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Feuerwerk und Nazi-Parolen

Beim Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und Energie Cottbus hat der Fußball erneut sein hässlichstes Gesicht gezeigt: Nicht nur Leuchtraketen und Rauchbomben störten das Derby, auch Nazi-Banner wurden geschwenkt.

Von Klaus Bellstedt

Nur drei Tage nach den hässlichen Szenen beim Bundesliga-Spiel HSV gegen den 1. FC Köln, als der Hamburger Profi Alexander Laas durch einen Trommelstockwurf an der Stirn verletzt wurde, gibt es im deutschen Fußball wieder neue skandalöse Vorfälle. Das Ostderby in der Zweiten Liga zwischen Dynamo Dresden und Energie Cottbus ist am Montagabend von Fan-Krawallen überschattet worden.

Vor rund 14.000 Zuschauern im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion musste Fifa-Schiedsrichter Wolfgang Stark in der 81. Minute beim Stand von 1:1 die Partie unterbrechen, nachdem aus dem Cottbuser Fan-Block Leuchtraketen auf das Spielfeld geschossen wurden. Daraufhin versuchte Energie-Keeper Tomislav Piplica die Fans zu beruhigen - Stark pfiff nach zwei Minuten trotz der aufgeheizten Stimmung auf den Rängen wieder an. Vor der Pause hatten schon einige Dresdner Chaoten einen Spielabbruch provoziert, indem sie Gegenstände aufs Spielfeld warfen.

Dresden droht Platzsperre

Das Sportliche (beide Teams trennten sich zumindest auf dem Rasen schiedlich-friedlich 1:1-unentschieden) trat nach Spielschluss in den Hintergrund. "Rauchkerzen und Leuchtraketen gehören nicht zum Fußball", kommentierte Dynamo-Coach Christoph Franke die Vorfälle. Sein Trainer-Pendant von Energie Cottbus, Petrick Sander, wurde noch deutlicher: "Die schlimmen Szenen auf den Rängen sind nicht zu tolerieren. Ich frage mich, wie so was bei den vielen Ordnungskräften passieren kann. Ich bin entsetzt." Dem gastgebenden Klub Dynamo Dresden droht jetzt großer Ärger bis hin zu einer Platzsperre.

Aber auch Energie Cottbus muss aufgrund der eindeutig aus dem Gästeblock abgeschossenen Leuchtraketen und Rauchbomben mit Konsequenzen rechnen. Gegen die Cottbuser Chaoten, die zu Beginn des Ostderbys ein antisemitisches Spruchband ("Juden" - mit dem Dynamo Dresden-D in der Mitte) in die Höhe hielten, will der Verein übrigens selbst vorgehen. "Wenn wir die Täter noch ausfindig machen können, werden wir sie mit einem lebenslangen Stadionverbot bestrafen", sagte Energie Pressesprecher Ronny Gersch gegenüber stern.de.

Fifa-Boss schaltet sich ein

Drei Tage vor der WM-Gruppenauslosung in Leipzig, bei der die ganze Welt auf Deutschland blickt, ist die Stimmung im Gastgeberland wegen der negativen Schlagzeilen getrübt. "Wir werden das OK jetzt ins Gebet nehmen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", kommentiert der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa Sepp Blatter die jüngsten Vorfälle im WM-Land und sieht gleichzeitig den Ausrichter in der Pflicht: "Beim deutschen Organisationskomitee brennt jetzt die rote Lampe."

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