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24. Juli 2008, 15:13 Uhr
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Für Blatter nur "großes Geschrei"

Der Olympia-Streit um die Freigabe von Bundesliga-Spielern ist mittlerweile eskaliert. Schalke hält das Verhalten von Fifa und IOC für ein "Schurkenspiel", die Bremer warten zähneknirschend ab. Aber beide forcieren ein Gerichtsurteil. Jetzt äußert sich Fifa-Boss Joseph Blatter im Interview.

Herr Blatter, wie konnte es zu einem so heftigen Streit um die Olympia-Abstellung kommen?

Ich bin erstaunt, dass plötzlich im Jahre 2008 ein so großes Geschrei losgeht. Also, wir übernehmen einen Teil der Verantwortung. Vielleicht wurde die Kommunikation nicht so gemacht, wie man es hätte machen sollen. Den Brief, den ich geschrieben habe, hätte man vielleicht früher schreiben sollen. Doch wenn wir im Fußball ein Problem haben, dann sollten wir das auch innerhalb des Fußballs lösen und nicht vors Sportgericht ziehen.

Wie kann man das Problem lösen?

Ich appelliere an die Solidarität. Fragen sie doch mal die Spieler. Die möchten doch alle zu Olympia. Und niemand soll mir sagen, dass ein Klub keine Meisterschaft mehr spielen kann, wenn ein Akteur fehlt. Die Profi-Vereine haben 25 Spieler auf ihrer Liste. Also, etwas mehr Solidarität wäre hier angesagt.

Sie haben bekräftigt, dass alle U23-Spieler abgestellt werden müssen ...

Ich glaube, mit dieser Regel kann man generell gut leben. Und die Spieler, die jetzt gegangen sind, sollte man auch nicht wieder zurückrufen. Ich bitte die Klubs auch um Soldidarität gegenüber der olympischen Idee. Fragen Sie doch mal bei einem großen deutschen Spieler nach, der 1988 bei Olympia war: Jürgen Klinsmann. Er hat gesagt, dass der Gewinn der Bronzemedaille einer der größten Momente seiner Laufbahn war.

Sie begründen die Abstellung der U23-Spieler mit dem olympischen Geist. Gilt der auch für Profi-Fußballer?

Ja sicher. Seit dem olympischen Kongress Anfang der 80er Jahre sind die olympischen Spiele offen für Profisportler. Das sehen sie ja auch in anderen Sportarten wie Basketball oder Tennis. Bei uns im Fußball ist es nicht so einfach, die besten Spieler zu entsenden, da Olympia nicht dann stattfindet, wenn es unser internationaler Kalender erlauben würde.

Die Klubs kritisieren die unklare Statutenlage der FIFA. Muss da nachgebessert werden?

Ja, da wird nachgebessert. Ganz sicher.

Würden Sie sich einem Urteil des Sportgerichtshofs CAS anschließen?

Wenn das CAS in Lausanne, dem wir angeschlossen sind, eine Entscheidung trifft, müssen wir das annehmen. Ob wir wollen oder nicht. Aber ich weiß gar nicht, ob sich das CAS dazu äußern will. Denn die Klubs haben sich ja nicht an uns gewandt. Sie hätten sich zunächst an die FIFA wenden müssen und dann an das IOC oder an das CAS. Denn der Fußball wird immer noch deligiert von den nationalen Verbänden. Dann wäre es leicht zu lösen.

Sie saßen mit Liga-Präsident Reinhard Rauball und DFB-Präsident Theo Zwanziger zusammen. Haben sie darüber nicht gesprochen?

Wir haben das schon besprochen. Ich habe meine Position dargelegt. Und da wurde deutlich: Wäre dieser Brief vor einem Monat geschrieben worden, klar und deutlich und unterschrieben vom FIFA-Präsidenten, wäre wahrscheinlich diese Situation nicht eingetroffen. Aber: Es ist ja noch Zeit, sie zu korrigieren.

Was heißt das jetzt für die Spieler wie Diego und Rafinha. Werden Sie zu den Spielen reisen dürfen?

Ich glaube, sie sind schon unterwegs. Ich nehme doch an, dass man es denen erlaubt. Und wenn man es denen nicht erlaubt, dann bleiben sie halt zu Hause.

Werden Sie mit den betroffenen Vereinen noch sprechen?

Ich habe das jetzt mit dem Verband angesprochen. Auch mit dem Präsidenten der Deutschen Fußball Liga, Reinhard Rauball. Wir werden sehen, wie sich die Sache entwicklt. Ich werde es vermeiden, dass es eskaliert und ein großes Problem daraus wird.

DPA
KOMMENTARE (7 von 7)
 
ritchie (24.07.2008, 10:46 Uhr)
Zu viele Söldner
Ich schaue erst wieder Bundesliga, wenn ich die Namen der Spieler aussprechen kann. "Deutsche Bundesliga", dieser Begriff ist doch der blanke Hohn. Und das brasilianische Söldner von allen die undankbarsten und auch oft die dümmsten sind, ist ja kein Geheimnis. Oft kommen sie aus einer absoluten Unterschicht in Brasilien und haben sich den Weg nach oben erspielt. Der größte Fußballverband der Welt hat es nötig sich hauptsächlich aus dem Ausland zu bedienen. Tausende von Jugendlichen werden täglich von deutschen Eltern zum Training zu deutschen Clubs gefahren; mit dem Ergebnis, daß dann irgendein Herr Slavic oder so spielt. Warum hat Holland seit Jahrzenten als ein kleines Land immer wesentlich bessere Fußballer als wir? Vielleicht liegt es an den Genen, vielleicht aber auch am System der Ausbildung und Förderung.
zaxxon (24.07.2008, 10:40 Uhr)
@chaos1234
zustimmung. aber nicht nur die schalker heulsusen sondern auch die bremer jammerlappen. wenn eine manschaft von mittelmäßigen spielern so abhängig ist und nicht auf sie für kurze zeit verzichten kann, ja dann gute nacht!
Molch66 (24.07.2008, 10:25 Uhr)
Ein selbstgemachtes Problem
Mit der Abschaffung der Ausländerregelung (bzw. Entschärfung) gings im deutschen Fußball den Bach runter. Ergebnis: Alle großen Clubs kaufen aus dem Ausland ein was das Zeug hält. Und jetzt heulen, weil diese Spieler für ihr Land an der Olympiade teilnehmen wollen.
Tut mal was für Euren Nachwuchs, statt immer nur einzukaufen. Dann erübrigt sich diese Diskussion auch.
chaos1234 (24.07.2008, 10:17 Uhr)
die deppen auf schalke
arrogant, dumm, ohne sinn und verstand = schalke 04. Dabei hätten sie doch jetzt die perfekte ausrede warum sie wieder nicht meister werden
miedelsbacher (24.07.2008, 09:37 Uhr)
Drama
Blatters Entscheidung hin oder her, das was da jetzt von den Vereinen (es trifft ja nicht nur deutsche) veranstaltet wird, ist einfach unwürdig. Wie wenn die restlichen 22 Millionäre des Kaders nicht in der Lage wären, ein paar Spiele alleine zu bestreiten. Und immerhin kommt der junge Mann ja auch mit einer nicht unerheblichen internationalen Erfahrung wieder zurück. Und eventuell auch mit einem Titel. Zudem: ein wenig "Generosität" im Umgang wäre da wohl angebracht. Es kann nicht sein, dass der Erfolg mit einem, eventuell zwei Spielern steht und fällt. Da machen die Vereine was falsch, nicht die Spieler. Ich würde mal das Hallo in Deutschland sehen wollen, wenn unsere Legionäre nicht freigegeben würden. Sollen sie eben auf ein Monatsgehlalt verzichten, wenn es dem Verein so gefällt. Aber spielen, spielen sollen sie. WIR wollen sie ja auch sehen, und, sind wir doch mal ehrlich, lieber in der entsprechenden Nationalmannschaft als in irgendeinem Liga-Gurkenspiel. Als: Ball flach halten und die Leute ziehen lassen. DAFÜR hätte es eher gesundem Menschenverstand als einer (umstrittenen) Entscheidung eines Dollar-Millionärs Blatter bedurft.
silver-quattro3.0 (24.07.2008, 07:01 Uhr)
Ein Schweizer eben
Blatter, ein Schweizer eben deren Spielball die Banknoten sind weil Sie den Fußball nicht beherrschen.Davon einmal abgesehen,steck die Kameraden Blatter, Platini und Meyer-Vorfelder in einen Sack und hau drauf, du triffst immer den richtigen
04schalker04 (23.07.2008, 19:59 Uhr)
Wenn der Hahn (Blatter) kräht, dann geht die Sonne erst auf

Irgendwann bildet sich ein Hahn ein, die Sonne geht nur deshalb auf, weil er kräht. Bei Blatter und der FIFA ist das in Bezug auf den Fußball schon längst der Fall.
Natürlich ist das auch eine Retourkutsche gegen die Europäer, die ihn in den FIFA-Versammlungen nicht/nie gewählt haben.
Es sind gerade die Europäer mit ihren Profiligen, die das Geld verdienen, das Blatter dann ausgibt, und zwar immer so, dass ihm die Südamerikaner und Afrikaner eine Mehrheit bei den Wahlen verschaffen. Von den ganzen Bestechungsvorwürfen will ich gar nicht erst anfangen.
Interessant natürlich auch, dass die FIFA bisher kein Interesse daran hatte den Olympia-Fußball aufzuwerten. Jetzt auf einmal also der Sinneswandel. Aber was interessiert das einen Sonnenkönig wie Blatter. So lange keiner in Fußball, Politik und Medien sich traut sich gegen Blatter aufzulehnen kann er sich das ja auch leisten.
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