nicht mehr schafft, einmal für einen Monat am Stück durchgehend seinem gutbezahlten Job nachzugehen, sollte er vielleicht doch überlegen, in den Ruhestand zu wechseln. Ich finde es schon bemerkenswert, wenn man aufgrund Verletzungen den größten Teil der Qualifikationsspiele (siehe EM 2008) versäumt und dann dank Wunderheilung bei der EM auflaufen kann. Ist ja verständlich, dass der BigBoss keine (Qualifikations-)Drecksarbeit verrichten muss, dafür hat man schließlich seine HiWis. Allerdings stand die abgelieferte Leistung des Herrn B. während der EM in keinem Verhältnis dazu. Mit Erstaunen darf man nun feststellen, dass er nun, da die Quali für die WM 2010 ansteht, nach der gleichen Systematik vorgeht. Ich frage mich, brauchen wir für eine WM, die zwei Jahre vor uns liegt, verbrauchte Spieler wie Frings und Ballack. Ist es nicht viel sinnvoller, jetzt auf junge Leute zu bauen und diese zusammen mit den ehemals jungen Wilden der WM2006 zu einer Einheit schweißen?? Schließlich sind wir U19-Europameister.
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