DFB-Elf kassiert erste EM-Pleite seit 20 Jahren

17. Juli 2013, 20:25 Uhr

So hatten sie sich den Abschluss der EM-Vorrunde nicht vorgestellt. Die DFB-Frauen verspielten gegen Norwegen den Gruppensieg. Bundestrainerin Neid war nach dem Ende einer langen Serie unzufrieden.

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Leonie Maier (r) and Nadine Keßler of Germany react after the UEFA Women's EURO 2013 Group B soccer match between Germany and Norway at the Kalmar Arena in Kalmar, Sweden, 17 July 2013. Germany lost 0-1. Photo: Carmen Jaspersen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++©

Die deutschen Fußballerinnen haben erstmals nach 20 Jahren wieder bei einer Europameisterschaft verloren. Im abschließenden Vorrundenspiel der Gruppe B unterlag die bereits vorher für die K.o.-Runde qualifizierte DFB-Auswahl 0:1 (0:1) gegen Norwegen. Ein abgefälschter Schuss von Ingvild Isaksen in der Nachspielzeit der ersten Hälfte besiegelte in Kalmar die erste Pleite nach 28 EM-Spielen in Folge ohne Niederlage. Deutschland tritt nach dem verpassten Gruppensieg nun am kommenden Sonntag (18 Uhr/ARD und Eurosport) im Viertelfinale in Väjxö gegen Italien an.

"Die erste Halbzeit war wirklich unterirdisch. Das war alles viel zu träge, keine Ideen", urteilte Bundestrainerin Silvia Neid direkt nach dem Abpfiff in der ARD. "Die zweite Halbzeit war ganz okay. Mir hat das gezeigt, dass sie es eigentlich können, aber in der ersten Halbzeit nicht abgerufen haben."

Der Viertelfinalgegner von Gruppensieger Norwegen wird am Donnerstag am letzten Spieltag der Gruppe C ermittelt. Neben den Spanierinnen kommen auch Russland und England infrage. Durch den 1:0 (1:0)-Sieg von Island im Parallelspiel gegen die Niederlande eroberten die "Nordlichter" noch den dritten Platz in der Gruppe B und qualifizierten sich erstmals für ein EM-Viertelfinale. "Oranje", 2009 in Finnland noch Halbfinalist, muss nach Hause fahren.

Norwegen spielt mit besserer B-Elf

Die deutsche Auswahl musste ohne die Gelb-gesperrte Jennifer Cramer und die kurzfristig wegen eines grippalen Infekts ausgefallene Lena Goeßling auskommen. Das Duo wurde durch Luisa Wensing, die rechts verteidigte, und Simone Laudehr auf der "Sechs" ersetzt. Leonie Maier übernahm die Position links in der Viererkette.

Norwegens Trainerfuchs Even Pellerud veränderte sein Team vom 1:0 gegen die Niederlande gleich auf sechs Positionen und schickte eine bessere B-Elf ins Duell mit dem Titelverteidiger. Womöglich legte er es darauf an, in der K.o.-Runde als Gruppenzweiter lieber gegen Italien als gegen den Zweiten der Gruppe C zu spielen, wo mit Spanien zu rechnen ist. Wenn es so war, ging es schief.

Rückstand zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt

Die Skandinavierinnen erwischten bei Temperaturen um 25 Grad die etwas bessere Anfangsphase und hatten durch Emilie Haavi schon in der 4. Minute eine gute Freistoß-Chance. Nadine Angerer reagierte großartig, obwohl sie den scharf geschossenen und gut platzierten Ball erst spät sah. Danach kam die DFB-Elf besser ins Spiel und ihrerseits zu Möglichkeiten. Celia Okoyino da Mbabi zielte erst knapp am langen Eck vorbei (13.) und scheiterte dann mit einem Heber-Versuch (24.) an der norwegischen Torhüterin Ingrid Hjelmseth.

Der vor Hjelmseth gefährlich aufsetzende Fernschuss von Saskia Bartusiak (29.) war eher ein Zufallsprodukt, aber Luisa Wensings Kopfball auf die Latte hätte kurz darauf fast die deutsche Führung gebracht. Bei den Norwegerinnen war der Anfangsschwung etwas dahin. Auch die beiden für Turbine Potsdam spielenden Maren Mjelde, die für die fehlende Invild Stensland die Kapitänsbinde trug, und Ada Hegerberg konnte sich nicht besonders in Szene setzen. So kam das 1:0 durch den von Elise Thorsnes unhaltbar abgefälschten Isaksen-Schuss (45.+1) überraschend und zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt.

Nach dem Wechsel bemühte sich Deutschland vor 10 346 Zuschauern nicht mit letzter Kraft darum, die Partie noch zu drehen. Dabei hatte man betont, unbedingt Gruppenerster werden zu wollen, um in Kalmar zu bleiben. Doch oft war das Spiel in die Spitze zu unpräzise. Auch die Einwechslungen von Melanie Behringer und Anja Mittag brachten nicht mehr den Ausgleich, der zum Gruppenerfolg genügt hätte. Die beste Chance zum 1:1 hatte noch Okoyino da Mbabi (72.).

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